Heißarbeiten und Brandschutz

Feuer nach Schweißarbeiten entsteht selten während der Arbeit. Es entsteht danach — und das macht die Nachkontrolle zur wichtigsten Maßnahme.

Der Bereich der Heißarbeiten: Flugbahnen der Funken und ein Radius von zehn Metern um den Arbeitsplatz
«Brennbares in der Nähe wegräumen» ist ein Rat ohne Zahl. Die Zahl sind zehn Meter waagerecht — deutlich mehr als der Arbeitsplatz selbst.

Die Zehn-Meter-Zone

Innerhalb von zehn Metern waagerecht um den Arbeitsplatz gehört nichts Brennbares. Was sich nicht entfernen lässt, wird mit Schweißschutzdecken abgedeckt — nicht mit Folie und nicht mit Pappe. Nach unten zählt jede Öffnung: Funken fallen durch Ritzen zwischen Bohlen, durch Kabeldurchführungen und durch offene Schächte, und sie kommen dort an, wo niemand hinsieht.

Behälter und Hohlräume

An Fässern, Tanks und Rohrleitungen, die Brennbares enthalten haben, wird nicht geschweißt, bevor sie gereinigt, gespült und freigemessen sind. Reste in Dämmung, in Isolierungen und in Hohlräumen von Sandwichelementen sind der zweite typische Fall: sie glimmen stundenlang, bevor sie brennen.

Brandwache und Nachkontrolle

Während der Arbeit eine Person mit Löschmittel, die nicht selbst schweißt. Danach mindestens eine Stunde Nachkontrolle, mit Blick auch auf die Rückseite der Wand und auf die Etage darunter. Ein Feuerlöscher gehört griffbereit daneben und nicht im Nachbarraum.

Der Erlaubnisschein

Außerhalb eingerichteter Schweißplätze ist er auf Industrieanlagen die Regel: er hält fest, wer freigegeben hat, welche Maßnahmen getroffen wurden, wer Brandwache geht und wann nachkontrolliert wurde. Das ist keine Bürokratie, sondern die einzige Form, in der die Nachkontrolle zuverlässig stattfindet.

Häufige Fragen

Wie weit fliegen Funken?

Waagerecht bis etwa zehn Meter, beim Trennschleifen und beim Brennschneiden weiter, und von einer Höhe aus entsprechend viel weiter. Deshalb ist «Brennbares in der Nähe wegräumen» ohne Zahl wertlos — die Zahl sind zehn Meter.

Wie lange muss die Brandwache bleiben?

Mindestens eine Stunde nach Arbeitsende, nach strengeren Regelwerken zwei. Die meisten Brände entstehen, nachdem alle gegangen sind, aus einem Funken, der in Staub, Dämmung oder Holz weitergeglommen ist.

Was ist ein Erlaubnisschein?

Ein schriftliches Verfahren für Heißarbeiten außerhalb dafür eingerichteter Bereiche: Freigabe, Schutzmaßnahmen, Brandwache und Nachkontrolle sind darin festgelegt und werden abgezeichnet. Auf Industrieanlagen ist er Pflicht.

Autor: Schweißer Aktualisiert: