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Edelstahl-Schweißrauch: Chrom VI und Nickel

Rauch von Edelstahl unterscheidet sich vom gewöhnlichen nicht in der Menge, sondern in der Zusammensetzung. In ihm stecken zwei krebserzeugende Stoffe — sechswertiges Chrom und Nickel —, und der zulässige Gehalt an Chrom VI ist so niedrig, dass man ihn schneller erreicht, als der gesunde Menschenverstand nahelegt.

Kurze Antwort

2017 hat die IARC Schweißrauche in Gruppe 1 eingestuft: Stoffe mit nachgewiesener krebserzeugender Wirkung beim Menschen. Das gilt für Rauch als solchen. Bei Edelstahl kommen zwei Bestandteile mit eigener Einstufung hinzu — sechswertiges Chrom und Nickel samt Verbindungen.

Chrom VI greift Atemwege und Lunge an, Nickel sensibilisiert zusätzlich: eine einmal erworbene Allergie bleibt lebenslang und schließt die weitere Arbeit mit dem Werkstoff aus.

Was je nach Werkstoff im Rauch steckt

WerkstoffWas im Rauch stecktHauptgefahr
Unlegierter StahlFe₂O₃, MnO, SiO₂Staubbronchitis und Staublunge; Mangan greift das Nervensystem an
EdelstahlCr(VI), Ni, Fe₂O₃Sechswertiges Chrom und Nickel — krebserzeugend
Verzinkter StahlZnO, Fe₂O₃Metallrauchfieber, Stunden nach der Arbeit
AluminiumAl₂O₃, O₃Ozon entsteht durch die Lichtbogenstrahlung und reizt die Lunge
Beschichtungen und FarbenCO, NOₓThermische Zersetzung von Beschichtungen: giftige Gase, nicht nur Rauch

Woher das sechswertige Chrom kommt

Im Stahl selbst gibt es kein Chrom VI — dort ist metallisches Chrom, in dieser Form beim Einatmen unschädlich. Es entsteht im Lichtbogen: die Hitze oxidiert das Chrom, und ob die Oxidation auf der dreiwertigen Stufe stehen bleibt oder bis zur sechswertigen läuft, hängt von der Chemie rund um das Schmelzbad ab.

Darin liegt der Kern: alkalische Verbindungen aus der Elektrodenumhüllung und aus dem Fülldrahtflussmittel stabilisieren die sechswertige Form. Deshalb gilt bei ein und demselben Stahl:

  • E-Hand und Fülldraht erzeugen das meiste Chrom VI — Umhüllung und Flussmittel enthalten Natrium und Kalium;
  • MIG mit Massivdraht — deutlich weniger, da kein Flussmittel im Spiel ist;
  • WIG — am wenigsten, weil dort insgesamt am wenigsten Rauch entsteht.

Der praktische Schluss ist unbequem, aber einfach: bei längerer Arbeit an Edelstahl senkt die Verfahrenswahl die Belastung wirksamer als jede Ergänzung der Ausrüstung.

Wie viel erlaubt ist

Chrom VI fällt in der EU unter die Krebsrichtlinie und hat einen verbindlichen Grenzwert von 0,005 mg/m³, gerechnet als Chrom. Für Schweißen und Plasmaschneiden galt eine Übergangsfrist mit einem milderen Wert, sie endete jedoch im Januar 2025, sodass heute für alle Arbeiten der Grundwert gilt.

Den nationalen Grenzwert prüfen

Die Richtlinie setzt eine Untergrenze, die Mitgliedstaaten dürfen strengere Werte festlegen — und einige haben das getan. Verbindlich ist für Sie stets der Wert aus der nationalen Vorschrift, nicht der europäische. Messungen der Konzentration am Arbeitsplatz veranlasst der Arbeitgeber, und ihr Ergebnis ist die Grundlage für die Wahl der Schutzmaßnahmen.

Was die Belastung wirklich senkt

Die Verfahrenswahl — siehe oben; der Unterschied liegt im Vielfachen, nicht in Prozenten.

Absaugung an der Quelle, kein Ventilator, der zur Seite bläst. Ein Ventilator verteilt den Rauch in der Halle und gibt ihn den Kollegen weiter, statt ihn zu entfernen. Brennerabsaugung oder Absaugarm werden eine Handbreit vom Lichtbogen angesetzt, auf der dem Zuluftstrom abgewandten Seite.

Gebläseschirm statt Halbmaske bei Arbeit über die ganze Schicht: Ausrüstung, die man nicht abnehmen möchte, schützt tatsächlich und nicht auf dem Papier. Einzelheiten — Atemschutz.

Hygiene danach. Staub wird nicht mit Druckluft abgeblasen — das verteilt ihn im ganzen Raum. Arbeitskleidung von Edelstahlarbeiten wandert nicht zum Waschen nach Hause: die Belastung geht dann auf die Familie über, und das deckt keine Maske mehr ab.

Wie es weitergeht

Zusammensetzung des Rauchs und Lüftung des Arbeitsplatzes — Schweißrauch. Wahl von Maske und Gebläse — Atemschutz. Die Technik des Edelstahlschweißens selbst — Edelstahl schweißen.

Häufige Fragen

Ist Schweißrauch krebserzeugend?

Ja. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hat Schweißrauche 2017 in Gruppe 1 eingestuft — krebserzeugend für den Menschen —, und das gilt für Rauch allgemein, nicht nur für Edelstahl. Bei Edelstahl kommen sechswertiges Chrom und Nickel hinzu, das Risiko liegt also deutlich höher.

Welches Verfahren erzeugt das meiste Chrom VI?

Stabelektrode und Fülldraht. Alkalische Verbindungen aus Umhüllung und Flussmittel stabilisieren Chrom in der sechswertigen Stufe, deshalb erzeugen E-Hand und Fülldrahtschweißen ein Vielfaches dessen, was MIG mit Massivdraht erzeugt, und WIG am wenigsten von allen. Die Verfahrenswahl bringt oft mehr als jede Maske.

Reicht Absaugung bei Edelstahl?

Nicht allein. Die Absaugung an der Quelle nimmt den größten Teil des Rauchs und bleibt der erste Schritt, doch bei Chrom VI zählt der Rest: die Grenzwerte sind so niedrig, dass auch er ins Gewicht fällt. Bei längerer Arbeit an Edelstahl kommt Atemschutz dazu, am besten gebläseunterstützt.

Autor: SpawBaza Aktualisiert: