Bereiche

Seitenübersicht →

DE

Atemschutz beim Schweißen

Die Maske ist das letzte Glied, nicht das erste. Zuerst wird die Quelle beseitigt und der Rauch dort abgesaugt, wo er entsteht, und erst was sich nicht beseitigen lässt, fängt ein Filter vor dem Gesicht auf. Diese Reihenfolge steht auch im Arbeitsschutzrecht, nicht nur in Ratgebern.

Die verbindliche Reihenfolge

  1. Verfahren oder Werkstoff ändern. Massivdraht statt Fülldraht, WIG statt E-Hand, unbeschichtetes Material statt verzinktem — das senkt den Rauch um ein Vielfaches, nicht um Prozente.
  2. An der Quelle absaugen. Ein Absaugarm oder die Brennerabsaugung nach ISO 21904 nimmt den Rauch weg, bevor er in die Atemzone gelangt.
  3. Den Raum lüften. Die allgemeine Lüftung verdünnt, was der Absaugung entkommen ist.
  4. Und erst jetzt die Maske. Der persönliche Schutz kommt zuletzt, weil er nur wirkt, solange er getragen wird und sitzt.

Womit man sich schützt

MittelNormWann
FFP2-HalbmaskeEN 149Kurze Arbeiten an unlegiertem Stahl bei laufender Lüftung
FFP3-HalbmaskeEN 149Edelstahl, Verzinktes, lange Arbeiten, enge Räume
Gebläseschirm (PAPR)EN 12941Ganze Schicht unter dem Schirm; keine Atemarbeit, kühlt das Gesicht
Druckluft-SchlauchgerätEN 14594Behälter und enge Räume, in denen die Luft selbst knapp werden kann
BrennerabsaugungISO 21904Absaugung an der Quelle — der erste Schritt vor jedem persönlichen Schutz

FFP2 oder FFP3

Die Filterklasse sagt, wie viel Partikel zurückgehalten wird: FFP1 am wenigsten, FFP3 am meisten. Beim Schweißen verläuft die Grenze so: FFP2 für kurze Arbeiten an unlegiertem Stahl bei laufender Lüftung; FFP3 für Edelstahl und Verzinktes, für die ganze Schicht, für enge Räume und für alles, dessen Rauch krebserzeugend ist.

Wichtiger als die Klasse ist jedoch oft der Sitz. Eine Halbmaske wirkt durch die Dichtheit am Gesicht, und die zerstören Bart, Narbe, falsche Größe und schlicht das Herunterschieben unter das Kinn „für einen Moment“. Eine undichte FFP3 schützt schlechter als eine sitzende FFP2, weil die Luft am Filter vorbeigeht.

Gebläse: warum es oft besser wirkt

Der Gebläseschirm nach EN 12941 besteht aus einem Gebläse am Gürtel, einem Filter und einem Schlauch zum Schirm. Der leichte Überdruck darunter sorgt dafür, dass Undichtheiten saubere Luft nach außen drücken statt schmutzige hereinzuziehen — deshalb stört ein Bart nicht, und das Atmen kostet keine Anstrengung.

Der eigentliche Vorteil ist jedoch ein anderer: ein Gebläseschirm wird nicht nach zwanzig Minuten abgesetzt. Eine Halbmaske unter dem Schirm zieht in der Hitze früher oder später fast jeder herunter, und abgenommene Ausrüstung schützt gar nicht. In engen Behältern, in denen der Sauerstoff selbst knapp werden kann, hilft kein Filter: dort braucht es ein Druckluft-Schlauchgerät nach EN 14594 mit Luft von außen.

Brennerabsaugung

Die in den MIG/MAG-Brenner eingebaute Absaugung nimmt den Rauch wenige Zentimeter vom Lichtbogen weg, also bevor er zum Gesicht aufsteigt. ISO 21904 beschreibt die Anforderungen an solche Geräte und wie ihre Wirksamkeit geprüft wird.

Zwei Einschränkungen aus der Praxis. Erstens saugt eine zu starke Absaugung das Schutzgas mit weg und erzeugt Poren — deshalb wird die Leistung geregelt und nicht auf Maximum gestellt. Zweitens ersetzt die Absaugung an der Quelle bei Edelstahl die Maske nicht: sie nimmt den größten Teil des Rauchs, aber sechswertiges Chrom ist in Mengen gefährlich, bei denen „der größte Teil“ zu wenig ist.

Wie es weitergeht

Zusammensetzung des Rauchs und Lüftung des Arbeitsplatzes — Schweißrauch. Der schwerste Fall — Edelstahl-Schweißrauch. Die übrige Ausrüstung — Kleidung und Handschuhe.

Häufige Fragen

FFP2 oder FFP3 zum Schweißen?

FFP2 genügt bei kurzer Arbeit an unlegiertem Stahl, solange die Lüftung läuft. FFP3 braucht es bei Edelstahl, bei Verzinktem, bei langer Arbeit und in engen Räumen — überall dort, wo der Rauch krebserzeugende Bestandteile enthält oder wo die Konzentration hoch ist und stundenlang hoch bleibt.

Schützt der Schweißerschirm die Atemwege?

Ein gewöhnlicher schützt sie überhaupt nicht — er deckt Augen und Gesicht ab, und die Luft darunter ist dieselbe, die die ganze Werkstatt atmet. Schutz beginnt beim Gebläseschirm nach EN 12941, also mit Gebläse und Filter, oder bei einer eigenen Halbmaske unter dem Schirm.

Stört ein Bart?

Ja, und mehr als gedacht. Die Halbmaske wirkt durch dichten Sitz am Gesicht; ein Bart hebt diese Dichtheit auf, und die Luft nimmt den Weg des geringsten Widerstands — am Filter vorbei statt hindurch. Wer sich nicht rasieren will, braucht gebläseunterstützte Geräte, die keine Dichtheit voraussetzen.

Autor: SpawBaza Aktualisiert: