Nahtfehler und Prüfung

Nahtfehler und Prüfung

Katalog der Unregelmäßigkeiten nach ISO 6520: Ursachen, Reparatur und die Prüfverfahren, die sie finden.

Jede Naht hat Unregelmäßigkeiten. Es kommt darauf an, welche und wie groß, denn ISO 5817 behandelt sie sehr verschieden: für Poren gibt es einen zulässigen Anteil, für Risse gar keinen.

Der Bereich ist nach Fehler geordnet und nicht nach Verfahren, weil die Abhilfe am Fehler hängt. Poren sind ein Problem von Schutz und Sauberkeit. Die Einbrandkerbe ist Strom, Lichtbogenlänge und Winkel. Der Bindefehler ist Wärme und die Frage, wohin der Lichtbogen zeigt. Risse zerfallen in drei getrennte Mechanismen, die nur den Namen teilen — und sie auseinanderzuhalten beginnt bei der Frage, wann der Riss auftrat, nicht wie er aussieht.

Zwei Dinge lohnen sich vorweg. Erstens sind Aussehen und Zulässigkeit zwei verschiedene Fragen: eine grobschuppige Raupe innerhalb der Grenzwerte besteht, eine saubere Raupe mit einem Riss darunter nicht. Zweitens sind gerade die schlimmsten Fehler von der Oberfläche aus unsichtbar — deshalb ist die Wahl zwischen Durchstrahlung und Ultraschall keine Formsache.

Häufige Fragen

Welche Fehler sind nie zulässig?

Risse und Bindefehler, in jeder Bewertungsgruppe der ISO 5817. Für alles Übrige gibt es einen Grenzwert, der von Gruppe und Dicke abhängt; für diese beiden gibt es keinen.

Die Naht sieht schlecht aus. Ist sie deshalb fehlerhaft?

Nicht von allein. Zulässigkeit misst sich an der Bewertungsgruppe auf der Zeichnung. Eine ungleichmäßige Raupe innerhalb der Grenzwerte besteht, eine ordentlich aussehende Raupe mit einem Bindefehler darunter nicht — und genau deshalb gibt es zerstörungsfreie Prüfung.

Warum treten manche Fehler erst einen Tag später auf?

Das ist wasserstoffinduzierte Kaltrissbildung. Der Wasserstoff braucht Zeit, um zur Stelle der höchsten Spannung zu diffundieren, deshalb entsteht der Riss über Stunden und bis zu zwei Tage lang. Darum werden kritische Verbindungen mit Abstand geprüft und nicht direkt nach dem Schweißen.