Persönliche Schutzausrüstung
Jeder Punkt hat seine Norm, und die Lücken liegen dort, wo zwei Schutzmittel zusammenwirken müssen — an den Übergängen zwischen Handschuh, Ärmel und Hose.

3:09PSA beim Schweißen: die vollständige Liste
| Ausrüstung | Norm | Wovor sie schützt | Der übliche Fehler |
|---|---|---|---|
| Schweißerhelm mit Filter | EN 175 + EN 379 | UV- und IR-Strahlung des Lichtbogens, sichtbares Licht, Spritzer, Stoß | Die Schutzstufe wird vor der Schicht nicht geprüft, die gerissene Vorsatzscheibe bleibt drin |
| Schutzbrille unter dem Helm | EN 166 | Schlacke- und Schleifsplitter beim Schleifen und Abklopfen | Unter dem Helm abgesetzt — Schlacke fliegt aber beim Abklopfen, nicht beim Schweißen |
| Schweißerhandschuhe (Stulpen) | EN 12477 (A / B) | Kontakt- und Strahlungswärme, Spritzer, kleine Schnitte | Normale Arbeitshandschuhe statt Schweißerhandschuhe; Synthetikgarn reißt an der Naht |
| Schweißerschutzkleidung | EN ISO 11611 | Metallspritzer und Strahlungswärme des Lichtbogens | Synthetik darunter: schmilzt und klebt auf der Haut |
| Lederschürze und Armstulpen | EN ISO 11611 | Herabfallende Tropfen beim Schweißen über Kopf | Über Kopf schweißen ohne Schürze und ohne Armstulpen |
| Sicherheitsschuhe mit Kappe | EN ISO 20345 | Herabfallendes Material, Spritzer, Stoß; Gummi isoliert elektrisch | Das Hosenbein im Schuh wird zum Trichter für Spritzer |
| Filtrierende Halbmaske FFP3 | EN 149 — FFP3 | Der Partikelanteil des Schweißrauchs | Baumarktmaske FFP1 statt FFP3 — Schweißrauch liegt unter einem Mikrometer |
| Gebläseatemschutz (PAPR) | EN 12941 | Rauch bei langer Arbeit und in engen Räumen | Weitergearbeitet, obwohl die Warneinrichtung zu geringen Luftstrom meldet |
| Gehörschutzstöpsel oder Kapseln | EN 352 | Lärm von Schleifer und Druckluftwerkzeug, Spritzer im Gehörgang | Nur zum Schleifen aufgesetzt, obwohl über Kopf Spritzer ins Ohr gehen |
| Schwer entflammbare Sturmhaube | EN ISO 11611 | Hals und Ohren vor Spritzern und rückstrahlender Wärme | Fleece-Sturmhaube statt schwer entflammbarer |
Kopf und Augen
Der Helm nach EN 175, die Kassette nach EN 379 und die Schutzstufe nach EN 169. Dazu ein Tuch oder eine Haube, weil UV auch von unten reflektiert wird — die Verbrennung im Nacken ist die typische Anfängererfahrung. Details unter Schweißhelm.
Hände
Handschuhe nach EN 12477: Typ A für die hohe thermische Belastung beim E-Hand und MAG, Typ B für die Feinfühligkeit beim WIG. Beide sind Kompromisse, und deshalb hat, wer beide Verfahren fährt, auch zwei Paare.
| Verfahren | Handschuhtyp | Warum |
|---|---|---|
| E-Hand, MAG | Dick, mit Stulpe bis zum Unterarm | Viele Spritzer, hohe Temperatur |
| WIG | Dünn und weich | Man braucht Gefühl beim Zuführen des Zusatzstabs |
| Putzen und Heften | Normale Arbeitshandschuhe | Schweißhandschuhe verschleißen am Schleifmittel schnell |
Körper
Kleidung nach EN ISO 11611, Klasse 1 für gelegentliche Spritzer, Klasse 2 für viel Spritzer und Zwangslagen. Keine Kunstfaser darunter — sie schmilzt. Keine offenen Taschen, keine hochgekrempelten Ärmel.
Füße
Schuhe nach EN ISO 20345 mit Zehenkappe und schnell zu öffnendem Verschluss, damit ein hineingefallenes Spritzerkorn nicht minutenlang brennt. Die Hose gehört über den Schaft und nicht hinein.
Vertiefende Beiträge
Drei Themen dieser Seite haben eigene Beiträge, denn Normen, Klassen und Kennzeichnungen passen in eine Übersicht nicht hinein: Kleidung und Handschuhe, Atemschutz und der Schweißerschutzschirm.
Atmung
Die am häufigsten vernachlässigte Position, weil ihr Schaden erst nach Jahren sichtbar wird. Erste Wahl ist die Erfassung am Entstehungsort; wo das nicht geht, Partikelfilter der Klasse P3 oder ein gebläseunterstützter Helm. Gründe und Grenzwerte stehen unter Schweißrauch und Absaugung.
Schutzschirm und Filter: die Schutzstufe im Detail
Ein Schweißhelm besteht aus zwei Dingen mit zwei Normen. Die Schale nach EN 175 hält Spritzer, Strahlungswärme und Stöße vom Gesicht ab. Der Filter schützt die Augen: als passive Scheibe mit fester Schutzstufe nach EN 169, als automatischer Schweißerschutzfilter nach EN 379. Auf einem Automatikfilter steht etwa „4/9–13“: Schutzstufe 4 im Hellzustand, 9 bis 13 im Dunkelzustand. Danach folgt die optische Klasse in vier Ziffern: 1/2/1/2 ist ein ordentlicher Filter, 1/1/1/1 der beste — bewertet werden optische Verzerrung, Streulicht, Gleichmäßigkeit der Tönung und ihre Abhängigkeit vom Blickwinkel.
Die Schutzstufe richtet sich nach Verfahren und Strom, nicht nach Vorliebe. Nach denselben Schwellen der EN 169, mit denen der Schutzstufen-Rechner arbeitet: E-Hand mit 60 A braucht Schutzstufe 10, mit 120 A 11, mit 200 A 12. MAG mit 180 A verlangt 12, WIG mit 100 A 10, Plasmaschneiden mit 40 A 9. Aluminium leuchtet beim MIG-Schweißen stärker als Stahl beim selben Strom: 300 A sind dort Schutzstufe 13, beim MAG an Stahl 12.
Die Probe in der Praxis: Nach dem Erlöschen des Lichtbogens dürfen keine Nachbilder bleiben. Bleiben sie, ist der Filter zu hell — eine Stufe dunkler. Sieht man das Schmelzbad gar nicht, zuerst Vorsatzscheibe und Beleuchtung des Arbeitsplatzes prüfen, erst dann die Stufe. Eine verkratzte Vorsatzscheibe wird sofort getauscht: Sie streut das Licht und zwingt dazu, mit dem Gesicht näher an den Lichtbogen zu gehen.
PSA nach Verfahren: E-Hand, MAG, WIG, Schneiden, Überkopf
Derselbe Schweißer braucht beim E-Hand-Schweißen mit basischer Elektrode eine andere Ausrüstung als beim WIG-Schweißen von Dünnblech. Die Tabelle stellt die Unterschiede nebeneinander: die Schutzstufe aus denselben Daten wie der Rechner, die Kleidungsklasse aus Anhang A der EN ISO 11611, der Handschuhtyp aus EN 12477.
| Verfahren | Schutzstufe (EN 169) bei Strom | Handschuhe EN 12477 | Kleidung EN ISO 11611 | Zusätzlich |
|---|---|---|---|---|
| E-Hand, rutilumhüllte Elektrode | 80 A → 10 · 140 A → 11 | Typ A | Klasse 1 | Schutzbrille unter dem Helm zum Schlackeklopfen |
| E-Hand, basisch oder zellulose-umhüllt | 100 A → 11 · 180 A → 12 | Typ A | Klasse 2 | Schutzbrille, Lederschürze bei höheren Strömen |
| MAG Stahl (Massiv- oder Fülldraht) | 120 A → 11 · 250 A → 12 | Typ A | Klasse 2 | Lederärmel oder -schürze, Absaugung am Lichtbogen |
| WIG Stahl und Edelstahl | 40 A → 9 · 150 A → 11 | Typ B | Klasse 1 | Hals und Handgelenke bedeckt: starkes UV, wenig Spritzer |
| MIG Aluminium | 120 A → 11 · 250 A → 12 | Typ A | Klasse 2 | Kragen zu, Haut bedeckt: das stärkste UV |
| Handgeführtes Plasmaschneiden | 40 A → 9 · 80 A → 10 | Typ A | Klasse 2 | Schutzbrille, Gehörschutz |
| Fugenhobeln (Arc-Air) | 250 A → 11 · 400 A → 12 | Typ A | Klasse 2 | Kapselgehörschutz, Lederschürze, Atemschutz |
| Jedes Verfahren über Kopf | wie beim Verfahren | Typ A | Klasse 2 | Lederumhang oder -jacke, Kopfhaube unter dem Helm, Gehörstöpsel |
E-Hand (111)
Umhüllte Elektroden erzeugen von allen Handverfahren die meiste Schlacke und die meisten Spritzer. Rutilelektroden fallen in Kleidungsklasse 1, basische und zellulose-umhüllte in Klasse 2 — so teilt sie Anhang A der Norm ein. Handschuhe Typ A mit langer Stulpe. Was am häufigsten fehlt: die Schutzbrille unter dem Helm, denn Schlacke fliegt beim Abklopfen, wenn der Helm oben ist.
MAG und Fülldraht (135, 136)
MAG unter CO₂ oder Mischgas, Fülldraht erst recht, bedeutet Klasse 2 und Handschuhe Typ A. Ab etwa 200 A kommen Lederärmel oder eine Lederschürze dazu: Spritzer treffen den Unterarm schneller, als man sie abschütteln kann. Fülldraht erzeugt außerdem den meisten Rauch — hier gehört die Absaugung am Lichtbogen zur Ausrüstung, nicht zum Zubehör.
WIG (141)
Kaum Spritzer, also Klasse 1 und dünne Handschuhe Typ B, in denen man den Zusatzstab spürt. Die UV-Strahlung ist dafür stark und rein, und der Lichtbogen verbrennt freie Haut in Minuten: Hals, der Spalt am Handgelenk zwischen Handschuh und Ärmel und die Brust bei offenem Kragen — dort holen sich WIG-Schweißer ihren „Sonnenbrand“. Bei Edelstahl kommt Chrom im Rauch dazu; was man dann trägt, steht unter Atemschutz beim Schweißen.
Plasma-, Brennschneiden und Fugenhobeln
Anhang A ordnet handgeführtes Plasmaschneiden, Brennschneiden und Fugenhobeln der Klasse 2 zu. Der Strahl flüssigen Metalls geht nach unten und vorn, auf Beine und Schuhe, und Fugenhobeln ist zusätzlich laut und rauchig: Kapselgehörschutz, Lederschürze und Atemschutz gehören zur Grundausstattung. Beim Brennschneiden richtet sich die Schutzstufe nach dem Sauerstoffdurchfluss, nicht nach dem Strom — deshalb fehlt es in der Tabelle oben.
Überkopfschweißen
Alles, was herunterfällt, landet auf dem Schweißer. Anhang A nennt Überkopfarbeit ausdrücklich als Fall der Klasse 2, unabhängig vom Verfahren. Dazu ein Lederumhang oder eine Lederjacke, eine Kopfhaube unter dem Helm (Spritzer in den Haaren und im Kragen), Handschuhe mit der Stulpe unter dem Ärmel und Gehörstöpsel — ein Tropfen im Gehörgang ist genau die Verletzung, die beim Überkopfschweißen passiert. Zur Technik: Überkopfschweißen.
Beispiel: Ausrüstung Schritt für Schritt auswählen
Aufgabe 1. MAG-Kehlnähte an 8-mm-Blech in der Halle, 180 A, teilweise über Kopf.
- Filter: MAG 180 A → Schutzstufe 12. Ein Automatikfilter mit 9–13 deckt das mit Reserve ab.
- Kleidung: MAG und Überkopfarbeit — Klasse 2, dazu ein Lederumhang für die Überkopfabschnitte.
- Handschuhe: Typ A, Stulpe unter dem Jackenärmel.
- Schuhe: S3 mit HRO-Sohle, Schnürung abgedeckt, Hose darüber.
- Ohren und Augen: Gehörstöpsel gegen Spritzer von oben, Schutzbrille unter dem Helm fürs Nahtreinigen.
- Atmung: Absaugung am Lichtbogen; bei ganzer Schicht ein Gebläsehelm — Einzelheiten unter Schweißrauch und Absaugung.
Aufgabe 2. WIG an einem Edelstahlrohr 2 mm, 70 A, am Tisch. Filter: Schutzstufe 10. Kleidung Klasse 1, aber bis zum Hals geschlossen und mit Bündchen am Handgelenk — UV verbrennt die Haut früher als jeder Spritzer. Handschuhe Typ B. Atmung: Absaugung und mindestens FFP3, denn im Edelstahlrauch steckt sechswertiges Chrom. Schuhe wie oben: Auch beim WIG landet das heiße Stabende irgendwann auf dem Fuß.
Sicherheitsschuhe für Schweißer: EN ISO 20345 und EN ISO 20349-2
Grundlage sind Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 — praktisch S3 (Zehenkappe, durchtrittsichere Sohle, wasserabweisendes Obermaterial) mit HRO-Sohle, die Kontakt mit heißen Flächen verträgt. Für das Schweißen gibt es aber eine eigene Norm: EN ISO 20349-2, Schuhe zum Schutz gegen Risiken beim Schweißen und bei verwandten Verfahren (nach ISO und dem Schuhhersteller Elten). Schuhe, die auf Beständigkeit gegen Spritzer flüssigen Metalls geprüft sind, tragen die Kennzeichnung WG. Unabhängig davon wählt man einen Schuh mit abgedeckter Schnürung oder Klettlasche und Schnellverschluss — ein Tropfen, der hineinfällt, muss in Sekunden wieder heraus.
Gehör
Der Lichtbogen selbst ist nicht sehr laut; laut ist, was ihn umgibt: Winkelschleifer, Fugenhobeln, Plasmaschneiden, der Schlackehammer an einer Stahlkonstruktion. Die Richtlinie 2003/10/EG setzt den unteren Auslösewert bei 80 dB(A) (der Arbeitgeber stellt Gehörschutz bereit), den oberen bei 85 dB(A) (Gehörschutz muss getragen werden) und den Expositionsgrenzwert bei 87 dB(A) unter dem Gehörschutz. Stöpsel und Kapseln nach EN 352. Über Kopf sind Stöpsel auch in einer ruhigen Werkstatt nötig — gegen Spritzer.
Typische Fehler bei der Schutzausrüstung
- Kunstfaser unter der Jacke. Ein Polyestershirt oder Fleece unter einer guten Klasse-2-Jacke: Der Spritzer brennt an einer Stelle durch, und die geschmolzene Kunstfaser verteilt die Verbrennung auf Handflächengröße. Darunter Baumwolle oder Wolle, auch bei den Socken.
- Hochgekrempelte Ärmel bei Hitze. Der Unterarm bekommt UV und Spritzer, und der Umschlag ist eine Tasche für Tropfen.
- Offene Taschen, Hosenaufschläge. Jede nach oben offene Stelle fängt Spritzer und hält sie am Körper.
- Feuerzeug in der Tasche. Ein Gasfeuerzeug unter Spritzern ist eine kleine Ladung. Es gehört beim Schweißen gar nicht an den Körper.
- Ölverschmierte Kleidung. Öl und Fett brennen, auch wenn das Gewebe selbst schwer entflammbar ist.
- Warnweste aus Polyester darüber. Eine normale Weste schmilzt; auf der Baustelle braucht man Warnschutz, der zugleich EN ISO 11611 erfüllt.
- Schleifen mit hochgeklapptem Helm ohne Brille. Genau dann landet am häufigsten etwas im Auge.
- Nasse Handschuhe. Sie isolieren nicht mehr; beim Schweißen in feuchter Umgebung ist das ein Weg zum Stromschlag, siehe elektrische Sicherheit.
Im Winter und im Freien
Wärme kommt aus Schichten von Baumwolle und Wolle unter der Schweißerkleidung oder aus einer Winterjacke, die selbst EN ISO 11611 auf dem Etikett trägt. Thermounterwäsche aus Kunstfaser und Fleece scheiden aus demselben Grund aus wie das Polyestershirt. Automatikfilter haben eine Einsatztemperatur: ein ordentlicher arbeitet ab −5 °C, ein guter ab −10 °C (Vergleich im Beitrag zum Schweißhelm); darunter schaltet er langsamer, und den Helm trägt man zwischen den Nähten unter der Jacke. Handschuhe öfter gegen trockene tauschen als im Sommer — Schnee und Reif auf dem Leder sind Feuchtigkeit.
Was der Arbeitgeber stellen muss
In Deutschland darf der Arbeitgeber die Kosten für Arbeitsschutzmaßnahmen nicht den Beschäftigten auferlegen (§ 3 Abs. 3 ArbSchG); die PSA wählt er nach der Gefährdungsbeurteilung aus, stellt sie bereit und unterweist in ihrer Benutzung (PSA-Benutzungsverordnung). Für Schweißarbeiten konkretisieren das TRGS 528 und die DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.26; die Liste der Dokumente steht unter Schweißrauch und Absaugung. EU-weit gilt die Richtlinie 89/656/EWG: PSA stellt der Arbeitgeber kostenlos. Zur Schweißerausrüstung gehören danach Helm und Filter, Schutzbrille, Handschuhe nach EN 12477, Kleidung nach EN ISO 11611, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und Atemschutz dort, wo die Absaugung nicht reicht.
Kontrolle vor der Schicht und wann tauschen
- Helm: Vorsatzscheibe ohne Kratzer und Spritzer, Automatikfilter geprüft (Testtaste oder ein Feuerzeugfunke vor den Sensoren abseits des Arbeitsplatzes), Batterie, saubere Sensoren.
- Handschuhe: keine Durchbrände, Nähte ganz, Leder nicht verhärtet. Durch Hitze geschrumpftes, hartes Leder reißt und schützt nicht mehr.
- Kleidung: keine Löcher und dünnen Stellen, Verschlüsse funktionieren, keine Ölflecken. Waschen und Aussondern — unter Schweißerkleidung und Handschuhe.
- Schuhe: Sohle nicht angeschmolzen, Zehenkappe nicht freigelegt, Lasche über der Schnürung vorhanden.
Die Seite dient der Information: Welche PSA an einem Arbeitsplatz nötig ist und welche Anforderungen sie erfüllen muss, legt der Arbeitgeber anhand der Gefährdungsbeurteilung fest.
Häufige Fragen
Reicht eine normale Arbeitsjacke?
Nein. Schweißerkleidung ist nach EN ISO 11611 geprüft und aus Materialien, die nicht schmelzen. Kunstfaser schmilzt bei einem Funken auf die Haut, und Baumwolle ohne Ausrüstung brennt weiter, wenn sie einmal Feuer gefangen hat.
Warum Ärmel über die Stulpe?
Genau umgekehrt: die Stulpe gehört unter den Ärmel und die Hose über den Schuh. Sonst fängt die Öffnung den Funken, und ein glühendes Spritzerkorn im Handschuh ist schwer wieder loszuwerden.
Brauche ich Atemschutz, wenn abgesaugt wird?
Bei funktionierender Erfassung am Lichtbogen meist nicht. In engen Räumen, bei Edelstahl und bei verzinktem Material aber schon — dort ist die Absaugung schwer nahe genug heranzubringen, und der Rauch steht in der Atemzone.
Welche Schutzstufe brauche ich für E-Hand, MAG und WIG?
Das hängt vom Strom ab. Nach den Schwellen der EN 169: E-Hand 80–175 A — Schutzstufe 11, über 175 A — 12; MAG an Stahl 100–175 A — 11, 175–300 A — 12; WIG 40–100 A — 10, 100–175 A — 11. Bleiben nach dem Lichtbogen Nachbilder, ist der Filter zu hell.
Welche PSA muss der Arbeitgeber einem Schweißer stellen?
Alles, was die Gefährdungsbeurteilung verlangt, und zwar kostenlos (§ 3 Abs. 3 ArbSchG, PSA-Benutzungsverordnung): Helm und Filter, Schutzbrille, Handschuhe nach EN 12477, Kleidung nach EN ISO 11611, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und Atemschutz, wo die Absaugung nicht reicht.
Welche Anforderungen gelten für Sicherheitsschuhe beim Schweißen?
Grundlage ist EN ISO 20345, praktisch S3 mit hitzebeständiger HRO-Sohle. Speziell für das Schweißen gibt es EN ISO 20349-2; Schuhe, die gegen Spritzer flüssigen Metalls geprüft sind, tragen die Kennzeichnung WG. Dazu abgedeckte Schnürung und ein Schnellverschluss.
Was ziehe ich im Winter zum Schweißen an?
Unter der Schweißerkleidung Schichten aus Baumwolle und Wolle oder eine Winterjacke mit EN ISO 11611 auf dem Etikett. Kein Fleece und keine Thermowäsche aus Kunstfaser — sie schmelzen. Beim Automatikfilter die Einsatztemperatur prüfen: ein ordentlicher arbeitet ab −5 °C, ein guter ab −10 °C.
Aktualisiert: