Der Schweißhelm
Der Helm ist das einzige Schutzmittel, das man bei jeder Naht trägt — und das einzige, dessen Mängel man erst Stunden später merkt.

Die Schutzstufe
Sie folgt aus Verfahren und Strom: WIG bei 40 A verlangt Stufe 9 oder 10, MAG bei 200 A die Stufe 12. Jede Stufe halbiert die Lichtmenge, zwei Stufen sind also der Faktor vier. Den Wert für deinen Fall gibt der Schutzstufenrechner.
Die vier Zahlen
Sie stehen auf der Kassette und beschreiben ihre optische Güte. Eine schlechte Kassette ist nicht gefährlich, aber sie kostet Sicht: leichte Verzerrungen und ungleichmäßige Helligkeit führen dazu, dass man das Bad schlechter liest, näher herangeht und mehr Rauch einatmet. Deshalb ist die Optik keine Feinheit für Ästheten.
Was gut sein muss
Die Empfindlichkeit, damit die Kassette auch bei kleinem WIG-Strom sicher auslöst. Die Verzögerung, damit sie nach dem Erlöschen des Lichtbogens nicht sofort aufblendet, während das Bad noch glüht. Und die Helligkeit im hellen Zustand — Stufe 3 oder 4 —, weil man sonst zwischen zwei Nähten den Helm hochklappt und genau dabei geblendet wird.
| Kenngröße | Vertretbar | Gut |
|---|---|---|
| Schaltzeit | 1/10 000 s | 1/25 000 s und schneller |
| Lichtbogensensoren | 2 | 4 |
| Optische Klasse | 1/2/1/2 | 1/1/1/1 |
| Arbeitstemperatur | ab −5 °C | ab −10 °C |
Was der Helm nicht kann
Er schützt nicht die Lunge und nicht den Nacken. Für den Rauch braucht es Absaugung — siehe Schweißrauch und Absaugung —, für die Haut Kleidung, und für den Kopf von unten ein Tuch, weil UV auch reflektiert wird. Die vollständige Ausrüstung steht unter persönliche Schutzausrüstung.
Welche Schutzstufe für welche Arbeit — Beispiele
Werte aus derselben Tabelle, die der Rechner für die Schutzstufe nutzt (EN ISO 16321 / EN 169). Die Elektrodenströme sind die Bereichsmitte aus der Schweißstrom-Tabelle.
- E-Hand, 2,5er Elektrode, 85 A — Stufe 11.
- E-Hand, 3,2er Elektrode, 115 A — Stufe 11.
- E-Hand, 200 A — Stufe 12.
- MIG/MAG an Stahl, 150 A — Stufe 11; 250 A — Stufe 12.
- MIG an Aluminium, 200 A — Stufe 12: Der Bogen an Aluminium ist heller als an Stahl.
- WIG, 30 A (dünner Edelstahl) — Stufe 9; 80 A — Stufe 10; 150 A — Stufe 11.
- Fugenhobeln, 300 A — Stufe 12.
So liest man die Tabelle: Die Zahl ist ein Ausgangspunkt. Der Rechner zeigt auch ein Band von ±1 — heller, wenn das Bad nicht zu sehen ist, dunkler, wenn nach der Arbeit Nachbilder bleiben.
Der Schutzstufenbereich und Ihre Verfahren
Eine Kassette nach EN 379 trägt eine Kennzeichnung wie 4/9–13 … 1/1/1/2/379: 4 ist der Hellzustand, 9–13 der Dunkelbereich, dann Hersteller, die vier Ziffern der optischen Klasse und die Normnummer. Die Beispiele oben zeigen: 9–13 deckt E-Hand und MIG/MAG ab, aber nicht das feinste WIG — bei 15 A nennt die Tabelle Stufe 8. Wer dünne Bleche WIG-schweißt, braucht eine Kassette, deren Bereich bei 5 oder 8 beginnt.
Der Schleifmodus (Grind) hält den Filter hell, damit Funken vom Winkelschleifer ihn nicht ständig abdunkeln. Beim Schleifen gehört trotzdem eine Schutzbrille unter den Helm — die Vorsatzscheibe ersetzt keinen Schutz gegen Bruchstücke der Scheibe.
Empfindlichkeit und Verzögerung einstellen
- Empfindlichkeit höher beim WIG mit kleinem Strom: Der Bogen ist schwach, die Sensoren übersehen ihn sonst.
- Empfindlichkeit niedriger in der Halle, wenn nebenan andere schweißen: deren Bögen dunkeln Ihren Filter dann nicht ab.
- Kurze Verzögerung beim Heften — man sieht schneller, wo der nächste Heftpunkt hin soll.
- Längere Verzögerung bei hohem Strom: Das glühende Bad leuchtet nach dem Erlöschen des Bogens noch einen Moment nach.
Checkliste für den Kauf
- EN 175 auf der Schale und EN 379 auf der Kassette — ohne sie ist es keine Schutzausrüstung.
- Optische Klasse: je mehr Einsen, desto weniger ermüden die Augen. Für ganze Schichten 1/1/1/1 oder 1/1/1/2.
- Ein Schutzstufenbereich, der alle Ihre Verfahren und Ströme abdeckt.
- Vier Sensoren, wenn Sie in Zwangslage und in Ecken schweißen.
- Wechselbare Batterie zusätzlich zur Solarzelle.
- Vorsatzscheiben, die man tatsächlich nachkaufen kann — sie verschleißen zuerst.
- Gewicht und Kopfband: aufsetzen, ein paarmal nicken, prüfen, ob der Helm nicht von selbst herunterfällt.
- Für lange Stunden im Rauch eine Variante mit Gebläse (PAPR) — siehe Atemschutz.
So prüfen Sie den Helm vor der Arbeit
- Testtaste an der Kassette — der Filter muss sofort abdunkeln.
- Blick in eine helle Lampe im Hellzustand: Das Bild muss klar sein, ohne Schleier. Ein trübes Bild ist meist die verschlissene Vorsatzscheibe, nicht der Filter.
- Kopf drehen bei brennendem Bogen: Ändert sich die Tönung mit dem Winkel, ist die vierte Klassenziffer schwach.
- Erst kurz zünden, dann die lange Naht.
Typische Fehler
- „Je dunkler, desto sicherer.“ Ein zu dunkler Filter lässt Sie sich über das Bad beugen, mitten in den Rauch.
- Durch eine verpickelte Vorsatzscheibe arbeiten, statt sie für ein paar Euro zu tauschen.
- Den Helm im dunklen Schrank lagern — die Solarzelle lädt die Batterie nicht nach.
- Keine Brille unter dem Helm beim Schleifen und Schlackeklopfen.
- Ein Helfer ohne Schutz neben dem Bogen. Die Strahlung trifft jeden in Sichtlinie.
Häufige Fragen
Was bedeuten die vier Zahlen wie 1/1/1/2?
Optische Klasse, Streulicht, Homogenität und Blickwinkelabhängigkeit nach EN 379 — je kleiner, desto besser. 1/1/1/1 ist die beste Kombination; alles mit einer 3 darin ermüdet die Augen bei langer Arbeit spürbar.
Wie schnell muss die Kassette schalten?
Unter 0,1 ms bei Raumtemperatur. Wichtiger als die Werbezahl ist das Verhalten in der Kälte: viele Kassetten werden unter 5 °C deutlich langsamer, und genau dann wird draußen geschweißt.
Schützt der Helm auch ohne Verdunkelung?
Ja, gegen UV und IR schützt die Kassette dauerhaft, auch im hellen Zustand — dafür sorgen die fest eingebauten Filterschichten. Versagt die Elektronik, bekommst du also Blendung, aber keine Verbrennung der Hornhaut.
Welcher Schutzstufenbereich: 9–13 oder 5–13?
Für E-Hand und MIG/MAG reicht 9–13: selbst eine 2,5er Elektrode bei 85 A braucht Stufe 11. WIG mit kleinem Strom verlangt einen breiteren Bereich — bei 15 A nennt die Tabelle Stufe 8, bei 30 A Stufe 9.
Was bedeutet 4/9–13 auf der Kassette?
4 ist die Schutzstufe im Hellzustand, 9–13 der Bereich, den man zum Schweißen einstellt. Danach folgen Herstellerzeichen, die vier Ziffern der optischen Klasse (etwa 1/1/1/2) und die Normnummer EN 379.
Schützt der Schweißhelm beim Schleifen?
Der Schleifmodus hält den Filter hell, die Schale schützt das Gesicht vor Funken. Darunter trotzdem eine Schutzbrille tragen: Bei hochgeklapptem Helm oder gesprungener Scheibe fliegt ein Bruchstück der Trennscheibe direkt ins Auge.
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