Das Schweißgerät auswählen

Vier Zahlen entscheiden über den Kauf, und keine davon ist die große Zahl auf dem Karton.

Die Einschaltdauer über zehn Minuten: ein Balken aus sechs Minuten Schweißen und vier Minuten Abkühlen bei 60 %, daneben ein durchgehender Balken bei 100 %
60 % Einschaltdauer heißt nicht «60 % der Leistung», sondern sechs Minuten Lichtbogen je zehn. Weniger Strom, und der Balken wird länger.

Höchststrom

Er folgt aus der dicksten Naht, die du einlagig schweißen willst — rund 40 A je Millimeter. Ein 200-A-Gerät deckt fast alles ab, was in einer Werkstatt vorkommt. Was darüber angeboten wird, braucht meistens einen Drehstromanschluss, den der Raum nicht hat.

Einschaltdauer

Die Zahl, die den Alltag bestimmt. «200 A» heißt in der Regel 200 A bei 20 % Einschaltdauer, also zwei Minuten von zehn. Vergleichbar sind Geräte über den Strom bei 60 %, und der steht auf dem Leistungsschild. Nachrechnen lässt sich das mit dem Rechner für Einschaltdauer und Absicherung.

Netzanschluss

Der Netzstrom ist nicht der Schweißstrom: 160 A bei 230 V bedeuten 25 bis 30 A auf der Netzseite. Dazu kommt der Einschaltstrom, der eine B-Kennlinie auslöst. Wer keine C-Sicherung hat, kauft entweder ein kleineres Gerät oder lässt die Absicherung ändern.

Was die Lichtbogenregelung hergibt

Hot Start, Arc Force und Anti-Stick beim E-Hand; Impulsbetrieb und Einstellbarkeit der Drossel beim MAG; Hochfrequenzzündung, Balance und Slope beim WIG. Das sind die Funktionen, die den Unterschied zwischen «geht» und «geht gut» ausmachen, und sie tauchen im Datenblatt oft nur als Kürzel auf.

Was niemand fotografiert

Leitungen mit ausreichendem Querschnitt, eine Masseklemme, die wirklich klemmt, und beim Kombigerät ein Drahtvorschub mit vier angetriebenen Rollen und richtigen Nutformen. Diese Teile bestimmen, wie viele der Probleme entstehen, die man später dem Gerät zuschreibt — siehe Kabelquerschnitt.

Häufige Fragen

Wie viel Ampere brauche ich?

Grob 40 A je Millimeter der dicksten einlagig geschweißten Naht. Bis 5 mm reicht ein Gerät mit 160 A, für Stahlbau mit 10 mm eher 200 A. Mehr zu kaufen, als der Anschluss hergibt, bringt nichts.

Woran erkenne ich ein schlechtes Gerät?

An dem, was nicht auf dem Karton steht: die Einschaltdauer bei 60 % statt bei 20, die Leitungsquerschnitte, die Masseklemme und beim Kombigerät der Drahtvorschub. Genau diese Teile entscheiden darüber, wie sich das Gerät anfühlt — und genau sie werden eingespart.

Lohnt ein Kombigerät?

Wenn du wirklich alle drei Verfahren brauchst, ja. Aber ein Kombigerät ist in jedem einzelnen Verfahren schwächer als ein spezialisiertes derselben Preisklasse, und der WIG-Teil ist es fast immer, der Abstriche bekommt.

Autor: Schweißer Aktualisiert: