Der MIG/MAG-Brenner
Fast jede Störung beim Schutzgasschweißen sitzt in den vier Teilen, die zusammen keine zwanzig Euro kosten — und die man nur im Schnitt richtig versteht.

Die Stromdüse
Sie überträgt den Strom auf den Draht, und das tut sie über eine Bohrung, die sich beim Durchlaufen oval schleift. Eine ovale Bohrung heißt wechselnder Kontakt, also ein stotternder Lichtbogen bei völlig normal laufendem Draht. Das ist das häufigste Symptom im ganzen Verfahren und die billigste Reparatur.
Der Durchmesser muss zum Draht passen: 1,0 mm Draht in einer 1,2er Düse tanzt. Für Aluminium wird eine Nummer größer gewählt, weil sich der Draht beim Erwärmen ausdehnt.
Die Drahtführung
Sie führt den Draht vom Vorschub bis zur Stromdüse. Stahlspirale für Stahl, PTFE oder Graphit für Aluminium und für Fülldraht. Sie muss auf Länge geschnitten sein: eine zu kurze lässt einen Spalt vor der Stromdüse, in dem sich der Draht aufstellt. Und sie setzt sich mit Abrieb zu — Ausblasen mit Druckluft gehört zur Routine.
Gasdüse und Gasverteiler
Die Gasdüse formt die Strömung, der Verteiler dahinter verteilt sie gleichmäßig. Ein zugesetzter Verteiler erzeugt Poren, die man vergeblich am Durchflussmesser sucht: die eingestellte Menge stimmt, aber sie kommt verwirbelt heraus. Beide gehören regelmäßig gereinigt und nicht nur die Düse.
Das Schlauchpaket
Es soll möglichst gerade liegen. Jede enge Schlaufe erhöht die Reibung, und Reibung ist beim Drahtvorschub der Anfang aller Probleme — siehe Probleme mit dem Drahtvorschub. Ein aufgewickeltes Paket neben dem Gerät ist bequem und kostet Prozente an Zuverlässigkeit.
Häufige Fragen
Wie oft wechselt man die Stromdüse?
Nach Gefühl und nach Symptom, nicht nach Kalender: bei Massivdraht grob alle 5 bis 10 kg Draht, bei Aluminium früher. Sicheres Zeichen ist ein stotternder Lichtbogen bei normal laufendem Draht.
Welche Drahtführung für Aluminium?
PTFE oder Graphit, nie Stahlspirale. Der weiche Draht schabt sich an Stahl auf, und die Späne verstopfen die Führung. Dazu U-Nut-Rollen und möglichst wenig Rollendruck.
Warum brennt die Gasdüse zu?
Weil Spritzer daran hängenbleiben. Trennmittel hilft, aber die eigentliche Ursache sind meist die Einstellungen: zu viel CO₂, falsches Verhältnis von Spannung und Vorschub oder eine verschlissene Stromdüse.
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