Schutzgasverbrauch und Flaschenreichweite

Wie viel Gas eine Arbeit verbraucht, wie lange die Flasche reicht und was das Gas je Naht kostet. Aus Durchflussmenge, Lichtbogenzeit und Flaschendruck.

MIG/MAG 10–16, WIG 6–12
Nur brennender Lichtbogen, Pausen zählen nicht

Inhalt aus dem Druck

Das Manometer zeigt den Druck, nicht die Menge. Multipliziert mit dem Wasserinhalt der Flasche ergibt sich das entspannte Volumen: 50 l bei 200 bar sind 10 m³. Bei Mischgasen gilt das mit guter Näherung, bei CO₂ nicht — dort steht flüssiges Gas in der Flasche, der Druck bleibt lange konstant und fällt erst am Ende. Eine CO₂-Flasche wiegt man deshalb, statt sie abzulesen.

Sparen ohne Poren

Der größte Posten ist nicht die eingestellte Menge, sondern die Zeit, in der Gas ohne Lichtbogen strömt. Vorströmzeit kürzen, Nachströmzeit an den Bedarf anpassen — eine Sekunde je 10 A reicht beim WIG —, und den Schlauch nicht unter Druck stehen lassen. Die eingestellte Menge selbst herunterzudrehen ist der falsche Hebel: die Grenze nach unten setzt die Gasauswahl, und darunter beginnen die Poren.

Zugluft

Ein offenes Tor kostet mehr Gas als jede Einstellung. Bei Zug wird nicht die Menge erhöht, sondern eine Abschirmung gestellt: mehr Durchfluss verwirbelt die Strömung und zieht zusätzlich Luft an — der Effekt ist gegenläufig zur Absicht.

Häufige Fragen

Wie viel Gas ist in einer 20-Liter-Flasche?

Der Inhalt in Litern mal dem Druck in bar: 20 l bei 200 bar sind rund 4000 l entspanntes Gas, also 4 m³. Bei 12 l/min reicht das für gut fünfeinhalb Stunden Lichtbogenzeit — nicht für fünfeinhalb Stunden Arbeit.

Warum ist der Verbrauch höher als gerechnet?

Wegen der Vorströmzeit, der Nachströmzeit und des Stoßes beim Zünden, der beim Öffnen des Ventils durch den Schlauch schießt. Bei vielen kurzen Nähten geht dafür mehr weg als beim Schweißen selbst — deshalb lohnt bei Heftarbeit eine kürzere Vorströmzeit.

Bis zu welchem Restdruck kann man die Flasche fahren?

Bis etwa 10 bar. Darunter wird der Druck am Ventil instabil und die Menge schwankt, und ganz leer soll die Flasche wegen der Feuchtigkeit nicht werden. Der Rest ist bezahlt und bleibt drin.

Autor: Schweißer Aktualisiert: