Das Schutzgas auswählen

Verfahren, Werkstoff und Dicke bestimmen das Gemisch, seine Bezeichnung nach EN ISO 14175, die Durchflussmenge und den Düsendurchmesser.

Drei Nahtquerschnitte nebeneinander bei 8, 18–25 und 100 % CO₂: Fingereinbrand, Schaleneinbrand und breiter tiefer Einbrand
Dieselbe Einstellung, drei verschiedene Schmelzbäder: das Gas wählt man nach der Einbrandform, nicht nach dem Flaschenpreis.

Was das Gas leistet

Zuerst hält es die Luft vom Schmelzbad fern — Sauerstoff und Stickstoff erzeugen sonst Poren und Sprödigkeit. Zweitens formt es den Lichtbogen: die Wärmeleitfähigkeit des Gases entscheidet über die Form des Einbrands. Drittens beeinflusst der aktive Anteil die Metallurgie der Naht, und das ist der Grund, warum die Gasfrage bei Edelstahl keine Kostenfrage ist.

Die Durchflussmenge

Ein grober Anhalt sind zehn bis zwölf Liter je Minute für MIG/MAG und sechs bis zwölf für WIG, angepasst an Düsendurchmesser und Zugluft. Mehr ist nicht besser: ab einer bestimmten Menge wird die Strömung verwirbelt und zieht Luft mit ein, sodass ausgerechnet die höchste Einstellung Poren erzeugt. Wie lange die Flasche reicht, rechnet der Gasverbrauch aus.

Draußen

Rund 2 m/s Wind räumen den Gasschutz ab, und das ist ein leichter Zug. Entweder eine Abschirmung aufstellen oder das Verfahren wechseln — auf E-Hand oder selbstschützenden Fülldraht, die ihren Schutz im Zusatzwerkstoff mitbringen.

Häufige Fragen

Was ändert der CO₂-Anteil?

Einbrand und Ruhe des Lichtbogens, gegenläufig. Mehr CO₂ heißt tieferer, breiterer Einbrand und mehr Spritzer; weniger CO₂ heißt eine glattere Nahtoberfläche und einen ruhigeren Sprühlichtbogen. M21 mit 18 % ist der übliche Kompromiss für Baustahl.

Kann ich Edelstahl mit M21 schweißen?

Besser nicht. Der Kohlenstoff aus dem CO₂ geht ins Schweißgut und senkt die Korrosionsbeständigkeit — genau die Eigenschaft, für die der Werkstoff gekauft wurde. Für Edelstahl gehört ein Gemisch mit höchstens 2 bis 3 % Aktivanteil in die Flasche.

Warum reines Argon beim WIG und beim Aluminium-MIG?

Weil jeder aktive Anteil beim WIG das Wolfram abbrennt und beim Aluminium die Oxidhaut verstärkt statt sie zu entfernen. Beim Aluminium kommt hinzu, dass Helium die Wärme in dickes Material bringt — deshalb Argon-Helium und nie ein Gemisch mit CO₂.

Autor: Schweißer Aktualisiert: