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Prüfprotokoll Sichtprüfung

Ein VT-Blatt nach EN ISO 17637 mit fertiger Grenzwerttabelle: Bewertungsgruppe, Nahtart und Dicke angeben — der Generator trägt für jede Unregelmäßigkeit den zulässigen Wert nach ISO 5817 ein und lässt Spalten für Messwert und Bewertung frei. Es lädt sich als Tabelle herunter.

Kurze Antwort

Die Sichtprüfung durchläuft jede Naht — die übrigen Verfahren werden stichprobenweise angewandt. ISO 17637 legt die Bedingungen fest: mindestens 350 lx an der Oberfläche, das Auge höchstens 600 mm entfernt, der Winkel nicht unter 30°. Die Grenzwerte gibt ISO 5817 nach der Bewertungsgruppe aus der Projektunterlage. Der Generator darunter baut das Protokoll mit der Grenzwerttabelle für deine Dicke.

Für Nahtüberhöhung und Wurzelüberhöhung nötig

Was die Sichtprüfung sieht und was nicht

Das Auge findet nur, was an die Oberfläche tritt: Einbrandkerbe, Nahtüberhöhung, Wurzelrückfall, Kantenversatz, Poren, Risse an Decklage und Wurzel. Bindefehler und fehlende Durchschweißung im Nahtinneren sieht es nicht — dafür braucht es Durchstrahlung, Ultraschall oder ein anderes volumetrisches Verfahren. Trotzdem stehen diese Positionen in der Protokolltabelle, und das ist kein Fehler: die Tabelle führt die Zulässigkeitsgrenzen nach ISO 5817 auf, nicht die Liste des mit dem Auge Erkennbaren. Bei einseitiger Naht mit Zugang zur Wurzel ist fehlende Durchschweißung sehr wohl sichtbar.

Die Bewertungsgruppe legst nicht du fest

Die Bewertungsgruppe stammt aus der Projektunterlage, nicht aus dem Ermessen des Prüfers. Nach EN 1090-2 folgt sie aus der Ausführungsklasse: EXC1 — D, EXC2 — C, EXC3 — B. Nennen die Unterlagen keine Klasse, ist bei tragendem Stahlbau meist EXC2 gemeint — bestätigen muss das aber die schweißaufsichtsführende Person und nicht die mit der Lupe.

Was einzutragen ist, damit das Protokoll anerkannt wird

Die leeren Zeilen sind keine Formsache. Nahtnummer und Zeichnungsbezug binden das Protokoll an das Bauteil, der WPS-Bezug an das Verfahren, der Schweißerstempel an eine Person. Ohne diese Kette bezieht sich ein Eintrag „zulässig“ auf nichts Bestimmtes und trägt später nichts.

Auch die Prüfbedingungen werden festgehalten: Beleuchtung, Abstand und Winkel sind Forderungen der Norm, und wurden sie nicht eingehalten, gilt das Ergebnis nicht als nach ISO 17637 erhalten.

Häufige Fragen

Welche Bewertungsgruppe soll ich wählen?

Keine — sie wird nicht gewählt. Sie steht in der Projektunterlage und folgt nach EN 1090-2 aus der Ausführungsklasse: EXC1 ergibt D, EXC2 ergibt C, EXC3 ergibt B. Der Prüfer wendet sie an, er legt sie nicht fest.

Warum stehen Bindefehler und fehlende Durchschweißung in der Tabelle, wenn VT sie nicht sieht?

Weil es eine Aufstellung der Zulässigkeitsgrenzen nach ISO 5817 ist und keine Liste des Sichtbaren. Ein Teil davon verlangt tatsächlich volumetrische Prüfung, ein Teil ist sichtbar: bei einseitiger Naht mit Wurzelzugang zeigt sich die fehlende Durchschweißung unmittelbar in der Wurzel.

Braucht der Prüfer ein Zertifikat?

ISO 17637 verlangt geschultes Personal; eine bestimmte Stufe nach EN ISO 9712 verlangen der Auftraggeber oder die angewandte Norm. Für Bauteile nach EN 1090 stellt diese Norm zusammen mit der Auftragsspezifikation die Anforderungen an das Personal.

Der Messwert liegt über dem Grenzwert — was nun?

Die Abweichung festhalten und innehalten. Über Instandsetzung oder Ausschuss entscheidet die schweißaufsichtsführende Person nach einer freigegebenen Reparaturanweisung. Der Prüfer misst und dokumentiert, verfügt aber nicht über die Naht.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert: