Bereiche

Seitenübersicht →

DE

Stückliste für ein Bauteil

Trage die Positionen ein: Walzprofile werden aus dem EN-Katalog gewählt, alles Übrige nach Maßen angegeben. Die Stückliste gibt die Masse jeder Position und die Summe — ohne Zuschlag, mit Verschnittzuschlag und in Geld, wenn du einen Stahlpreis einträgst. Die Tabelle lässt sich herunterladen und der Bestellung beilegen.

Kurze Antwort

Der Gewichtsrechner behandelt ein Profil, bestellt wird aber das ganze Bauteil. Die Stückliste fasst die Positionen zusammen: Katalogprofile kommen aus den EN-Tabellen mit Kilogramm je Meter, unübliche Positionen werden aus dem Querschnitt gerechnet, der Verschnittzuschlag kommt dazu und die Summe wird mit dem Preis multipliziert. Den Schweißanteil — Zusatzwerkstoff, Zeit und Gas — liefert getrennt das Nahtverzeichnis.

Bei 0 werden keine Kosten gerechnet

Walzprofile aus dem Katalog

Nr. Profil Länge, mm Stück
1
2
3
4

Nach Maßen

Nr. Form a, mm b, mm Wand, mm Länge, mm Stück
5
6
7

Beim Rechteckrohr werden a, b und die Wand angegeben; beim Rundrohr der Außendurchmesser im Feld a und die Wand; bei Blech und Flachstahl die Dicke in a und die Breite in b; beim Rundstahl der Durchmesser in a.

Woher die Massen kommen

Die Kilogramm je Meter für Träger, U-Profile und Winkel stammen aus demselben EN-Katalog, den auch die Profilgewichtstabelle zeigt: 136 Einträge, und keine zweite Kopie dieser Zahlen. Alles, was der Katalog nicht führt — Rechteckrohr, Rundrohr, Blech, Flach- und Rundstahl —, wird aus der Querschnittsfläche mit derselben Funktion gerechnet wie im Metallgewichtsrechner.

Deshalb stimmt die Masse einer Position hier mit dem überein, was der einzelne Rechner auf der Nachbarseite liefert: es gibt nichts, worin sie auseinanderlaufen könnten.

Was die Stückliste weglässt

Den Schweißanteil: Zusatzwerkstoff, Lichtbogenzeit und Gas rechnet das Nahtverzeichnis, und sie hier zu wiederholen hieße, zwei Antworten auf eine Frage zu haben. Den wirklichen Verschnitt: der Zuschlag ist ein fester Prozentsatz, und wie viel tatsächlich anfällt, zeigt die Aufteilung der Teile auf Stangen — eine eigene Rechnung. Und den Lohn: die Stückliste rechnet Material, nicht Arbeit.

Anzeige

Wie man damit arbeitet

Sieben Positionen — vier aus dem Katalog, drei nach Maßen. Für eine Baugruppe reicht das; ein ganzes Bauteil teilt man ohnehin meist in Baugruppen, denn so wird es gebaut und so abgenommen.

Die 5 % Voreinstellung passt zum geraden Ablängen. Sind die Teile kurz und kommen aus Sechs-Meter-Stangen, ist der wirkliche Verschnitt oft doppelt so hoch, und dann legt man die Teile besser auf die Stangen, statt einen Prozentsatz zu raten.

Beispiel: Rahmen einer Bühne

Ein Rahmen aus zwei Trägern, Querträgern, Verbänden, Stützen und Fußplatten. Eingaben:

Nr.PositionLänge, mmStk.Masse aus
1IPE 20030002Katalog: 22,4 kg/m
2UPN 12015003Katalog: 13,4 kg/m
3L 50×50×58004Katalog: 3,77 kg/m
4Vierkantrohr 80×80×412004Querschnitt 1216 mm²
5Blech 10×2002004Querschnitt 2000 mm²

Die Stückliste liefert: IPE — 67,20 kg je Stück und 134,40 kg gesamt; UPN — 20,10 und 60,30 kg; Winkel — 3,02 und 12,06 kg; Vierkantrohr — 11,45 und 45,82 kg; Bleche — 3,14 und 12,56 kg. Netto 265,14 kg, mit 5 % Zuschlag 278,40 kg. Mit einem Preis je Kilogramm multipliziert die Stückliste ihn mit der Bruttomasse.

Woher die Zahlen für Position 4 und 5 kommen. Vierkantrohr: 80·80 − 72·72 = 1216 mm² (Ecken scharfkantig gerechnet — echte Eckradien verringern den Querschnitt um einige Prozent, die gerechnete Masse liegt also leicht über der tatsächlichen). Blech: 10 · 200 = 2000 mm². Masse = Querschnitt × Länge × 7,85 g/cm³. Katalogträger nehmen die Masse aus der Tabelle, weil sich der Querschnitt eines I-Profils nicht aus den Außenmaßen berechnen lässt.

Netto, Zuschlag und Brutto richtig lesen

Netto ist die Masse der Teile nach dem Sägen — so viel wiegt der Rahmen ohne Nähte. Der Zuschlag deckt Sägeschnitt, Endenbeschnitt und Reste, die nicht verwendbar sind. Brutto ist, was gekauft werden muss. Der Prozentsatz ist eine Näherung, und in diesem Beispiel liegt er weit zu niedrig: Zwei Träger à 3000 mm passen nicht in eine 6000-mm-Stange, weil zu jedem Teil 3 mm Schnittbreite kommen (der Zuschnittplan rechnet sie auch für das Besäumen des Stangenendes) — nötig sind zwei Stangen mit je 2997 mm Rest. Vier Winkel à 800 mm belegen 3212 mm einer Stange, 2788 mm bleiben übrig. Gehen diese Reste nicht in einen anderen Auftrag, sind sie Verschnitt und werden mitbezahlt. Den echten Verschnitt je Profil zeigt der Zuschnittplan.

Von der Stückliste zur Bestellung beim Stahlhändler

  1. Positionen nach Profil und Stahlsorte gruppieren — der Händler liefert Stangen, keine Teile.
  2. Für jedes Profil die Stangen im Zuschnittplan zählen (Handelslänge, meist 6 oder 12 m, und Schnittbreite).
  3. Stahlsorte und geforderte Prüfbescheinigung aus der Zeichnung eintragen (z. B. Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204) — die Masse allein reicht zum Bestellen nicht.
  4. Masse laut Rechnung mit dem Brutto der Stückliste vergleichen: wenige Prozent sind Walztoleranz, mehr deutet auf ein anderes Profil oder eine andere Länge.

Die Masse eines einzelnen Profils prüfst du in der Profiltabelle oder im Metallgewichtsrechner; den Schweißteil der Kalkulation — Zusatzwerkstoff, Zeit und Gas — rechnet das Nahtverzeichnis.

Typische Fehler in der Stückliste

  • Länge in Metern. Das Feld erwartet Millimeter: „3“ statt „3000“ ergibt einen Träger mit 67 g.
  • Blechmaße mit der Länge vertauscht. Beim Blech sind a und b Dicke und Breite, die Länge kommt extra. Breite und Länge zu tauschen ändert nichts, Dicke und Breite zu tauschen schon.
  • Vierkantrohr als Rundrohr gerechnet. Ein Rohr Ø 80×4 und ein Vierkantrohr 80×80×4 unterscheiden sich in der Masse um etwa 20 %.
  • Ein Zuschlag für alles. Lange Träger mit halber Stangenlänge und kurze Winkel haben völlig verschiedenen Verschnitt.
  • Keine Stahlsorte. S235 und S355 wiegen gleich, sind aber verschiedene Positionen auf Rechnung und Abnahmeunterlagen.

Häufige Fragen

Warum wählt man Walzprofile aus einer Liste statt sie zu bemaßen?

Weil die Masse eines Trägers nicht aus den Außenmaßen folgt: er hat Ausrundungen am Übergang vom Steg zum Flansch, und eine Rechnung „aus Rechtecken“ liegt um mehrere Prozent daneben. Im Katalog steht die Nennmasse aus der Norm, und die wird genommen.

Stimmt die Masse mit der Rechnung des Händlers überein?

Nicht zwangsläufig. Die Stückliste führt die Nennmasse nach Norm, der Händler rechnet nach Zeugnis oder gewogener Charge ab; die Walztoleranzen legen üblicherweise 1–4 % dazwischen. Für Bestellung und Angebot genügt die Nennmasse, für die Rechnungsprüfung nicht.

Welchen Zuschlag soll ich nehmen?

Das hängt davon ab, wie du schneidest. Beim Ablängen von langen Stangen reichen 3–5 %. Sind es viele kurze Teile, entscheidet nicht ein Prozentsatz über den Verschnitt, sondern wie sie auf einer Sechs-Meter-Stange liegen — dann verdeckt der Prozentsatz nur das Nichtwissen.

Warum enthalten die Kosten nur den Werkstoff?

Weil die andere Hälfte der Kalkulation das Schweißen ist und im Nahtverzeichnis bereits gerechnet wurde: Zusatzwerkstoff, Lichtbogenzeit und Gas. Zusammengeführt wird beides in der Kalkulation, gerechnet aber mit zwei getrennten Werkzeugen; sonst entsteht dieselbe Zahl auf zwei Wegen und läuft eines Tages auseinander.

Wie rechne ich ein Blech mit Bohrungen und Ausschnitten?

Für die Bestellung als volles Rechteck: So viel Blech kaufst du, so viel kommt unter Brenner oder Laser, die Ausschnitte sind Verschnitt. Für die Masse des fertigen Teils (Transport, Nachweis) ziehst du die Lochflächen ab: Eine Bohrung Ø 22 in 10 mm Blech sind etwa 0,03 kg — bei ein paar Löchern vernachlässigbar, bei großen Ausschnitten nicht.

Rechnet man die Schweißnähte zur Masse der Konstruktion?

Ja, wenn du die Masse des fertigen Teils willst — aber nicht in dieser Stückliste. Das Schweißgut rechnet das Nahtverzeichnis; addiere es zur Netto-Stahlmasse. Im Vergleich zum Stahl ist es meist wenig, aber in der Kalkulation sind Zusatzwerkstoff und Gas eigene Kostenposten.

Wie komme ich von Kilogramm zur Zahl der Stangen?

Kilogramm sagen nicht, wie viele Stangen du kaufen musst: Zwei Träger à 3,5 m sind zwei Sechs-Meter-Stangen, nicht „7 m“. Die Teillängen eines Profils in den Zuschnittplan eintragen — er zählt die Stangen und den echten Verschnitt, danach kannst du den Zuschlag hier korrigieren.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert:

Anzeige