Elektrodenverbrauch einer Naht
Wie viele Kilogramm und wie viele Stück eine Verbindung verlangt. Gerechnet wird über den Nahtquerschnitt, das Schweißgut und den Verlustfaktor — nicht nach Gefühl, denn nach Gefühl fehlt am Freitag das Paket.

Der Rechenweg
Zuerst der Querschnitt der Naht: bei der Kehlnaht z² / 2, bei der
V-Naht die Fläche des Keils plus der Spalt, jeweils zuzüglich 10 % für die
Überhöhung. Der Querschnitt mal Länge mal Dichte des Stahls ergibt die Masse des
Schweißguts. Die Masse der Elektroden ist dann das Schweißgut mal dem
Verlustfaktor.
Nur der letzte Schritt trennt eine brauchbare Schätzung von einer falschen. Wer den Faktor weglässt, bestellt ein Drittel zu wenig.
Den Faktor wählen
1,5 gilt für sorgfältige Werkstattarbeit in der Wanne, 1,6 für den Alltag, 1,7 für die Baustelle mit Zwangslagen und 1,8, wenn viel angeschliffen und viel neu gezündet wird. Bei kurzen Nähten steigt der Faktor immer: der Stummel bleibt gleich lang, egal wie kurz die Naht war.
Was daneben zählt
Für die Kalkulation reicht die Masse allein nicht — dafür gibt es die Kosten je Meter Naht, wo Arbeitszeit und Strom dazukommen. Wenn dich nur die Anzahl der Lagen interessiert, ist die Schweißgutmenge der kürzere Weg.
Häufige Fragen
Warum ist der Verlustfaktor so groß?
Weil von einer Stabelektrode nur ein Teil in der Naht landet. Der Stummel im Halter, die Umhüllung, die Spritzer und das Anschleifen fressen zusammen 35 bis 45 %. Deshalb steht im Rechner ein Faktor von 1,5 bis 1,8 und nicht 1,0.
Wie viele Elektroden sind in einem Kilogramm?
Das hängt vom Durchmesser ab: bei 2,5 mm × 350 mm rund 55 Stück je Kilogramm, bei 3,2 mm × 350 mm etwa 33, bei 4 mm × 450 mm etwa 15. Der Rechner nimmt den gewählten Durchmesser und die Länge.
Rechne ich Heftstellen mit?
Getrennt nicht nötig — sie verschwinden im Verlustfaktor, solange es normale Heftnähte sind. Wird ein Bauteil dagegen dicht geheftet, weil es sonst zieht, gib die Heftlänge einfach als eigene Naht ein.
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