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Nahtverzeichnis für ein Bauteil

Trage die Nähte des Bauteils zeilenweise ein — Art, Maß, Länge und Stückzahl —, und das Verzeichnis gibt zu jeder die Maßangabe nach ISO 2553, den Querschnitt und das Schweißgut und bildet unten die Summen: Gesamtlänge, Zusatzwerkstoff, Lichtbogenzeit und Gas. Die Tabelle lässt sich herunterladen und der Zeichnung beilegen.

Kurze Antwort

Der Schweißgut-Rechner behandelt eine Naht, bestellt wird der Werkstoff aber für das ganze Bauteil. Das Verzeichnis fasst alle Nahtpositionen auf einmal: zu jeder die Maßangabe nach ISO 2553, den Querschnitt und das Schweißgut, am Ende die Summen für Länge, Zusatzwerkstoff, Lichtbogenzeit und Gas. Das sind Zahlen für Bestellung und Angebot, nicht für die Vorgabezeit.

Nr. Nahtart Maß, mm Nahtlänge, mm Stück
1
2
3
4
5

Maß — Schenkel z bei der Kehlnaht, Blechdicke t bei der Stumpfnaht.

Woher die Zahlen kommen

Das Verzeichnis rechnet nichts Eigenes. Den Nahtquerschnitt rechnet dieselbe Funktion wie der Schweißgut-Rechner und die Kostenrechnung; die Vorbereitung der Stumpfnaht kommt aus derselben Routine wie der Rechner zur Nahtvorbereitung und der pWPS-Generator; die Kennwerte für Abschmelzleistung, Geschwindigkeit und Gas stammen aus demselben Satz, mit dem die Schweißkostenrechnung arbeitet. Das Verzeichnis fügt genau eines hinzu — es bringt mehrere verschiedene Nähte eines Bauteils in eine nummerierte Tabelle.

Darin liegt der Nutzen: Die Zahlen hier können von denen der einzelnen Rechner auf den Nachbarseiten nicht abweichen.

Was das Verzeichnis nicht leistet

Es setzt keine Vorgabezeit: die Lichtbogenzeit ist die Brenndauer des Lichtbogens, nicht die Zeit am Bauteil. Es rechnet keine Teildurchschweißung: deren rechnerische Nahtdicke legt die Konstruktion fest, und sie aus der Dicke abzuleiten hieße, dem Konstrukteur die Entscheidung abzunehmen. Es ersetzt die Zeichnung nicht: die Positionen werden in der Reihenfolge der Eingabe nummeriert, und die Zuordnung zur Naht trägst du selbst ein — dafür steht im Blatt die Zeile „Zeichnung“.

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Wie man damit arbeitet

Fünf Zeilen reichen: eine Bauteilzeichnung führt meist drei oder vier verschiedene Nahtpositionen, Wiederholungen gibt man als Stückzahl an. Sind es mehr, teile das Bauteil in Baugruppen — so wird es ohnehin abgenommen.

Bestellt wird nach der Zeile „Zusatzwerkstoff“ und nicht nach dem Schweißgut: der Unterschied zwischen beiden ist genau der Verlust durch Endstücke, Spritzer und Abbrand, und der Prozesskennwert hat ihn bereits berücksichtigt.

Beispiel: Konsole mit drei Nahtarten

Eine Konsole, geschweißt mit Prozess 135, Zugang von einer Seite. Die Zeichnung hat drei Nahtpositionen:

Nr.ArtMaß, mmLänge, mmAnzahl
1Kehlnaht (Rippen an Blech)z = 63004
2Kehlnaht (Laschen)z = 41208
3Stumpfnaht, durchgeschweißtt = 102002

Das Verzeichnis liefert:

Nr.BezeichnungGesamt, mmQuerschnitt, mm²Schweißgut, kg
1a4,2 (z6)1200200,187
2a2,8 (z4)96090,066
3durchgeschweißt400630,199
Summe2560—0,452

In der Zusammenfassung: 2,56 m Naht, 0,452 kg Schweißgut, 0,486 kg Drahtverbrauch (Schweißgut geteilt durch den Faktor 0,93 für MAG), 0,14 h Lichtbogenzeit und rund 110 l Gas. Die Stumpfnaht macht 16 % der Länge, aber 44 % des Schweißguts aus — der Querschnitt einer V-Naht an 10 mm (Winkel 50–60°, Spalt 1–3 mm, Steg 1–2 mm, jeweils Bereichsmitte) ist mehr als dreimal so groß wie der einer Kehlnaht z6. Deshalb rechnet man bei der Kalkulation mit Nahtquerschnitten, nicht mit Nahtmetern.

Kehlnaht: warum jeder Millimeter Schenkel Geld kostet

Der Kehlnahtquerschnitt wächst mit dem Quadrat des Schenkels z: z4 sind 8,8 mm², z6 sind 19,8 mm² (inklusive 10 % Überhöhung). Ein Schweißer, der „sicherheitshalber“ z6 statt des vorgegebenen z5 legt, verbraucht an dieser Naht 44 % mehr Zusatzwerkstoff (36 gegenüber 25) und verlängert die Lichtbogenzeit im gleichen Maß — die Tragfähigkeit kommt aber aus a, nicht aus dem Überschuss. Das vorgegebene Maß prüfst du mit dem Kehlnahtrechner; a und z hängen über √2 zusammen (a = z / 1,41).

In der Zeichnung steht meist a, in der Werkstatt misst man z. Das Verzeichnis zeigt beides, damit niemand im Kopf umrechnen muss: „a4,2 (z6)“ heißt, du prüfst mit der Lehre einen Schenkel von 6 mm.

Nähte nummerieren und mit der Zeichnung verknüpfen

  1. Jede Nahtposition in der Zeichnung bekommt eine Nummer — dieselbe wie in der ersten Spalte des Verzeichnisses.
  2. Nähte gleichen Maßes in verschiedenen Baugruppen trennen, wenn sie getrennt abgenommen oder nach einer anderen WPS geschweißt werden.
  3. WPS-Nummer in den Kopf des Verzeichnisses schreiben — bei mehreren WPS je ein eigenes Verzeichnis.
  4. Dieselbe Nahtnummer ins Sichtprüfprotokoll und ins Schweißerverzeichnis übernehmen: Darüber findet der Abnehmer, wer welche Naht womit geschweißt hat.

Den Werkstoff für das Teil selbst — Bleche und Profile — rechnet die Stückliste, die vollen Schweißkosten mit Lohn und Energie die Schweißkostenkalkulation. Für eine einzelne Naht zeigt der Schweißgutrechner die Einzelheiten.

Typische Fehler im Nahtverzeichnis

  • Anzahl statt Gesamtlänge. „4 Nähte à 300“ und „1200 mm“ sind dasselbe; der Fehler beginnt, wenn jemand 1200 und Anzahl 4 einträgt.
  • a-Maß im Feld für den Schenkel z. Das Maßfeld der Kehlnaht erwartet z. Wer a einträgt, halbiert den Querschnitt.
  • Doppelkehlnaht als eine Naht. Eine beidseitige Kehlnaht sind zwei Nähte: Anzahl mal zwei.
  • Draht nach Schweißgut bestellen. Bestellt wird nach Zusatzwerkstoffverbrauch; die Differenz sind die Prozessverluste.
  • Lichtbogenzeit als Arbeitszeitvorgabe. Das ist reine Brennzeit; Heften, Zusammenbau und Reinigen kommen dazu.

Häufige Fragen

Warum stehen in der Angabe zwei Zahlen, a und z?

Weil es verschiedene Maße derselben Naht sind. a ist die rechnerische Nahtdicke, vom Konstrukteur festgelegt, und sie steht in der Angabe nach ISO 2553. z ist der Schenkel, in der Werkstatt mit der Lehre gemessen. Der Zusammenhang ist einfach: a = z / √2, also rund 0,7 des Schenkels. Das Verzeichnis druckt beide, damit das eine nicht für das andere genommen wird.

Warum ist der Zusatzwerkstoff mehr als das Schweißgut?

Weil ein Teil des Zusatzwerkstoffs die Naht nie erreicht: Endstücke, Spritzer, Abbrand. Den Unterschied setzt der Prozesskennwert — beim E-Hand-Schweißen etwa 0,65, beim MAG etwa 0,93. Wer nach dem Schweißgut bestellt, hat beim E-Hand-Schweißen rund ein Drittel zu wenig Elektroden.

Kann man aus der Lichtbogenzeit eine Vorgabezeit machen?

Nein. Das ist reine Brenndauer. Die wirkliche Zeit umfasst Zusammenbau, Heften, Reinigen, Wenden des Bauteils und Wege; der Anteil der Lichtbogenzeit liegt bei solcher Arbeit meist bei 0,2–0,4. Das Verzeichnis taugt für die Materialbestellung, nicht für die Zeitvorgabe.

Warum fehlt die Teildurchschweißung?

Weil ihre Tiefe eine konstruktive Entscheidung ist und keine Folge der Blechdicke. Die volle Durchschweißung folgt eindeutig aus der Geometrie, die teilweise wird in den Unterlagen vorgegeben. Hier eine plausibel aussehende Zahl einzusetzen hieße, für den Konstrukteur zu entscheiden und einen Fehler in die Bestellung zu schreiben.

Wie trage ich eine Rundnaht am Rohr ein?

Mit dem Umfang: π mal Außendurchmesser. Ein Rohr Ø 60,3 mm ergibt etwa 189 mm Naht je Stoß, Ø 114,3 mm etwa 359 mm. In die Längenspalte kommt der Umfang, in die Anzahl die Zahl solcher Stöße.

Wie trage ich eine unterbrochene Naht ein?

Mit der Länge eines Abschnitts und der Zahl der Abschnitte, nicht mit der Länge der ganzen Kante. Eine Naht 4 × 50 (100) an einer 500 mm langen Kante (4·50 + 3·100 = 500) sind vier Abschnitte zu 50 mm, also 200 mm Naht statt 500. Bei mehreren solchen Kanten multiplizierst du die Abschnitte mit der Zahl der Kanten.

Ist das Nahtverzeichnis dasselbe wie der Schweißplan?

Nicht ganz. EN 1090-2 sieht einen Schweißplan als Teil der Fertigungsunterlagen vor: Neben der Nahtliste gehören WPS, Schweißfolge, Maßnahmen gegen Verzug und Prüfumfang dazu. Das Verzeichnis auf dieser Seite liefert den Zahlenteil — nummerierte Nähte mit Maßen und Verbrauch.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert:

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