Schweißstrom nach Elektrodendurchmesser

Der Strom folgt dem Durchmesser der Elektrode, und Position, Blechdicke und Umhüllung verschieben ihn. Der Rechner nimmt alle vier zusammen und gibt dazu die Polarität und die Lichtbogenlänge.

Freiwillig — dient der Prüfung des Durchmessers
Die Lichtbogenlänge beim E-Hand-Schweißen: das Maß h an der geneigten Elektrode und zwei Nahtschnitte — schmal, und flach mit Spritzern
Für die Lichtbogenlänge gibt es keinen Regler: sie liegt in der Hand. Die Regel ist kurz — der Lichtbogen so lang wie der Kerndraht dick ist.

Die Regel dahinter

Der Ausgangspunkt ist I ≈ (30…40) · d, mit d dem Durchmesser des Kerndrahts in Millimetern. Eine Elektrode von 3,2 mm landet damit bei etwa 100 bis 130 A. Rutile Elektroden vertragen das obere Ende der Spanne, basische das untere — sie brauchen ohnehin einen kürzeren Lichtbogen.

Danach kommen die Korrekturen. Über Kopf und senkrecht steigend geht der Strom herunter, weil das Bad kleiner bleiben muss. An dünnem Blech ebenfalls, weil sonst ein Loch entsteht. An dickem Material darf er ans obere Ende, weil das Werkstück die Wärme wegzieht.

Durchmesser und Blechdicke

Die einlagige Faustregel lautet: der Durchmesser der Elektrode entspricht etwa der halben Blechdicke, höchstens aber 4 mm in Zwangslagen. Für 3 mm Blech also 2,5 mm Elektrode, für 6 mm dann 3,2. Was darüber liegt, wird in mehreren Lagen geschweißt — und dort führt eine dünnere Elektrode mit mehr Lagen zu einer zäheren Naht als eine dicke mit wenigen.

Was danach kommt

Steht der Strom, folgt daraus fast alles Weitere: der Elektrodenverbrauch für die Bestellung und die Streckenenergie, die darüber entscheidet, ob vorgewärmt werden muss. Die fertige Übersicht zum Aufhängen steht in der Stromtabelle.

Häufige Fragen

Woher kommt die Regel 30–40 A je Millimeter?

Aus der Stromdichte, die die Umhüllung gleichmäßig abbrennen lässt. Darunter bleibt die Schlacke zurück und die Elektrode klebt, darüber wird die Umhüllung rot und die Elektrode brennt zu schnell ab. Die Spanne bildet den Unterschied zwischen rutil und basisch ab.

Warum weniger Strom über Kopf?

Weil das Schmelzbad dort nichts hält außer der Oberflächenspannung. Ein kleineres Bad bleibt oben, ein großes tropft. Deshalb 10 bis 20 % weniger als in der Wanne — und deshalb ist über Kopf auch der Durchmesser begrenzt.

Das Gerät zeigt einen anderen Strom an als eingestellt.

Normal. Die Anzeige billiger Inverter ist ein Sollwert, kein Messwert, und weicht um 10 bis 15 % ab. Wer die Zahl für ein Dokument braucht, misst mit einer Zangenamperemeter am Schweißkabel.

Autor: Schweißer Aktualisiert: