Grenzwerte nach ISO 5817
Die Norm gibt für jede Unregelmäßigkeit eine Formel aus Dicke oder Nahtbreite und dazu eine absolute Obergrenze. Der Rechner nimmt beide, setzt deine Zahlen ein und sagt, ob der gemessene Wert durchgeht.

B, C und D
Drei Bewertungsgruppen, streng nach lasch geordnet: B ist die höchste Anforderung, D die niedrigste. Sie beschreiben nicht die Güte einer Naht, sondern das, was das Bauteil aushalten muss — und deshalb steht die Gruppe auf der Zeichnung und nicht im Ermessen des Schweißers.
Der Unterschied ist in Zahlen kleiner, als viele erwarten: bei der Einbrandkerbe trennt B und C oft nur ein halber Millimeter. Was den Aufwand treibt, ist nicht die Zahl, sondern die Prüfdichte, die mit der Gruppe steigt.
Wo es keine Toleranz gibt
Risse und Bindefehler sind in allen drei Gruppen unzulässig. Ebenso ein Durchbrand. Alles andere — Poren, Einbrandkerbe, Überhöhung, Kantenversatz — hat einen Grenzwert, der von Dicke und Gruppe abhängt, und genau den rechnet dieser Rechner aus.
Messen statt schauen
Der Rechner beantwortet die Frage «ist der Wert zulässig», nicht die Frage «wie groß ist der Wert». Letzteres ist Sache der Sichtprüfung mit Schweißnahtlehre und, wo es auf Verborgenes ankommt, der Durchstrahlung oder des Ultraschalls. Was welche Prüfung findet, steht im Katalog der Nahtfehler.
Häufige Fragen
Welche Bewertungsgruppe gilt, wenn auf der Zeichnung keine steht?
Dann ist sie nicht festgelegt, und das ist eine Lücke in der Dokumentation. Im Stahlbau nach EN 1090 folgt die Gruppe aus der Ausführungsklasse: EXC2 verlangt in der Regel C, EXC3 die Gruppe B. Geraten wird das nicht.
Warum sind Risse in allen Gruppen verboten?
Weil ein Riss unter Last weiterwächst. Eine Pore ist ein Hohlraum fester Größe, ein Riss ist eine Kerbe mit einer Spitze — und die Spannung an dieser Spitze ist praktisch unbegrenzt. Deshalb gibt es dort keine zulässige Größe, in keiner Gruppe.
Der Wert liegt genau auf dem Grenzwert.
Dann ist er zulässig — die Norm formuliert die Grenzen einschließend. Aber die Messunsicherheit gehört dazu: liegt der Messwert innerhalb der Unsicherheit am Grenzwert, wird nachgemessen und nicht diskutiert.
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