Das MIG/MAG-Schweißen

Das Verfahren, das die Werkstatt beherrscht. Der Draht ist Elektrode und Zusatzwerkstoff zugleich und läuft ununterbrochen nach — daraus folgen die hohe Abschmelzleistung und alles, was man dafür lernen muss.

Der Draht macht den Unterschied

Weil der Draht kontinuierlich nachläuft, entfallen Elektrodenwechsel und Schlacke. Der Lichtbogen kann stundenlang brennen, und die Lichtbogenzeit steigt von 25 bis 35 % beim E-Hand auf 40 bis 55 %. In der Kalkulation ist das der eigentliche Vorteil — nicht die Abschmelzleistung allein.

Der Preis dafür ist die Empfindlichkeit. Der Gasschutz muss stehen, der Draht muss gleichmäßig laufen, und die freie Drahtlänge muss konstant bleiben.

Freie Drahtlänge am MIG/MAG-Brenner: Abstand von der Stromdüse zum Werkstück, daneben zwei Nahtschnitte bei kurzer und langer freier Länge
Die freie Drahtlänge ist beim MAG, was die Lichtbogenlänge beim E-Hand ist: sie steht auf keinem Regler und entscheidet trotzdem über den Einbrand.

Die drei Lichtbogenarten

Kurzlichtbogen, bis etwa 200 A bei 1,2 mm: der Draht berührt das Bad und kurzschließt, hundertmal in der Sekunde. Wenig Wärme, kleines Bad — die einzige Art, die in allen Positionen und an dünnem Blech funktioniert.

Sprühlichtbogen, darüber: der Werkstoff geht in feinen Tropfen über, ohne Kurzschluss. Tiefer Einbrand, glatte Naht, hohe Leistung — aber nur in der Wanne und quer, weil das Bad zu groß ist, um irgendwo anders zu stehen.

Übergangslichtbogen dazwischen: die Tropfen sind groß und unregelmäßig, es spritzt am meisten. Diesen Bereich meidet man — entweder darunter oder darüber arbeiten, oder Impulslichtbogen, der die Vorteile beider verbindet.

Einstellen in drei Schritten

Erst den Vorschub nach der Blechdicke — daraus folgt der Strom, siehe Drahtvorschub. Dann die Spannung nach Gehör: der Kurzlichtbogen klingt gleichmäßig wie brutzelndes Fett, nicht wie ein Maschinengewehr. Zuletzt die Schweißgeschwindigkeit so, dass das Bad hinter dem Lichtbogen bleibt und nicht vorläuft.

Gas und Draht

Für Baustahl M21 (Argon mit 18 % CO₂) als Standard, reines CO₂ nur bei tolerantem Einbrand und in Kauf genommenen Spritzern. Für Edelstahl ein Gemisch mit höchstens 2 bis 3 % Aktivanteil, für Aluminium reines Argon. Die Wahl trifft die Gasauswahl.

Was verschleißt

Stromdüse, Drahtführung und Gasdüse — in dieser Reihenfolge und schneller, als die meisten annehmen. Ein stotternder Lichtbogen bei normal laufendem Draht ist fast immer die oval ausgeschlagene Stromdüse. Details unter MIG/MAG-Brenner und Probleme mit dem Drahtvorschub.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MIG und MAG?

Das Gas. MIG arbeitet mit inertem Gas — Argon, Helium — und wird für Aluminium, Kupfer und Edelstahl mit inerten Gemischen verwendet. MAG arbeitet mit aktivem Anteil, meist CO₂ oder Argon-CO₂, und ist das Verfahren für unlegierten Stahl. Die Nummern sind 131 und 135.

Warum spritzt es so?

Meist stimmt das Verhältnis von Spannung und Vorschub nicht, oder du arbeitest im Übergangslichtbogen zwischen Kurz- und Sprühlichtbogen. Auch zu viel CO₂ und eine verschlissene Stromdüse spritzen. Erst Spannung anpassen, dann die Stromdüse ansehen.

Kann ich MAG draußen einsetzen?

Nur hinter einer Abschirmung. Etwa 2 m/s reichen aus, um die Gasglocke wegzuziehen. Für die Baustelle gibt es selbstschützenden Fülldraht, der den Schutz wie eine Elektrode im Zusatzwerkstoff trägt.

Autor: Schweißer Aktualisiert: