Schweißparameter für MIG/MAG und WIG nach Blechdicke
Eine Tabelle für die Werkstattwand: von der Blechdicke zu Drahtdurchmesser, Strom, Spannung, Drahtvorschub und Gasmenge. Daneben WIG, Dünnblech und Profilrohr — alles aus denselben Daten, mit denen die Rechner der Seite arbeiten.
Kurze Antwort
5–6 mm Blech, MAG: Draht 1,0–1,2 mm, 160–220 A, 22–25 V, Gas 14–16 l/min. WIG auf 3,0 mm: Wolfram 2,0–2,4 mm und 90–130 A Gleichstrom.
MIG/MAG auf Stahl nach Dicke
Werte für Massivdraht auf unlegiertem Stahl in M21 (Argon mit 18 % CO₂), Wannenlage. Der Drahtvorschub ist mit der Formel des Drahtvorschubrechners für den größeren Durchmesser des Bereichs gerechnet — die Zahl, die man an einem Gerät ohne Synergie einstellt.
| Dicke, mm | Draht, mm | Strom, A | Spannung, V | Drahtvorschub, m/min | Gas, l/min |
|---|---|---|---|---|---|
| 0,8–1,0 | 0,6–0,8 | 40–70 | 15–17 | 1,5–4 | 8–10 |
| 1,5–2 | 0,8 | 70–110 | 17–19 | 4–7 | 10–12 |
| 3 | 0,8–1,0 | 110–150 | 19–21 | 4,5–6,5 | 12–14 |
| 5–6 | 1,0–1,2 | 160–220 | 22–25 | 4,5–6,5 | 14–16 |
| 8–10 | 1,2 | 220–280 | 26–29 | 6,5–8,5 | 16–18 |
| 12+ | 1,2–1,6 | 280–350 | 29–32 | 4,5–6 | 18–20 |
Der Vorschub gilt für den größeren Draht des Bereichs; dünnerer Draht läuft bei gleichem Strom schneller.
Eine MIG/MAG-Zeile lesen: Beispiel Blech 5–6 mm
Die Zeile nennt Draht 1,0–1,2 mm, 160–220 A, 22–25 V und 14–16 l/min Gas. Reihenfolge beim Lesen:
- Draht. Von den zwei Durchmessern läuft der dünnere besser im unteren Teil des Strombereichs, der dickere im oberen. Eingestellt wird der, der im Gerät steckt.
- Strom → Drahtvorschub. Am Gerät ohne Synergie stellt man den Strom nicht direkt ein, sondern die Drahtgeschwindigkeit. Für die Bereichsmitte, 190 A, ergibt die Formel des Drahtvorschubrechners 8,5 m/min bei 1,0-mm-Draht und 5,5 m/min bei 1,2 mm. Die Tabellenspalte ist für den dickeren Draht gerechnet.
- Spannung. In der Mitte des Bandes beginnen und nach Gehör korrigieren (unten im Abschnitt zum Einstellen).
- Gas. 14–16 l/min sind bei durchgehendem Schweißen 840–960 Liter je Stunde Lichtbogenbrennzeit. Wie viele Flaschen ein Auftrag braucht, berechnet der Gasverbrauchsrechner.
Die Spannung verrät die Lichtbogenart. Kurzlichtbogen 16–22 V, Übergangslichtbogen 22–26 V, Sprühlichtbogen ab 26–28 V. Die Zeilen 8–10 mm (26–29 V) und 12+ (29–32 V) sind schon Sprühlichtbogen: Wannenlage und Kehlnähte in PB. Das obere Ende des Bandes 22–25 V für 5–6 mm reicht in den Übergangsbereich, deshalb arbeitet man bei dieser Dicke entweder im unteren Teil des Bandes oder geht hoch in den Sprühlichtbogen.
Position. Die Tabelle gilt für die Wannenlage. Steigend und über Kopf bleibt man im Kurzlichtbogen — praktisch in der Zeile 3 mm (0,8–1,0 mm, 110–150 A, 19–21 V) — und füllt dickes Blech mit mehr Lagen. Einzelheiten: Steignaht, Überkopf, Quernaht.
WIG mit Gleichstrom (DC−) auf Stahl
Wolframelektrode am Minuspol, Schutzgas reines Argon. Der Zusatzstab hat meist etwa den Durchmesser der Wolframelektrode.
| Dicke, mm | Wolfram, mm | Strom DC−, A | Zusatzstab, mm | Argon, l/min |
|---|---|---|---|---|
| 0,5–1,0 | 1,0–1,6 | 20–50 | 1,0–1,6 | 5–7 |
| 1,5–2,0 | 1,6 | 50–90 | 1,6 | 6–8 |
| 3,0 | 2,0–2,4 | 90–130 | 2,0–2,4 | 7–9 |
| 4,0–5,0 | 2,4 | 130–180 | 2,4–3,0 | 8–10 |
| 6,0–8,0 | 3,2 | 180–250 | 3,0–4,0 | 10–12 |
Die WIG-Tabelle lesen: zwei Beispiele
Blech 3,0 mm: Wolfram 2,0–2,4 mm, 90–130 A (DC−), Zusatzstab 2,0–2,4 mm, Argon 7–9 l/min. Man beginnt an der unteren Stromgrenze und erhöht, bis das Bad schnell beide Kanten erfasst. Blech 1,5–2,0 mm: Wolfram 1,6 mm, 50–90 A, Argon 6–8 l/min — bei dünnem Blech zählt die Geschwindigkeit mehr als der Strom.
Der Wolframdurchmesser muss zum Strom passen: zu dünn schmilzt er ab, zu dick flackert der Lichtbogen bei kleinem Strom. Auswahl und Anschliff beschreibt der Rechner für Wolframelektroden, die ganze Technik der WIG-Ratgeber.
Dünnblech 0,8–2 mm: drei Verfahren nebeneinander
Unter 2 mm zählt jedes Ampere — hier lässt sich vergleichen, welches Verfahren ohne Durchbrand schweißt.
| Dicke | E-Hand | MIG/MAG | WIG |
|---|---|---|---|
| 0,8 mm | nicht empfohlen | 0,6 mm · 40–55 A · 15–16 V | Wolfram 1,0 mm · 25–40 A |
| 1,0 mm | 2,0 mm · 50–65 A | 0,6–0,8 mm · 45–65 A · 16–17 V | Wolfram 1,0 mm · 30–50 A |
| 1,5 mm | 2,0 mm · 55–70 A | 0,8 mm · 70–90 A · 17–18 V | Wolfram 1,0 mm · 50–70 A |
| 2,0 mm | 2,5 mm · 70–90 A | 0,8 mm · 90–110 A · 17–19 V | Wolfram 1,6 mm · 70–90 A |
Profilrohr nach Wanddicke
Die dünnsten Wände werden mit der Stabelektrode nur unterbrochen geschweißt: eine durchgehende Naht brennt das Rohr durch.
| Wand, mm | Profil | MIG/MAG | E-Hand |
|---|---|---|---|
| 1,2 | 20×20, 20×40 | 0,8 mm · 50–70 A · 16–17 V | 2,0 mm · 50–65 A, unterbrochene Naht |
| 1,5 | 40×20, 40×40 | 0,8 mm · 70–90 A · 17–18 V | 2,0 mm · 55–70 A, unterbrochene Naht |
| 2,0 | 40×40, 60×40 | 0,8 mm · 90–110 A · 17–19 V | 2,5 mm · 70–90 A |
| 3,0 | 60×40, 80×40 | 0,8–1,0 mm · 120–140 A · 19–21 V | 3,2 mm · 90–120 A |
| 4,0 | 80×40, 100×50 | 1,0 mm · 140–170 A · 19–21 V | 3,2 mm · 110–140 A |
Dünnblech und Vierkantrohr: das Verfahren aus der Tabelle wählen
Blech 1,5 mm — drei Varianten in einer Zeile: E-Hand 2,0 mm · 55–70 A, MIG/MAG 0,8 mm · 70–90 A · 17–18 V, WIG 1,0 mm · 50–70 A. E-Hand geht, ist aber am schwierigsten: Die Tabelle nennt hier eine 2,0-mm-Elektrode und empfiehlt bei 0,8 mm gar kein E-Hand. MIG/MAG ist am schnellsten, WIG am besten beherrschbar. Regeln für Schweißen ohne Durchbrand: Dünnblech schweißen.
Vierkantrohr 2,0 mm (z. B. 40×40, 60×40): MAG 0,8 mm · 90–110 A · 17–19 V, Elektrode 2,5 mm · 70–90 A. Bei 1,5 mm Wand fügt die Elektrodenspalte (2,0 mm · 55–70 A) Heftnähte in Abständen hinzu — eine durchgehende Raupe brennt das Profil durch. Die Nahtfolge, damit sich das Rohr nicht verzieht, steht unter Vierkantrohr schweißen.
Stabelektrode
Den Strom für Elektroden von 1,6 bis 6 mm in allen Positionen gibt es in einer eigenen Tabelle:Strom nach Elektrodendurchmesser.
So stellt man das Gerät nach der Tabelle ein
Mit der Mitte des Bereichs beginnen und eine Probenaht auf einem Reststück gleicher Dicke ziehen. Gleichmäßiges Knistern heißt: Spannung und Vorschub passen; Knallen und Spritzer — zu wenig Spannung oder zu schneller Draht; ein langer, zischender Lichtbogen — zu viel Spannung. Das freie Drahtende auf 10–15 Drahtdurchmesser halten.
Einstellen Schritt für Schritt
- Ohne Synergie: zuerst die Drahtgeschwindigkeit (daraus folgt der Strom), dann die Spannung. Nach einer Proberaupe nur eine Größe auf einmal ändern: Vorschub um etwa 0,5 m/min oder Spannung in kleinem Schritt.
- Mit Synergie: Programm wählen (Draht, Gas), Dicke oder Drahtgeschwindigkeit aus der Tabelle einstellen und die Spannung nur um 1–2 V nach Gehör nachregeln.
- Probe am Reststück gleicher Dicke, in derselben Position wie die spätere Naht.
Symptom → was ändern
- Knattern und Spritzer, der Draht „sticht“ ins Bad — zu wenig Spannung oder zu schneller Draht.
- Langer, zischender Lichtbogen, Kugel an der Drahtspitze — zu viel Spannung.
- Hohe, schmale Raupe, Übergänge nicht benetzt — zu kalt: mehr Strom (Draht) und Spannung zusammen.
- Durchbrand — eine Zeile tiefer in der Tabelle oder schneller schweißen.
- Poren — prüfen, ob die Gasmenge in der Gasspalte liegt, ob Zugluft herrscht und ob das Blech sauber ist.
- Schöne Oberfläche, aber ungebundene Flanken an dickem Blech — Kurzlichtbogen ist für diese Dicke zu kalt; mehr Lagen oder eine höhere Zeile. Der Fehler heißt Bindefehler.
Die Stromtabelle für Stabelektroden in allen Positionen ist separat, die Positionsfaktoren erklärt die Seite zu den Schweißpositionen.
Für den eigenen Fall rechnen
Die Tabelle ist ein Ausgangspunkt. Den genauen Vorschub für den eigenen Strom, den Gasverbrauch und eine fertige pWPS rechnen die Rechner:
Häufige Fragen
Welcher Strom für 0,8-mm-Draht?
Auf 1,5–2 mm Blech läuft 0,8-mm-Draht mit 70–110 A und 17–19 V, auf 3 mm schon mit 110–150 A. Auf dem dünnsten Blech ist 0,6-mm-Draht besser.
Passen die Werte auch für ein Synergiegerät?
Ja, nur anders genutzt: Die Synergie wählt die Spannung passend zum Vorschub, also nimmt man aus der Tabelle Drahtdurchmesser und Strom für die eigene Dicke und korrigiert die Spannung nach Gehör um 1–2 V.
Welcher Drahtvorschub bei 190 A?
Nach der Formel des Drahtvorschubrechners: 8,5 m/min bei 1,0-mm-Draht und 5,5 m/min bei 1,2 mm. Bei gleichem Strom läuft dünnerer Draht schneller.
Welche Einstellungen für Vierkantrohr mit 2 mm Wand?
MAG: 0,8 mm · 90–110 A · 17–19 V. Elektrode: 2,5 mm · 70–90 A. Bei 1,5 mm Wand schweißt man mit der Elektrode schon in Abständen.
Gilt die MIG/MAG-Tabelle auch steigend und über Kopf?
Nicht direkt: Die Tabelle ist für die Wannenlage. Außerhalb bleibt man im Kurzlichtbogen (3 mm: 110–150 A, 19–21 V) und schweißt mehr Lagen, statt die Werte zu erhöhen.
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