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Probleme mit dem Drahtvorschub

Der Draht muss von der Spule bis zur Stromdüse einen langen Weg zurücklegen. Jede Stelle mit zusätzlicher Reibung erzeugt eines der drei typischen Symptome.

Schnitt durch einen MIG/MAG-Brenner entlang des Drahtes: Drahtführung, Gasverteiler, Stromdüse und Gasdüse
Fast jede Störung der Drahtförderung läuft darauf hinaus, wo der Draht auf Widerstand trifft — und diese Stelle sieht man nur im Schnitt.

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Das Symptom zeigt die Stelle

Stotternder Lichtbogen bei gleichmäßigem Draht: die Stromdüse. Ungleichmäßiger Vorschub: Drahtführung oder Rollendruck. Vogelnest am Vorschub: irgendwo vorn ist der Weg zu, und die Rollen schieben weiter.

Was passiertWo zu suchen istWas zu tun ist
Der Lichtbogen tanzt, die Länge ändert sich ständigVerschlissene StromdüseErsetzen: die Bohrung weitet sich und führt den Draht nicht mehr mittig
Der Draht läuft ruckartigDie Drahtseele im SchlauchpaketAusblasen oder tauschen; prüfen, ob sie zum Drahtdurchmesser passt
Die Rolle dreht, der Draht stehtAnpressdruck oder RollennutAnpressdruck erhöhen, Rolle für Durchmesser und Drahtart einsetzen
Der Draht staucht sich vor den RollenZu hoher Anpressdruck oder ein Stau weiter hintenDruck verringern und den Stau beseitigen, sonst kommt es wieder
Der Draht ist an der Stromdüse festgeschweißtZu kurzes freies Drahtende, zu viel SpannungFreies Drahtende 10–15 mm, Einstellung gegen die Dicke prüfen
Der Draht springt in einer Schlaufe von der SpuleDie Spulenbremse ist zu lockerBremse anziehen: die Spule darf nicht nachlaufen
Späne und Kupferstaub im VorschubDie Rolle schleift den Draht abDen Stau weiter hinten suchen, nicht den Druck erhöhen

Die Prüfreihenfolge

  1. Stromdüse. Passt der Durchmesser zum Draht, ist die Bohrung rund? Im Zweifel wechseln.
  2. Drahtführung. Ausblasen, auf Länge prüfen, bei Aluminium PTFE statt Stahl.
  3. Rollen. Nutform passend — V für Stahl, U für Aluminium, geriffelt für Fülldraht — und Druck so gering wie möglich.
  4. Spulenbremse. Zu fest bremst, zu locker lässt die Spule nachlaufen und Schlaufen bilden.
  5. Schlauchpaket. Möglichst gerade legen; jede enge Schlaufe ist Reibung.

Aluminium im Besonderen

Weicher Draht verzeiht nichts: U-Nut-Rollen, PTFE- oder Graphitführung, wenig Druck, kurzer Brenner. Wer regelmäßig Aluminium fährt, kommt an einem Spoolgun oder Push-Pull-Brenner kaum vorbei. Mehr unter Aluminium schweißen.

Vorbeugen

Verschleißteile vorrätig halten und früh wechseln — sie kosten weniger als die Zeit, die man mit der Suche verbringt. Angebrochene Spulen nicht offen im Gerät lassen; Details unter Brenner-Verschleißteile.

Der Fünf-Minuten-Test: wo das Problem sitzt

  1. Brenner abstecken vom Zentralanschluss und den Draht ohne Lichtbogen durchlaufen lassen. Läuft er gleichmäßig, liegt die Ursache im Schlauchpaket oder im Brenner. Ruckelt er schon am Ausgang des Vorschubs, bei Spule, Bremse und Rollen suchen.
  2. Anpressdruck von Hand prüfen. Den Draht hinter den Rollen mit dem Handschuh festhalten: Die Rollen sollen durchrutschen, der Draht stehen. Lässt er sich nicht halten, ist der Druck zu hoch.
  3. Draht durch das Schlauchpaket ziehen. Bei abgeschraubtem Kontaktrohr lässt sich der Draht im gerade gelegten Schlauchpaket mit leichtem, gleichmäßigem Widerstand ziehen. Hakt es an einer Stelle, ist die Drahtführungsspirale geknickt oder verstopft.
  4. Kontaktrohr gegen das Licht halten. Ovale, angeschmolzene Bohrung oder ein festsitzender Spritzer — austauschen.

Die Reihenfolge ist Absicht: erst das Billigste und Schnellste. Die meisten Fälle enden am Kontaktrohr oder an der Spirale.

Den tatsächlichen Drahtvorschub prüfen

Am Vorschub zum Beispiel 6 m/min einstellen, Gas abdrehen, den Taster 10 Sekunden drücken und den herausgekommenen Draht messen. Es sollte 1,0 m sein (6 m/min × 10/60 min). Deutlich weniger bei gleichmäßigem Lauf heißt rutschende Rollen oder Widerstand im Weg; weniger mit Ruckeln heißt Hänger in der Spirale. Der Test zeigt auch, ob die Skala am Drehknopf überhaupt echte Meter pro Minute anzeigt, was bei billigen Geräten nicht selbstverständlich ist. Welcher Vorschub zu welchem Strom gehört, rechnet der Rechner für die Drahtvorschubgeschwindigkeit.

Die Drahtführungsspirale: Auswahl und Wechsel

  • Art. Stahlspirale für Stahldraht, PTFE-Seele (Teflon) für Aluminium und Edelstahl. Innendurchmesser passend zum Drahtdurchmesserbereich, der auf der Verpackung steht.
  • Länge. Eine neue Spirale bei gerade ausgelegtem Schlauchpaket ablängen und das Ende entgraten. Zu kurz lässt am Anschluss einen Spalt, in dem der Draht knickt; zu lang ist sie gestaucht und bremst.
  • Reinigen. Bei jedem Spulenwechsel die Spirale von der Brennerseite mit Druckluft ausblasen. Kupferstaub und Späne von den Rollen sind die Hauptursache für Ruckeln an einem alten Schlauchpaket.
  • Wann wechseln. Wenn Ausblasen nicht hilft, wenn das Paket scharf geknickt wurde oder wenn von Stahldraht auf Aluminium gewechselt wird — eine Spirale aus dem Stahlbetrieb nimmt man nicht für Aluminium.

Das Vogelnest — wie es entsteht

Ein Drahtknäuel zwischen Rollen und Anschluss hat immer denselben Mechanismus: Weiter vorn hat sich der Draht festgefressen, und die Rollen haben weitergeschoben. Die Blockade ist meist ein am Kontaktrohr festgebrannter Draht, eine verstopfte Spirale oder ein zu kleines Kontaktrohr. Zu hoher Anpressdruck lässt die Rollen mit voller Kraft schieben, statt durchzurutschen — und das Nest wächst in einer Sekunde. Nach dem Entwirren reicht Abschneiden nicht: erst die Blockade finden und beseitigen, dann den Druck zurücknehmen.

Vorschubrollen: V-, U- und Rändelnut

Die V-Nut ist für Massivdraht aus Stahl und Edelstahl, die U-Nut für Aluminium, das in der V-Nut plattgedrückt würde, die Rändelnut für Fülldraht, der fester gegriffen, aber nicht zerquetscht werden muss. Rollen haben meist zwei Nuten für zwei Durchmesser, seitlich markiert; beim Wechsel von 0,8 auf 1,0 wird die Rolle nur umgedreht. Eine zu große Nut lässt rutschen, eine zu kleine quetscht und riefelt den Draht, so dass er in der Spirale schleift.

Schnitte durch drei Rollenpaare mit dem Draht in der Nut. V-Nut — Massivdraht aus Stahl und Edelstahl. U-Nut — Aluminium, das in der V-Nut plattgedrückt würde. Rändelnut — Fülldraht, der fester gegriffen, aber nicht gequetscht werden darf
Vorschubrollen: V für Massivdraht, U für Aluminium, Rändel für Fülldraht

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Das Kontaktrohr: Größe und Verschleiß

Die Bohrung des Kontaktrohrs ist mit dem Drahtdurchmesser gekennzeichnet. Für Aluminiumdraht nimmt man meist eine Größe mehr (etwa 1,2 für Draht 1,0), weil Aluminium sich in der Wärme ausdehnt und leicht klemmt. Gewechselt wird, wenn die Bohrung oval wird — nicht erst, wenn der Draht festbrennt. Bei langen Einsätzen mit hohem Strom wird das Kontaktrohr heißer und verschleißt schneller; ein paar Ersatzteile am Platz sind billiger als eine Stunde Stillstand.

Läuft der Draht gleichmäßig und die Naht hat trotzdem Poren, ist das Gas schuld, nicht der Draht — siehe Porosität in Schweißnähten. Einstellwerte nach Blechdicke stehen auf der Seite MIG/MAG-Schweißen, und was noch auf der Spule ist, rechnet der Rechner für die Drahtlänge auf der Spule.

Häufige Fragen

Der Lichtbogen stottert, der Draht läuft normal.

Dann ist es der elektrische Kontakt und nicht die Förderung: die Stromdüse ist oval ausgeschlagen und der Draht zündet in ihr. Eine Stromdüse kostet fast nichts — wechsle sie, bevor du irgendetwas anderes untersuchst.

Warum entsteht ein Vogelnest?

Weil der Draht vorn nicht weiterkommt und hinten weitergeschoben wird. Ursache ist fast immer eine zugesetzte Drahtführung oder eine verstopfte Stromdüse — der Rollendruck ist die Folge, nicht die Ursache.

Wie stark darf der Rollendruck sein?

So gering wie möglich. Prüfen, indem man den Draht gegen einen Handschuh laufen lässt: er soll sich stauen und die Rollen sollen durchrutschen. Rutschen sie nicht, ist der Druck zu hoch, und der Draht wird verformt.

Wie wechselt man die Drahtführungsspirale im MIG-Brenner?

Draht herausnehmen, Kontaktrohr und Gasdüse abschrauben, die Überwurfmutter der Spirale am Zentralanschluss lösen und die alte herausziehen. Die neue bei gerade ausgelegtem Schlauchpaket vom Anschluss her einschieben, mit etwas Zugabe für die Mutter ablängen, entgraten und festziehen.

Wie prüft man die Drahtvorschubgeschwindigkeit?

Zum Beispiel 6 m/min einstellen, den Taster 10 Sekunden ohne Lichtbogen drücken und den Draht messen: Es sollten 1,0 m sein. Deutlich weniger heißt rutschende Rollen oder Widerstand in der Spirale.

Welches Kontaktrohr für Aluminiumdraht?

Meist eine Größe über dem Drahtdurchmesser, etwa 1,2 für Draht 1,0 mm: Aluminium dehnt sich in der Wärme aus und klemmt in einer knappen Bohrung.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert: