Carport aus Stahl: Gestellrechner
Ein Pultdach aus Hohlprofil. Länge, Auskragung und Höhe angeben, und der Rechner ermittelt die Zahl der Stützen, Sparren und Latten, die Masse des Gestells, die überdachte Fläche und den Schweißstrom.
Ein Rechenbeispiel: 6000 × 3500 × 2400
Ein Carport für ein Auto: 6 m lang, 3,5 m Auskragung, Stützen 2,4 m hoch aus 60×60×3, Latten aus 40×20×2 und 0,7 mm Trapezblech.
| Bauteil | Profil | Länge, mm | Stück |
|---|---|---|---|
| Pfosten | 60x60x3 | 3300 | 6 |
| Längsträger | 60x60x3 | 6000 | 2 |
| Sparren | 60x60x3 | 3500 | 7 |
| Latte | 40x20x2 | 6000 | 6 |
Die Masse ist ohne die Eckradien des Profils gerechnet und liegt deshalb zwei bis drei Prozent unter den Normtabellen. Ein Zuschlag für Sägeschnitt und Schnittfehler ist nicht enthalten: beim Einkauf eine Handelslänge dazunehmen.
Die Neigung ist die eine Zahl, bei der man nicht schummeln kann
Ein Pultdach steht auf einer einzigen Zahl: der Neigung. Alles andere darf ungefähr sein, die Neigung nicht.
- Trapezblech — ab 8–10°. Darunter steigt Wasser kapillar in der Sicke hoch und läuft unter den Stoß, und im Winter bleibt Schnee auf einem Dach liegen, das dafür nie gedacht war.
- Polycarbonat — ab 5–8°, und die Kanäle immer in Gefällerichtung: quer zum Gefälle werden sie zu Rinnen voller Kondenswasser.
Bei 3,5 m Auskragung sind 10° rund 600 mm Höhenunterschied zwischen vorderer und hinterer Stützenreihe. Das baut man leichter mit unterschiedlich langen Stützen ein als durch Zuschneiden der Sparren: ein Gehrungsschnitt an 60×60er Rohr braucht eine Vorrichtung, weitere 600 mm an vier Stützen sind nur eine andere Zeile in der Zuschnittliste.
Die Neigung steckt nicht im Modell: der Sparren wird aus der Auskragung ohne Korrektur für das Gefälle genommen. Bei 10° unterschätzt das die Länge um anderthalb Prozent — weniger als der Sägezuschlag. Die Schneelast wird gar nicht gerechnet: in schneereichen Gegenden sinkt der Sparrenabstand auf 700–800 mm, und diese Entscheidung gehört den örtlichen Vorschriften, nicht einem Rechner.
Stützen und Einbindetiefe
- Abstand nicht über 3 m; der Rechner setzt sie paarweise alle drei Meter und ergänzt ein Paar am Ende.
- Einbindetiefe 0,9–1,2 m in Beton: hier kann nicht nur der Frost eine Stütze anheben, sondern auch der Wind.
- Der obere Riegel ist nicht optional — er macht aus einzelnen Stützen einen Rahmen.
Schweißparameter
Eine 3 mm Wand schweißt sich sicherer als die 2 mm eines Tors, aber es gibt hier dreimal so viele Knoten, und alle über Kopf. Die Werte sind dieselben wie auf der Seite Vierkantrohr schweißen; der Rechner oben zeigt die Zeile für die gewählte Wanddicke.
| Wand, mm | Profil | MIG/MAG | E-Hand |
|---|---|---|---|
| 1,2 | 20×20, 20×40 | 0,8 mm · 50–70 A · 16–17 V | 2,0 mm · 50–65 A, unterbrochene Naht |
| 1,5 | 40×20, 40×40 | 0,8 mm · 70–90 A · 17–18 V | 2,0 mm · 55–70 A, unterbrochene Naht |
| 2,0 | 40×40, 60×40 | 0,8 mm · 90–110 A · 17–19 V | 2,5 mm · 70–90 A |
| 3,0 | 60×40, 80×40 | 0,8–1,0 mm · 120–140 A · 19–21 V | 3,2 mm · 90–120 A |
| 4,0 | 80×40, 100×50 | 1,0 mm · 140–170 A · 19–21 V | 3,2 mm · 110–140 A |
Material und Gewicht nach Bauteilen
Für das Beispiel 6000 × 3500 × 2400 liefert der Rechner diese Stückliste — sie ist zugleich die Einkaufsliste:
- Rohr 60×60×3 — 56,3 m: sechs Stützen à 3300 mm (2400 über Gelände plus 900 im Beton), zwei Längsträger à 6000 mm und sieben Sparren à 3500 mm. Ein Meter wiegt 5,37 kg.
- Rohr 40×20×2 — 36 m: sechs Latten à 6000 mm, 1,76 kg pro Meter.
- Trapezblech 0,7 mm — 21 m² Eindeckung, rund 132 kg.
Das Gestell kommt auf rund 366 kg, mit Dach auf fast eine halbe Tonne. Nützlicher als die Summe ist das Gewicht der Einzelteile: ein Träger mit 6 m wiegt etwa 32 kg, ein Sparren 19 kg, eine Stütze 18 kg, eine Latte 11 kg. Einen Träger hebt niemand allein auf 2,4 m und hält ihn waagerecht, während geheftet wird — für diesen Schritt braucht es eine zweite Person. Für 32 Knoten und 6,2 m Naht gehen etwa 0,23 kg Draht oder 0,34 kg Elektroden drauf; Zusatzwerkstoff ist hier kein Kostenfaktor. Die Schnitte auf die Stangenlängen des Händlers (oft 6 m) verteilt man bequem im Zuschnittoptimierer: Stütze 3300 und Sparren 3500 passen nicht zusammen in eine Stange, und den Verschnitt sieht man besser vor dem Kauf.
Welches Werkzeug man braucht
- Ein Schweißgerät, das den Strom für 3 mm Wand hält: bis 140 A mit MAG oder bis 120 A mit der 3,2er Elektrode. Die Knoten sind wenige, aber sie kommen hintereinander — die Einschaltdauer bei diesem Strom prüft der ED-Rechner.
- Winkelschleifer mit Trenn- und Fächerscheiben: trennen, entgraten, Nahtbereich metallisch blank schleifen.
- Zum Anreißen: Maßband, Wasserwaage, Schnur, Magnetwinkel, 4–6 Schraubzwingen.
- Für die Stützen: Erdbohrer oder Spaten, provisorische Streben aus Reststücken, Beton.
- Schutz: Schweißhelm, Stulpenhandschuhe, geschlossene Kleidung. Vieles wird über Kopf geschweißt, die Spritzer fallen direkt in den Kragen.
Anreißen und Heften
Ein Carport beginnt mit der Schnur, nicht mit dem Schweißgerät. Eine Schnur entlang der vorderen Stützen spannen, die Auskragung abmessen, die zweite spannen. Das Rechteck prüft man über die Diagonalen: im rechtwinkligen Grundriss sind sie gleich. Die Löcher nach der Schnur ausheben, die Stützen in beiden Richtungen ins Lot stellen und abstreben, bevor der Beton kommt.
Die Stützenköpfe bringt man auf eine Höhe — mit Laser oder Schlauchwaage — und kürzt sie erst nach dem Abbinden: das ist genauer, als die Stützen in den Löchern auf eine Höhe setzen zu wollen. Die Neigung entsteht dadurch, dass die hinteren Stützen höher sind als die vorderen (bei 3,5 m Auskragung und 10° etwa 600 mm).
Geheftet wird an zwei gegenüberliegenden Seiten des Knotens, kurz und flach, damit die Endnaht die Heftstellen überdeckt. Zuerst wird alles geheftet: Träger auf Stützen, Sparren auf Träger. Dann messen — Diagonalen des Gestells und Lot der Stützen. Die Regel von der Seite zum Vierkantrohr: mehr als 2 mm Diagonalunterschied pro Meter heißt, der Rahmen ist schon schief. Eine Heftstelle lässt sich jetzt noch auftrennen, eine durchgehende Naht nur noch herausschneiden.
Ablauf Schritt für Schritt mit Einstellwerten
- Stützen einbetonieren. Ohne Schweißen. Frischen Beton nicht belasten: warten, bis er Festigkeit aufgebaut hat — das dauert Tage, die volle Nennfestigkeit erreicht Beton nach 28 Tagen.
- Träger auf die Stützen. Der Träger 60×60×3 liegt auf dem Stützenkopf, Naht rundum. Werte für 3 mm Wand: Draht 0,8–1,0 mm, 120–140 A, 19–21 V oder Elektrode 3,2 mm mit 90–120 A. Dieser Knoten wird von unten und seitlich geschweißt — die Technik steht unter Schweißen über Kopf.
- Sparren auf die Träger, alle Meter einer. Der Sparren liegt oben auf und wird von der Leiter in Wannenlage geschweißt, Werte wie bei den Trägern.
- Latten auf die Sparren im Abstand von 800 mm. Die Lattenwand hat 2 mm, also wird auf die dünnere Wand eingestellt: Draht 0,8 mm, 90–110 A, 17–19 V oder Elektrode 2,5 mm mit 70–90 A, den Lichtbogen auf den dickeren Sparren gerichtet.
- Reinigen, grundieren, lackieren — vor dem Dach: danach kommt man an die Oberseite der Latten nicht mehr heran.
- Eindeckung. Trapezblech wird mit Dachschrauben im Untergurt auf die Latten geschraubt.
Wie sich das Gestell nicht verzieht
Stahl zieht sich zur abkühlenden Naht hin. Am Carport sieht man das sofort: ein Träger, der an allen Stützen nacheinander auf derselben Seite geschweißt wird, biegt sich, und die Stützen laufen aus dem Lot. Drei Dinge helfen:
- Springend schweißen. Die Endnähte nicht der Reihe nach, sondern im Wechsel und über Kreuz: vorne links, hinten rechts, vorne rechts, hinten links.
- Seiten im Wechsel. Einen Rohrknoten schweißt man wie einen Bilderrahmen: eine Seite, die gegenüberliegende, dann die beiden anderen — nicht in einem Zug rundherum.
- Abkühlen ohne Wasser. Den Knoten nicht abschrecken: schnelles Schrumpfen zieht stärker.
Anstrich und Rostschutz
Ein Carport steht im Regen und rostet zuerst an den Nähten. Die Reihenfolge: Zunder und Spritzer abschlagen, Nähte mit der Fächerscheibe verputzen, mit Verdünnung entfetten, Rostschutzgrund auftragen, danach Lack in zwei Schichten. Nähte und Kanten vorab separat mit dem Pinsel streichen — an Kanten und in Ecken wird die Schicht am dünnsten. Offene Rohrenden mit Stopfen verschließen oder zuschweißen: Wasser in der Stütze rostet sie von innen und friert im Winter. Geht das Gestell zum Feuerverzinken, gilt das Gegenteil: geschlossene Bereiche brauchen Entlüftungs- und Ablauföffnungen nach EN ISO 14713-2, die vor dem Schweißen mit der Verzinkerei abgestimmt werden.
Wie lange es dauert
Das Schweißen selbst ist der kleinere Teil der Arbeit: 32 Knoten und 6,2 m Naht. Die Zeit geht anderswo hin:
- Anreißen, Löcher, Stützen einbetonieren — der erste Tag, dann Pause, bis der Beton Festigkeit hat.
- Zuschneiden und Entgraten von 21 Teilen — so lange wie das Schweißen oder länger.
- Träger, Sparren, Latten — ein Tag zu zweit, wenn die Teile vorher nach Liste zugeschnitten sind.
- Grundierung und zwei Lackschichten — mit Trocknungszeiten laut Datenblatt, danach das Dach.
Wer lieber nach einer bewährten Konstruktion baut, findet die üblichen Bauweisen auf der Seite Überdachungen aus Stahl.
Was die Arbeit meistens verdirbt
| Was herauskam | Ursache | Wie vermeiden |
|---|---|---|
| Der Rahmen hat sich verzogen | Nähte nacheinander auf derselben Seite | Ecken abwechseln, in kurzen Abschnitten schweißen |
| Die Diagonalen stimmen nicht | Vor dem Heften nicht geprüft | Beide Diagonalen zweimal messen |
| Durchgebrannte Wand | Zu viel Strom für 1,2–1,5 mm | Zurücknehmen, in Punkten mit Pausen schweißen |
| Ecke nur einseitig geschweißt | Zeitersparnis | Beidseitig schweißen, wo der Knoten aus zwei Richtungen belastet wird |
| Rost von innen nach einem Jahr | Offene Enden | Kappen oder dicht zuschweißen |
Anfängerfehler beim Carport
- Alle Stützen gleich lang. Sechs Stützen auf ein Maß geschnitten, die Neigung „später“. Am Ende werden die Sparren vor Ort auf Gehrung geschnitten. Die höheren hinteren Stützen gehören gleich in die Zuschnittliste.
- Latten aus 60×60. Über hundert Kilo zu viel, die auch noch hochgehoben werden müssen. Die Latte 40×20×2 ist das zweite Profil im Rechner.
- Durchgehende Nähte vor dem Messen. Alles heften — messen — richten — erst dann fertig schweißen.
- MAG im Wind. Das Gas wird weggeblasen, die Naht wird porig. Draußen braucht es einen Windschutz auf der Luvseite oder Elektroden.
- Lack auf Walzhaut. Lack auf ungereinigtem Stahl blättert nach einer Saison ab, und die Nähte rosten zuerst.
Häufige Fragen
Welche Neigung braucht ein Pultdach?
Mit Trapezblech nicht unter 8–10°, mit Polycarbonat 5–8°. Darunter bleibt Wasser in der Sicke stehen und läuft unter den Stoß, und Schnee rutscht nicht ab. Bei 3,5 m Auskragung sind 10° rund 600 mm Höhenunterschied zwischen vorderer und hinterer Stützenreihe.
Welches Profil für Stützen und Sparren?
Stützen aus 60×60×3 bis 4 m Auskragung und 2,5 m Höhe, darüber 80×80×3. Sparren aus 60×40×2 oder 60×60×3, Latten aus 40×20×2. Der häufige Fehler sind Latten aus demselben Rohr wie die Stützen: über hundert Kilogramm Stahl umsonst.
Wie viel wiegt ein solcher Carport?
Ein Gestell 6 × 3,5 m aus 60×60×3 mit Latten aus 40×20×2 wiegt rund 370 kg, 0,7 mm Blech bringen weitere 130. Eine halbe Tonne muss irgendwie gehoben werden: das ist kein Bau für eine Person.
Wie berechne ich einen Carport aus Stahlrohr?
Aus drei Maßen: Länge, Auskragung und Stützenhöhe. Daraus folgen die Zahl der Stützen (paarweise alle 3 m), der Sparren (alle Meter) und der Latten (alle 800 mm), dann die Länge jedes Teils und das Gewicht. Das Beispiel 6 × 3,5 m braucht 56,3 m Rohr 60×60×3 und 36 m 40×20×2. Die Schneelast prüft der Rechner nicht — das ist Sache der örtlichen Vorschriften und der Statik.
Welche Einstellwerte für Rohr 60×60×3 und 40×20×2?
3 mm Wand: Draht 0,8–1,0 mm, 120–140 A, 19–21 V oder Elektrode 3,2 mm mit 90–120 A. 2 mm Wand: Draht 0,8 mm, 90–110 A, 17–19 V oder Elektrode 2,5 mm mit 70–90 A. Wo eine 2-mm-Latte auf einen 3-mm-Sparren trifft, stellt man auf die dünnere Wand ein.
Wie lange dauert es, einen Carport selbst zu bauen?
Geschweißt wird wenig — 32 Knoten und rund 6 m Naht im Beispiel 6 × 3,5 m. Die meiste Zeit kosten Anreißen, das Einbetonieren der Stützen samt Wartezeit, der Zuschnitt und der Anstrich. Mit vorab zugeschnittenen Teilen stellen zwei Personen das Gestell an einem Tag auf.
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