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Carports aus Stahl

Ein Carport sieht einfach aus: vier Stützen und ein Dach. Genau dort wird aber am häufigsten an dem gespart, was sich später nicht mehr richten lässt — an der Gründungstiefe, am Querschnitt der Stütze und am Gefälle des Dachs. Hier ist er Knoten für Knoten zerlegt, in der Reihenfolge, in der ihn die Werkstatt rechnet.

Carports aus Stahl: Stützen, Binder, Dach und Knoten5:58
Video zum Artikel: Carports aus Stahl: Stützen, Binder, Dach und Knoten

Der Carport als Ganzes

Ein Pultdach-Carport für ein Auto besteht aus zwei vorderen und zwei hinteren Stützen, einem tragenden Element an der Vorderkante, Pfetten quer dazu und der Eindeckung darauf. Die Last läuft von oben nach unten: Schnee legt sich auf die Eindeckung, die gibt ihn an die Pfetten, die Pfetten an den Binder, der Binder an die Stützen, die Stützen an das Fundament. Das schwächste Glied dieser Kette bestimmt die ganze Konstruktion — und ist selten das, worauf man schaut.

Carport in Schrägprojektion: zwei vordere und zwei hintere Stützen, Binder an der Vorderkante, Pfetten, Eindeckung, Rinne und Knotenbleche, mit Maßen und sieben Hinweisen
Sieben Teile eines Carports. Die Maße gibt das Auto vor: 3,0–3,5 m breit, 5–6 m lang und 2,3 m licht.

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Diese Maße kommen nicht aus der Optik. 3,0–3,5 m Breite sind das Auto plus geöffnete Tür, 5–6 m Länge sind das Auto plus Platz, vorn herumzugehen, 2,3 m lichte Höhe sind ein Wagen mit Dachbox. Für zwei Autos baut man keinen breiteren Carport, sondern setzt einen dritten Rahmen oder einen Binder mit größerer Spannweite.

Stützen: sechs Varianten

Der Querschnitt folgt Spannweite und Schneelast. Für Warschau sind 0,9 kPa anzusetzen, rund 90 kg je Quadratmeter Dachfläche — auf einem Carport von 3×6 m kommen fast zwei Tonnen zusammen. Querschnitt und Spannweite legt die Statik für Schnee und Wind am Standort fest; an kleinen Carports sieht man am häufigsten Rohre 80×80×4 (9,22 kg/m) und 100×100×4.

Sechs Felder mit Varianten der Carport-Stütze: Rohr 80×80, Rohr 100×100, Doppelstütze, Rundrohr, Gitterstütze und Wandkonsole
Sechs Stützenarten. Doppelstütze und Gitterstütze bringen Steifigkeit, wo ein größerer Querschnitt einfach nicht mehr aussieht.

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Zwei dieser sechs lösen nicht Festigkeit, sondern Platz. Die Wandkonsole nimmt die vorderen Stützen ganz weg: der Carport hängt am Haus, und es gibt nichts, wogegen eine Autotür stoßen könnte. Die Gitterstütze lohnt dort, wo die Höhe groß ist und das Gewicht klein bleiben soll — sie ist ein hochkant gestellter Binder.

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Wie die Stütze im Boden hält

Das ist der teuerste Knoten zum Nachbessern: ihn nach der Montage zu ändern heißt, den Carport abzubauen. Die Wahl folgt dem, was auf dem Grundstück schon vorhanden ist.

Sechs Auflager der Stütze: Einbetonieren im Boden, Fußplatte auf Ankern, Ankerplatte im Beton, Schraubfundament, seitliche Befestigung am Sockel und verstellbarer Fuß
Sechs Arten, eine Stütze aufzulagern. Eine Fußplatte auf Ankern braucht eine Platte ab 150 mm — in dünnem Estrich reißt der Anker ein Stück Beton heraus.

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  • Einbetonieren im Boden — beim Material am günstigsten, aber unter die Frostgrenze und mit einer Woche Wartezeit.
  • Schraubfundament — ohne Beton und ohne Warten, steckt Hebungen weg; an einem Tag gesetzt.
  • Fußplatte auf Ankern — wenn die Fläche bereits betoniert ist. Es muss eine echte Platte sein, ab 150 mm, kein Ausgleichsestrich.
  • Verstellbarer Fuß — bei geneigter Fläche: die Höhe wird vor Ort eingestellt, darunter kommt Verguss.

Oben: Träger oder Binder

Bis vier Meter Spannweite gibt es nichts zu diskutieren — ein Träger aus Profil ist einfacher und billiger. Danach gewinnt der Binder: bei gleicher Spannweite wiegt er halb so viel, also werden auch die Stützen darunter leichter. Bezahlt wird das mit Knoten, und jeder Knoten heißt schneiden, anpassen, schweißen.

Sechs Varianten des tragenden Oberteils: Träger aus Profil, Dreiecksbinder, Parallelbinder mit N-Streben, W-Streben, Bogenbinder und strebenloser Vierendeel-Binder
Sechs tragende Oberteile. Der Unterschied zwischen N und W liegt darin, wie die Streben die Spannweite teilen: W ist bei gleicher Höhe leichter.

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Der Dreiecksbinder gibt das Gefälle selbst vor, dafür braucht es keine unterschiedlich hohen Stützen. Der Parallelbinder lässt die Untersicht gerade — wichtig, wenn man von unten daruntersieht und eine klare Linie will. Der Bogenbinder gehört zum Polycarbonat: die Platte biegt sich zum Bogen und verträgt keinen Knick.

Dachform

Sechs Carport-Silhouetten von der Seite: Pultdach, Satteldach, Bogendach, Halbbogen, Kragdach und Flachdach mit Gefälle
Sechs Silhouetten. Unter 3° Gefälle bleiben Wasser und Schmutz liegen: für das Auge eben, in Wahrheit eine Pfütze.

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Das Kragdach steht für sich: beide Stützen rücken nach hinten, und vor dem Auto bleibt nichts, wogegen eine Tür schlagen könnte. Bezahlt wird das in Stahl, denn ein Kragarm arbeitet auf Biegung und der Querschnitt wächst. Das Flachdach mit Gefälle gehört dorthin, wo der Carport ans Haus stößt und dessen Dach nicht widersprechen soll; am Rand läuft eine Attika, das Wasser geht ins Fallrohr.

Verstärkungen: was hilft, wenn es arbeitet

Ein Carport, der sich im Wind bewegt, biegt sich fast nie in Feldmitte — es bewegt sich der Anschluss. Deshalb kommt die Verstärkung in den Knoten.

Sechs Verstärkungen, jeweils orange hervorgehoben: Knotenblech, Kopfband, Rippen im Fuß, Lasche am Stoß, Verbände zwischen den Stützen und größere Wanddicke
Sechs Verstärkungen. Verbände zwischen den Stützen sind die unauffälligsten und die nötigsten: ohne sie kippt die Stützenreihe seitlich weg.

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Manchmal ist nicht das Knotenblech die günstige Antwort, sondern ein Millimeter mehr Wanddicke: 100×100×3 und 100×100×4 trennen im Preis weniger, als ein Dutzend Knotenbleche mit Zuschnitt und Verputzen kosten. Diese Rechnung gehört vor die Stückliste, nicht danach.

Freitragender Carport: wie er aufgebaut ist

Beim freitragenden Carport stehen die Stützen in einer Reihe hinten, und die Dachträger kragen ohne Auflager nach vorn aus. Vor dem Auto steht nichts — keine Stütze, an der man die Tür anschlägt, kein Hindernis beim Schneeräumen der Einfahrt. Der Preis dafür ist mechanisch: Was beim normalen Carport die vorderen Stützen tragen, übernimmt hier die Biegung. Das Moment aus dem Schnee an der Kragarmspitze geht in den Anschluss Träger–Stütze, die Stütze hinunter in den Fuß und in ein Fundament, das dem Kippen widerstehen muss.

  • Stütze — größerer Querschnitt als beim Vierpfosten-Carport mit gleichem Dach; oft ein I-Profil oder ein Rechteckrohr, dessen lange Seite in der Biegeebene steht.
  • Anschluss Träger–Stütze — biegesteif: Stirnplatte mit Schrauben oder Schweißnaht mit Rippen. Das Gelenk, das beim normalen Carport reicht, bedeutet hier ein durchhängendes Dach.
  • Fuß und Fundament — mehr Anker in größerem Abstand, dickere Fußplatte, schwereres Betonfundament. Schraubfundamente kommen nur infrage, wenn der Hersteller eine Momententragfähigkeit dafür angibt.
  • Variante mit Zugstangen — über der Stütze steht ein kurzer Pylon, von ihm läuft eine Stange mit Spannschloss zur Kragarmspitze. Aus Biegung wird Zug in der Stange, der Träger kann leichter sein. Die Zugstange trägt nur auf Zug: Bei Windsog wird sie schlaff, und das ganze Moment geht zurück auf den Träger — deshalb rechnet auch diese Variante der Planer.
Drei Carport-Schemata: auf zwei Stützenreihen, freitragend mit einer Reihe und größerem Fundament, freitragend mit Pylon und Zugstange
Beim freitragenden Carport geht das Moment aus Schnee über den biegesteifen Anschluss und die Stütze ins Fundament; die Zugstange macht aus einem Teil der Biegung Zug.

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Ein freitragender Carport ist ein belastetes Tragwerk ohne die Reserve einer zweiten Stützenreihe. Querschnitte, Schrauben und Fundament kommen aus der Statik; diese Seite erklärt, woraus er besteht und wo seine Schwachstellen liegen.

Aus welchen Profilen ein Carport gebaut wird — und warum

Stützen und Träger macht man aus Hohlprofilen. Ein Quadratrohr ist in beide Richtungen gleich steif, hat keine Flansche, auf denen Wasser und Laub liegen bleiben, und lässt sich rundum leicht beschichten. Das Metergewicht kommt aus der Tabelle, nicht aus dem Gedächtnis:

  • 100×100×4 — 11,7 kg/m, die häufigste Stütze für ein bis zwei Autos;
  • 100×100×5 — 14,4 kg/m, wenn eine dickere Wand lieber ist als Knotenbleche;
  • 120×60×4 — 10,5 kg/m, der Längsträger hochkant;
  • 60×40×3 — 4,25 kg/m, Pfetten unter dem Trapezblech und Kopfbänder;
  • IPE 160 — 15,8 kg/m, wenn der Kragarm lang ist und ein hoher Träger nötig wird.

Das Rechteckrohr steht mit der langen Seite senkrecht: Bei gleicher Masse biegt sich ein hochkant liegender Träger deutlich weniger durch als ein flach liegender. Ein I-Profil ist je Kilogramm in einer Ebene steifer, hat aber offene Flansche, die beidseitig beschichtet werden müssen, und braucht Kappen am Anschluss an ein Rohr. Vollständige Gewichtstabellen — Rohr- und Hohlprofilgewicht und Trägergewicht.

Knoten und Nähte: welche Naht

Die am stärksten belastete Naht am Carport verbindet die Stütze mit der Fußplatte. Die Nahtdicke begrenzt das dünnere Teil — hier die Rohrwand. Bei 4 mm Wand liegt die sinnvolle Obergrenze bei 0,7·4 = 2,8 mm, die kleinste Naht, die EN 1993-1-8 als tragend anerkennt, ist aber a3 (Schenkel z ≈ 4,2 mm). Das Fenster ist schmal: Die Stütze wird mit a3 rundum geschweißt, einen stärkeren Anschluss bringt eine dickere Wand (0,7·5 = 3,5 mm bei 100×100×5) oder Rippen, nicht eine größere Naht. Die Umrechnung a ↔ z und die Warnungen zeigt der Kehlnahtrechner.

Schweißgut ist wenig: Sechs Stützen 100×100 sind 2,4 m Naht a3, rund 0,19 kg bei 0,078 kg/m. Teuer ist nicht das Schweißgut, sondern die Vorbereitung: ein rechtwinklig gesägtes Rohrende, eine saubere Platte und ein Spalt, der die Wurzel durchschweißen lässt.

  • Durchgehende Nähte ohne Lücken — eine unterbrochene Naht am Hohlprofil lässt Schlitze, durch die Wasser ins Innere läuft.
  • Kappe oben auf der Stütze — ohne sie sammelt sich Wasser im Rohr, gefriert im Winter und bläht die Wände auf.
  • Löcher fürs Verzinken — ein Rahmen für die Feuerverzinkung braucht Entlüftungs- und Ablauflöcher in jedem geschlossenen Abschnitt (EN ISO 14713-2); Einzelheiten im Artikel Vierkantrohr schweißen.

Reihenfolge von Fertigung und Montage

  1. Aufmaß und Skizze — die tatsächlichen Maße des Platzes, das Gefälle des Geländes, wo die Rinne läuft und wohin das Wasser geht.
  2. Stückliste und Zuschnitt — Positionen, Masse, Schnittplan der Stangen; erst dann die Stahlbestellung.
  3. Sägen und Vorbereiten — Längen nach Plan, Fußplatten mit Ankerlöchern, Kappen.
  4. Rahmen auf dem ebenen Tisch schweißen — heften, Diagonalen messen, erst dann fertig schweißen; nach dem Abkühlen noch einmal messen.
  5. Beschichtung — Zink oder Farbe, bevor das Tragwerk zur Baustelle fährt; in der Halle wird die Beschichtung gleichmäßig und härtet unter kontrollierten Bedingungen.
  6. Fundamente — Fundamente oder Anker werden vorab hergestellt; Beton braucht etwa eine Woche, bevor er belastet wird.
  7. Montage — Stützen, Ausrichten mit Unterlegplatten, Träger, Pfetten, Kopfbänder, zuletzt Eindeckung und Bleche. Montageschäden an der Beschichtung werden mit Zinkspray ausgebessert.

Das Schweißen des Carports selbst dauert in der Halle rund eine Woche, der Lack trocknet drei bis fünf Tage, am längsten zieht sich die Abstimmung der Skizze. Den ganzen Zeitplan zeigt der Artikel Ablauf und Preis.

Korrosionsschutz

Ein Carport steht das ganze Jahr im Regen, deshalb entscheidet über sein Alter öfter die Beschichtung als der Querschnitt. Gezählt wird bis zum ersten Rostansatz: Grundierung mit Lack 3–5 Jahre, Pulverbeschichtung 7–10, Feuerverzinkung über 25, Zink mit Polymer über 30 Jahre. Feuerverzinkung schützt auch das Rohrinnere, wohin kein Pinsel kommt. Am schnellsten rostet der Stützenfuß — der Übergang zum Beton, wo Wasser und Streusalz stehen; eine Fußplatte über Geländeniveau hält meist länger als eine einbetonierte Stütze.

Typische Fehler

  • Dachneigung unter 3° — das Dach wirkt eben, aber auf dem Blech stehen Wasser und Schmutz.
  • Fußplatte mit Ankern auf dünnem Estrich — nötig ist eine Platte ab 150 mm, sonst reißt der Anker den Beton heraus.
  • Keine Verbände — die Stützenreihe klappt bei Wind in Längsrichtung seitlich weg.
  • „z6“ statt „a6“ — Schenkel mit Kehlnahtdicke verwechselt ergibt eine um rund 30 % schwächere Naht.
  • Dicht verschweißte Rohre zum Verzinken — sie können im Bad platzen.
  • Freitragender Carport auf normalem Fundament — ein Fundament, das für eine gedrückte Stütze und nicht für ein Moment bemessen ist, neigt sich mit der Zeit.

Material berechnen: Beispiel 3×6 m

Pultdach-Carport 3×6 m auf drei Stützenpaaren (Trägerspannweite 3 m, im Bereich eines Trägers aus Hohlprofil). Die vorderen Stützen sind 20 cm höher als die hinteren: Auf 3 m Breite ergibt das rund 4° Neigung. Die Zusammenstellung ist ein Beispiel für die Massenermittlung, keine Statik — Querschnitte für eine bestimmte Last wählt der Tragwerksplaner.

BauteilProfilLänge, mStk.kg/mkg
Stütze vorn100×100×42,70311,794,8
Stütze hinten100×100×42,50311,787,8
Längsträger120×60×46,00210,5126,0
Pfette60×40×33,4074,25101,1
Kopfband60×40×30,8084,2527,2
Summe436,9
Mit 5 % Zuschlag459

Das ergibt 437 kg netto und 459 kg mit 5 % Zuschlag — genauso viel zeigt der Stücklistenrechner, in dem man noch Fußplatten und Anker ergänzt. Vor der Bestellung lohnt es sich, die Pfetten durch den Zuschnittplan zu schicken: Aus einer 6-m-Stange kommt eine Pfette 3,4 m und 2,6 m Rest. Deshalb sind die Kopfbänder hier aus demselben Profil — aus drei Reststücken lassen sich alle acht à 0,8 m schneiden, eigene Stangen dafür braucht es nicht. Die zweite Falle: Zwei Stücke à 3000 mm passen nicht in eine 6000-mm-Stange, weil die Säge bei jedem Schnitt rund 3 mm frisst — eine Pfette von 2995 mm löst das.

Wie es weitergeht

Wird der Carport ans Haus gestellt und soll den Eingang decken, siehe Vordächer: dieselbe Frage der Verankerung in der Wand, nur kommt die Last in zwei Punkten an. Wird er später mit Wänden geschlossen, ist es eine Garage — und über Lüftung muss man vorher nachdenken. Preis, Termine, Beschichtung und Anker stehen unter Ablauf und Preis.

Häufige Fragen

Was kostet ein Carport für ein Auto?

Der Preis setzt sich aus sechs Teilen zusammen: Stahl etwa ein Drittel, dann Zuschnitt und Biegen, Schweißen und Zusammenbau, Beschichtung, Montage und Lieferung. Deshalb bewegt selbst gekauftes Rohr das Angebot kaum — es ändert nur das erste Drittel. Die Aufschlüsselung steht unter Ablauf und Preis.

Geht ein Carport auch ohne Beton?

Ja, auf Schraubfundamenten. Sie tragen sofort nach dem Eindrehen, brauchen keine Woche Aushärtung und kommen mit hebendem Boden besser zurecht. Einbetonieren bleibt beim Material günstiger, verlangt aber Wartezeit und muss unter die Frostgrenze — in Warschau 0,9–1,2 m.

Welches Gefälle braucht ein Carport?

Nicht unter 3°, in der Praxis 3–5°. Ein flacheres Gefälle sieht eben aus, hält aber Wasser und Schmutz auf dem Dach, im Winter kommt Eis dazu. Das Gefälle gibt entweder der Binder selbst oder unterschiedlich hohe vordere und hintere Stützen.

Polycarbonat oder Trapezblech?

Polycarbonat lässt Licht durch und lässt sich zum Bogen biegen — damit entstehen Bogen- und Halbbogen-Carports. Trapezblech ist günstiger, steifer und vergilbt nicht, aber darunter ist es dunkel und bei Regen lauter. Für ein Auto nimmt man meist Blech, an einem Haus mit Fenstern zum Hof eher Polycarbonat.

Freitragender Carport — was ist anders und worauf muss man achten?

Die Stützen stehen nur hinten, das Dach kragt nach vorn aus wie ein Regalbrett. Der Kragarm arbeitet auf Biegung, deshalb geht das ganze Moment in die Stütze und ins Fundament: Der Fuß muss größer oder tiefer sein, mit mehr Ankern in größerem Abstand, und die Querschnitte von Stütze und Träger wachsen. Die Variante mit Zugstangen leitet einen Teil der Last in gezogene Stäbe. Die Abmessungen eines solchen Carports legt der Tragwerksplaner fest — ein freitragender Carport hat keine Reserve in Form vorderer Stützen.

Wie viel Stahl braucht ein Carport 3×6 m?

Im Beispiel auf dieser Seite — sechs Stützen 100×100×4, zwei Träger 120×60×4 à 6 m, sieben Pfetten 60×40×3 und acht Kopfbänder — sind es rund 440 kg netto und rund 460 kg mit 5 % Schnittzuschlag. Ohne Platten, Anker und Eindeckung. Die eigene Zusammenstellung rechnet der Stücklistenrechner: Er liefert die Masse jeder Position und die Summe.

Welche Naht an der Carportstütze?

Bei 4 mm Wand ergibt die Regel „a höchstens 0,7 der Dicke“ 2,8 mm, die kleinste tragende Kehlnaht nach EN 1993-1-8 ist aber a3 (Schenkel rund 4,2 mm). Deshalb wird die Stütze mit a3 rundum und ohne Unterbrechung an die Fußplatte geschweißt. Braucht der Planer einen stärkeren Anschluss, wird die Wand des Profils erhöht oder es kommen Rippen dazu, nicht eine dickere Naht.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert:

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