Carports aus Stahl

Ein Carport sieht einfach aus: vier Stützen und ein Dach. Genau dort wird aber am häufigsten an dem gespart, was sich später nicht mehr richten lässt — an der Gründungstiefe, am Querschnitt der Stütze und am Gefälle des Dachs. Hier ist er Knoten für Knoten zerlegt, in der Reihenfolge, in der ihn die Werkstatt rechnet.

Der Carport als Ganzes

Ein Pultdach-Carport für ein Auto besteht aus zwei vorderen und zwei hinteren Stützen, einem tragenden Element an der Vorderkante, Pfetten quer dazu und der Eindeckung darauf. Die Last läuft von oben nach unten: Schnee legt sich auf die Eindeckung, die gibt ihn an die Pfetten, die Pfetten an den Binder, der Binder an die Stützen, die Stützen an das Fundament. Das schwächste Glied dieser Kette bestimmt die ganze Konstruktion — und ist selten das, worauf man schaut.

Carport in Schrägprojektion: zwei vordere und zwei hintere Stützen, Binder an der Vorderkante, Pfetten, Eindeckung, Rinne und Knotenbleche, mit Maßen und sieben Hinweisen
Sieben Teile eines Carports. Die Maße gibt das Auto vor: 3,0–3,5 m breit, 5–6 m lang und 2,3 m licht.

Diese Maße kommen nicht aus der Optik. 3,0–3,5 m Breite sind das Auto plus geöffnete Tür, 5–6 m Länge sind das Auto plus Platz, vorn herumzugehen, 2,3 m lichte Höhe sind ein Wagen mit Dachbox. Für zwei Autos baut man keinen breiteren Carport, sondern setzt einen dritten Rahmen oder einen Binder mit größerer Spannweite.

Stützen: sechs Varianten

Der Querschnitt folgt Spannweite und Schneelast. Für Warschau sind 0,9 kPa anzusetzen, rund 90 kg je Quadratmeter Dachfläche — auf einem Carport von 3×6 m kommen fast zwei Tonnen zusammen. Ein Rohr 80×80×3 trägt bis drei Meter Spannweite mit leichter Eindeckung, darüber nimmt man 100×100×4.

Sechs Felder mit Varianten der Carport-Stütze: Rohr 80×80, Rohr 100×100, Doppelstütze, Rundrohr, Gitterstütze und Wandkonsole
Sechs Stützenarten. Doppelstütze und Gitterstütze bringen Steifigkeit, wo ein größerer Querschnitt einfach nicht mehr aussieht.

Zwei dieser sechs lösen nicht Festigkeit, sondern Platz. Die Wandkonsole nimmt die vorderen Stützen ganz weg: der Carport hängt am Haus, und es gibt nichts, wogegen eine Autotür stoßen könnte. Die Gitterstütze lohnt dort, wo die Höhe groß ist und das Gewicht klein bleiben soll — sie ist ein hochkant gestellter Binder.

Wie die Stütze im Boden hält

Das ist der teuerste Knoten zum Nachbessern: ihn nach der Montage zu ändern heißt, den Carport abzubauen. Die Wahl folgt dem, was auf dem Grundstück schon vorhanden ist.

Sechs Auflager der Stütze: Einbetonieren im Boden, Fußplatte auf Ankern, Ankerplatte im Beton, Schraubfundament, seitliche Befestigung am Sockel und verstellbarer Fuß
Sechs Arten, eine Stütze aufzulagern. Eine Fußplatte auf Ankern braucht eine Platte ab 150 mm — in dünnem Estrich reißt der Anker ein Stück Beton heraus.
  • Einbetonieren im Boden — beim Material am günstigsten, aber unter die Frostgrenze und mit einer Woche Wartezeit.
  • Schraubfundament — ohne Beton und ohne Warten, steckt Hebungen weg; an einem Tag gesetzt.
  • Fußplatte auf Ankern — wenn die Fläche bereits betoniert ist. Es muss eine echte Platte sein, ab 150 mm, kein Ausgleichsestrich.
  • Verstellbarer Fuß — bei geneigter Fläche: die Höhe wird vor Ort eingestellt, darunter kommt Verguss.

Oben: Träger oder Binder

Bis vier Meter Spannweite gibt es nichts zu diskutieren — ein Träger aus Profil ist einfacher und billiger. Danach gewinnt der Binder: bei gleicher Spannweite wiegt er halb so viel, also werden auch die Stützen darunter leichter. Bezahlt wird das mit Knoten, und jeder Knoten heißt schneiden, anpassen, schweißen.

Sechs Varianten des tragenden Oberteils: Träger aus Profil, Dreiecksbinder, Parallelbinder mit N-Streben, W-Streben, Bogenbinder und strebenloser Vierendeel-Binder
Sechs tragende Oberteile. Der Unterschied zwischen N und W liegt darin, wie die Streben die Spannweite teilen: W ist bei gleicher Höhe leichter.

Der Dreiecksbinder gibt das Gefälle selbst vor, dafür braucht es keine unterschiedlich hohen Stützen. Der Parallelbinder lässt die Untersicht gerade — wichtig, wenn man von unten daruntersieht und eine klare Linie will. Der Bogenbinder gehört zum Polycarbonat: die Platte biegt sich zum Bogen und verträgt keinen Knick.

Dachform

Sechs Carport-Silhouetten von der Seite: Pultdach, Satteldach, Bogendach, Halbbogen, Kragdach und Flachdach mit Gefälle
Sechs Silhouetten. Unter 3° Gefälle bleiben Wasser und Schmutz liegen: für das Auge eben, in Wahrheit eine Pfütze.

Das Kragdach steht für sich: beide Stützen rücken nach hinten, und vor dem Auto bleibt nichts, wogegen eine Tür schlagen könnte. Bezahlt wird das in Stahl, denn ein Kragarm arbeitet auf Biegung und der Querschnitt wächst. Das Flachdach mit Gefälle gehört dorthin, wo der Carport ans Haus stößt und dessen Dach nicht widersprechen soll; am Rand läuft eine Attika, das Wasser geht ins Fallrohr.

Verstärkungen: was hilft, wenn es arbeitet

Ein Carport, der sich im Wind bewegt, biegt sich fast nie in Feldmitte — es bewegt sich der Anschluss. Deshalb kommt die Verstärkung in den Knoten.

Sechs Verstärkungen, jeweils orange hervorgehoben: Knotenblech, Kopfband, Rippen im Fuß, Lasche am Stoß, Verbände zwischen den Stützen und größere Wanddicke
Sechs Verstärkungen. Verbände zwischen den Stützen sind die unauffälligsten und die nötigsten: ohne sie kippt die Stützenreihe seitlich weg.

Manchmal ist nicht das Knotenblech die günstige Antwort, sondern ein Millimeter mehr Wanddicke: 100×100×3 und 100×100×4 trennen im Preis weniger, als ein Dutzend Knotenbleche mit Zuschnitt und Verputzen kosten. Diese Rechnung gehört vor die Stückliste, nicht danach.

Wie es weitergeht

Wird der Carport ans Haus gestellt und soll den Eingang decken, siehe Vordächer: dieselbe Frage der Verankerung in der Wand, nur kommt die Last in zwei Punkten an. Wird er später mit Wänden geschlossen, ist es eine Garage — und über Lüftung muss man vorher nachdenken. Preis, Termine, Beschichtung und Anker stehen unter Ablauf und Preis.

Häufige Fragen

Was kostet ein Carport für ein Auto?

Der Preis setzt sich aus sechs Teilen zusammen: Stahl etwa ein Drittel, dann Zuschnitt und Biegen, Schweißen und Zusammenbau, Beschichtung, Montage und Lieferung. Deshalb bewegt selbst gekauftes Rohr das Angebot kaum — es ändert nur das erste Drittel. Die Aufschlüsselung steht unter Ablauf und Preis.

Geht ein Carport auch ohne Beton?

Ja, auf Schraubfundamenten. Sie tragen sofort nach dem Eindrehen, brauchen keine Woche Aushärtung und kommen mit hebendem Boden besser zurecht. Einbetonieren bleibt beim Material günstiger, verlangt aber Wartezeit und muss unter die Frostgrenze — in Warschau 0,9–1,2 m.

Welches Gefälle braucht ein Carport?

Nicht unter 3°, in der Praxis 3–5°. Ein flacheres Gefälle sieht eben aus, hält aber Wasser und Schmutz auf dem Dach, im Winter kommt Eis dazu. Das Gefälle gibt entweder der Binder selbst oder unterschiedlich hohe vordere und hintere Stützen.

Polycarbonat oder Trapezblech?

Polycarbonat lässt Licht durch und lässt sich zum Bogen biegen — damit entstehen Bogen- und Halbbogen-Carports. Trapezblech ist günstiger, steifer und vergilbt nicht, aber darunter ist es dunkel und bei Regen lauter. Für ein Auto nimmt man meist Blech, an einem Haus mit Fenstern zum Hof eher Polycarbonat.

Autor: Schweißer Aktualisiert: