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Bühnen, Übersteige und Rohrbrücken

Alles, was den Menschen über den Hallenboden hebt: die Bühne an der Maschine, die Empore über dem Lager, der Laufsteg an der Wand, die Rohrbrücke. Die Form dieser Dinge folgt einer Norm und nicht dem Geschmack — Handlauf, Knieleiste, Fußleiste und der Winkel des Laufs stehen in EN ISO 14122, und danach wird die Bühne abgenommen.

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Video zum Artikel: Wartungsbühnen, Beläge, Geländer und Treppen aus Stahl

Woraus eine Bühne besteht

Von unten nach oben: Säulen mit Fußplatten auf Dübeln, Verband dazwischen, Träger, Belag, Geländer. Es lohnt sich, getrennt zu verstehen, was was trägt. Der Belag gibt die Last an die Träger, die Träger an die Säulen, die Säulen an den Boden. Das Geländer trägt gar nichts: es nimmt den waagerechten Stoß auf und wird deshalb am Träger befestigt, nicht am Belag.

Wartungsbühne in schiefer Projektion: zwei Säulen mit Verband und Fußplatten auf Dübeln, Träger unter dem Belag, Gitterrost, Geländer an der hinteren Kante mit Handlauf, Knieleiste und Fußleiste, Treppe rechts, Figur als Maßstab
Der Verband zwischen den Säulen wirkt genau bis zum ersten Schritt auf der Bühne überflüssig: ohne ihn klappt der Rahmen in Längsrichtung zusammen.

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Die Bühnenhöhe richtet sich nicht nach Bequemlichkeit, sondern danach, was erreicht werden muss. Gemessen wird vom Arbeitspunkt nach unten: der bequeme Bereich für die Hände liegt zwischen 700 und 1600 mm über dem Belag. Daraus ergeben sich jene zwei bis drei Meter, auf denen die meisten Wartungsbühnen stehen.

Wo sie stehen

Sechs Bühnen an verschiedenen Stellen der Halle: an der Maschine, Empore über dem Lager, Laufsteg an der Wand, Rohrbrücke, Übersteig über eine Rohrleitung und eine auskragende Bühne an der Wand
Sechs Orte. Die auskragende Bühne belegt gar keine Bodenfläche, verlangt aber eine Wand, die ein Moment aufnimmt und nicht nur Gewicht.

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Die Bühne an der Maschine ist die häufigste und einfachste: zwei bis drei Stufen und ein Belag auf 600–900 mm. Die Empore über dem Lager ist bereits ein Bauwerk: sie trägt Lagergut statt eines Menschen, deshalb wird die Last gesondert gerechnet und als Zugang eine Treppe gesetzt, weil darüber getragen wird.

Die Rohrbrücke unterscheidet sich von der Bühne dadurch, dass niemand auf ihr geht: sie führt Rohre, und maßgeblich ist nicht der Belag, sondern der Rahmenabstand — vier bis sechs Meter bei üblichen Durchmessern. Der Übersteig besteht aus zwei kurzen Läufen und einem Podest dazwischen; er kommt dorthin, wo das Rohr weder überschritten noch umgangen werden kann.

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Beläge

Der Belag entscheidet zwei Dinge zugleich: was durch ihn nach unten fällt und wie viel Höhe er frisst. Der Gitterrost lässt Wasser, Schmutz und Licht durch — darunter bleibt es trocken, aber alles Fallengelassene landet auf dem Boden. Vollblech lässt nichts durch, dafür steht Wasser darauf und es muss gereinigt werden.

Sechs Beläge als Stück in schiefer Projektion mit der Stirnseite daneben: Pressrost, Streckmetall, Tränenblech, Flachstahl hochkant, Bohle auf Stahlrahmen und ein abnehmbares Feld mit Rahmen und Griff
Sechs Beläge. Die Bauhöhe des Belags geht vom lichten Raum unter der Bühne ab — wo darunter gefahren wird, sind das entscheidende Zentimeter.

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Streckmetall kostet etwa die Hälfte des Pressrosts, und damit enden seine Vorzüge: unter Punktlast — dem Fuß einer Trittleiter, der Ecke einer Kiste — beult es ein und kommt nicht zurück. Für Wagen und Fässer nimmt man Flachstahl hochkant, der zugleich der schwerste Belag ist.

Geländer nach Norm

Sechs Ausführungen eines Industriegeländers: Handlauf mit Knieleiste und Fußleiste, mit Gitterfüllung, Stiel auf Fußplatte mit Dübeln, selbstschließendes Tor, klappbares Feld und ein Dachgeländer auf Ballast
Sechs Ausführungen. Die Norm ist bei allen dieselbe; gewählt wird die Befestigung und die Art, wie das Geländer öffnet.

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Die Maße stehen nicht zur Diskussion: 1100 mm Handlauf, Knieleiste auf halber Höhe, Fußleiste 100 mm. Der Rest schon. Ein Stiel auf Fußplatte wird ohne Schweißen gesetzt und wieder abgenommen — wichtig dort, wo die Bühne transportiert oder umgesetzt wird. Der angeschweißte ist günstiger und steifer, bindet die Bühne aber dauerhaft an ihren Platz.

Die Öffnung ist die gefährlichste Stelle des Geländers. Eine abnehmbare Kette ist kein Geländer: sie wird abgenommen und nicht wieder eingehängt. Richtig sind zwei Lösungen — ein selbstschließendes Tor und ein klappbares Feld mit Verriegelung in der oberen Lage; beide gehen von selbst in den geschlossenen Zustand zurück.

Treppen und Leitern

Der Winkel entscheidet, was die Hände tun. Bis 45° geht der Mensch vorwärts und trägt, was er will. Zwischen 45 und 60° liegt eine Hand ständig am Holm. Die senkrechte Leiter wird mit dem Gesicht zur Leiter und nur mit leeren Händen bestiegen — Werkzeug muss also gesondert hochgezogen werden.

Sechs Industrietreppen und -leitern: Treppe mit 45 Grad, Steigleiter mit 60, senkrechte Leiter mit Rückenschutz, senkrechte mit Steigschutzschiene, Übersteig über eine Rohrleitung und zwei Läufe mit Podest
Sechs Ausführungen. Die senkrechte Leiter gehört dorthin, wo selten gestiegen wird, nicht dorthin, wo der Platz für eine Treppe fehlte.

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Rückenschutzbügel sind an senkrechten Leitern über drei Meter Pflicht, über zehn Meter reichen sie nicht mehr: dort kommt eine Steigschutzschiene mit Mitläufer. Die Bügel fangen entgegen der Erwartung niemanden auf — sie verhindern, dass der Stürzende Geschwindigkeit aufnimmt und ausschwenkt, die Fallhöhe verringern sie nicht.

Welche Profile und warum

Eine Bühne ist ein tragendes Bauteil. Die Querschnitte unten zeigen deshalb, wie man sie üblicherweise wählt, und sind kein fertiges Ergebnis. Träger, Stützen, Anker und Anschlüsse bemisst der Tragwerksplaner für die tatsächliche Last und Spannweite, und vor der Inbetriebnahme prüft eine befähigte Person die Bühne. Die Werkstatt baut, was auf der Zeichnung steht.

  • Stützen — Quadratrohr 100×100×4, 11,7 kg/m, bei hohen, schweren Zwischendecken HEA 100, 16,7 kg/m. Das Hohlprofil knickt in beide Richtungen gleich schwer und ist leichter zu beschichten.
  • Hauptträger — UPN 160, 18,8 kg/m, oder IPE 160, 15,8 kg/m. Das U-Profil hat außen einen glatten Steg: Daran lassen sich Geländerpfosten und Fußleiste bequem anschrauben.
  • Nebenträger — UPN 100, 10,6 kg/m, im Abstand passend zur Tragfähigkeit des Rostes; je weiter, desto höher der Tragstab.
  • Verbände — Winkel L 50×50×5, 3,77 kg/m, als Kreuz oder als Kopfband von der Stütze zum Träger.
  • Geländer — Handlauf und Pfosten aus Rohr 42,4×3,2, 3,09 kg/m, Knieleiste aus Rohr 33,7×3,2, 2,41 kg/m. Ein Rundrohr dieses Durchmessers liegt gut in der Hand, ein Vierkant nicht.

Metergewichte anderer Größen stehen in den Rechnern für I-Träger, U-Profile und Hohlprofile. Bei der Wahl zwischen UPN und IPE gleicher Höhe gilt: Die Durchbiegung hängt an der Steifigkeit, nicht am Gewicht. Bei größerer Spannweite wird der Träger oft nicht wegen der Tragfähigkeit größer, sondern weil der Belag beim Gehen zu federn beginnt.

Anschlüsse und Nähte

Eine Bühne hat drei Arten von Anschlüssen, jede mit eigener Logik.

  • Stütze — Fußplatte — Platte mit umlaufender Kehlnaht an die Stütze, Anker in den Boden. Hier läuft die gesamte Vertikallast und das Moment aus den Verbänden durch, also bestimmt die Statik die Nahtdicke, nicht die Wanddicke.
  • Träger — Stütze — Stirnplatten oder Laschen in der Werkstatt angeschweißt, auf der Baustelle verschraubt. Eine geschraubte Bühne kommt als Paket, passt durch die Tür und lässt sich später umsetzen; eine vor Ort geschweißte nicht.
  • Geländer — Pfosten an Flansch oder Träger umlaufend geschweißt, Handlauf und Knieleiste an den Pfosten, Fußleiste mit unterbrochener Naht.

Bei 4 mm Wand liegt die Obergrenze 0,7·t bei 2,8 mm und damit unter a3, der kleinsten tragenden Kehlnaht nach DIN EN 1993-1-8 — geschweißt wird also a3. Zu a3 gehört eine Schenkellänge z ≈ 4,2 mm und etwa 0,078 kg Schweißgut je Meter; a4 sind schon z ≈ 5,7 mm und 0,138 kg/m, fast doppelt so viel Draht. Die Maße prüft der Kehlnahtrechner.

Gitterroste auf einer verzinkten Bühne werden nicht angeschweißt, sondern mit Klemmen an den Trägern befestigt, vier je Rost. Schweißen brennt das Zink weg, und mit Klemmen lässt sich ein Rost herausnehmen, wenn man von oben an die Maschine muss.

Ablauf von Fertigung und Montage

  1. Aufmaß vor Ort — Höhe des Arbeitspunkts, Hindernisse im Boden, Leitungen darüber, Zugangsrichtung.
  2. Planung und Statik — Nutzlast, Stützenraster, Querschnitte, Anker; Werkstattzeichnung mit Stückliste.
  3. Sägen und Bohren — Schraubenlöcher vor dem Beschichten oder Verzinken, nie danach.
  4. Baugruppen schweißen — Stützen mit Fußplatten, Träger mit Stirnplatten, Geländerfelder auf dem Tisch nach Lehre.
  5. Korrosionsschutz — Verzinken oder Beschichten in der Werkstatt.
  6. Montage — Stützen auf die Anker, mit Futterblechen ausrichten, Träger verschrauben, Verbände, erst dann Roste und Geländer.
  7. Abnahme — Geländermaße, Anzug von Schrauben und Ankern, Schließen der Pendeltür; Ausbessern der Beschichtung an Baustellenstößen.

Korrosionsschutz

In einer trockenen Halle genügt eine Beschichtung: Grund- und Deckbeschichtung halten jahrelang, weil nichts die Bühne nass macht. Anders an der Waschstraße, im Lebensmittelbetrieb, im Freien oder über einem Prozessbecken — dort wählt man Feuerverzinkung. Hohlprofile brauchen dafür Entlüftungs- und Ablauföffnungen an jedem Ende, sonst nimmt die Verzinkerei das Teil nicht an: Eingeschlossene Luft sprengt das Rohr im Zinkbad. Die Öffnungen gehören von Anfang an in die Zeichnung. Schrauben für eine verzinkte Bühne sind ebenfalls verzinkt, und jede Stelle, die nach dem Verzinken geschnitten oder geschweißt wird, wird gesäubert und mit Zinkspray geschlossen.

Typische Fehler

  • Keine Verbände — ein Rahmen ohne Diagonalen steht, bis jemand darauf geht; der erste Schritt bringt ihn längs der Träger ins Schwingen.
  • Geländer am Rost angeschweißt — der Rost nimmt keinen Horizontalstoß auf; der Pfosten gehört auf den Träger.
  • Kette statt Tür — nach einer Woche hängt sie offen.
  • Löcher nach dem Verzinken gebohrt — blanker Stahl in jedem Loch, Rost kriecht nach dem ersten Winter unter den Scheiben hervor.
  • Träger nach Augenmaß — die Tragfähigkeit mag reichen, trotzdem biegt der Belag durch und schwingt, weil der Träger für die Spannweite zu weich ist.

Material berechnen: Beispiel Bühne 3×2 m

Arbeitsbühne 3×2 m auf 2,5 m Höhe: vier Stützen, zwei Hauptträger à 3 m, vier Nebenträger à 2 m, zwei Verbände, Geländer an drei Seiten (zusammen 7 m Handlauf und 7 m Knieleiste) und acht Pfosten à 1,1 m. Ohne Treppe, Roste und Fußplatten. Die Querschnitte sind beispielhaft — sie zeigen die Mengenermittlung und ersetzen keine Statik.

BauteilProfilLänge, mStk.kg/mkg
Stütze100×100×42,50411,7117,0
HauptträgerUPN 1603,00218,8112,8
NebenträgerUPN 1002,00410,684,8
VerbandL 50×50×53,2023,7724,1
Handlauf42,4×3,27,0013,0921,6
Knieleiste33,7×3,27,0012,4116,9
Geländerpfosten42,4×3,21,1083,0927,2
Summe404,4
Mit 5 % Zuschlag425

Das ergibt 404 kg netto und 425 kg mit Zuschlag, rund 71 kg Stahl je Quadratmeter Bühne. Mehr als drei Viertel des Gewichts sind Stützen und Träger; das Geländer, obwohl man es am meisten sieht, ist leicht. Der Gitterrost kommt dazu — sein Flächengewicht steht im Datenblatt des Herstellers für die gewählte Masche und Tragstabhöhe. Alles samt Treppe rechnet der Stücklistenrechner nach, den Zuschnitt aus Handelslängen der Zuschnittplan.

Wie es weitergeht

Über Treppen und Geländer im Haus statt in der Halle gibt es einen eigenen Beitrag: Treppen und Geländer. Die Konstruktion, in der die Bühne steht, ist unter Rahmen und Hallen beschrieben. Woraus sich der Preis zusammensetzt und wie lange es dauert, steht in Ablauf und Preis.

Häufige Fragen

Wie hoch muss das Geländer einer Bühne sein?

1100 mm vom Belag bis zur Oberkante des Handlaufs, Knieleiste etwa auf halber Höhe und Fußleiste 100 mm an der Belagkante. Das ist keine Vorliebe der Werkstatt, sondern Forderung der EN ISO 14122-3, nach der die Bühne abgenommen wird. Die Fußleiste schützt nicht den Menschen, sondern das, was ihm herunterfällt: ohne sie geht der Schlüssel über die Kante.

Welche Last wird für den Belag angesetzt?

Mindestens das, was DIN EN ISO 14122-2 vorgibt: 2 kN/m² verteilt (rund 200 kg/m²) und 1,5 kN auf einer Fläche von 200×200 mm. Eine gewöhnliche Wartungsbühne wird meist für 300 kg/m² ausgelegt, und darin stecken bereits zwei Personen mit Werkzeug. Gerechnet wird nicht das Gewicht des Menschen, sondern das, was er hinaufträgt: ein Fass, eine Baugruppe vom Kran, eine Kiste Vorrichtungen. Ist das zu erwarten, wird die Last gesondert vorgegeben — und dann ändert sich nicht der Belag, sondern die Träger darunter.

Warum ist eine Treppe besser als eine Steigleiter?

Wegen der Hände. Bis 45° geht man vorwärts, beide Hände frei, und kann eine Kiste tragen. Über 45° liegt eine Hand ständig am Holm, und eine senkrechte Leiter steigt man mit dem Gesicht zur Leiter und ausschließlich mit leeren Händen. Deshalb gehört die senkrechte Leiter dorthin, wo selten gestiegen wird, und nicht dorthin, wo der Platz fehlte.

Geht eine Bühne ohne Bohren im Boden?

Ja, wenn sie sich auf die Maschine selbst oder auf eine Wand abstützt. Im Boden verankert wird sie nicht wegen des Gewichts, sondern gegen das Kippen: eine schmale hohe Bühne ohne Dübel wippt beim Schritt. Dachgeländer werden aus demselben Grund auf Ballast gesetzt — dort darf nicht gebohrt werden, und die Standsicherheit kommt aus der Masse.

Aus welchen Profilen schweißt man eine Arbeitsbühne?

Üblich sind Stützen aus Quadratrohr 100×100×4 oder HEA, Hauptträger aus UPN oder IPE, Nebenträger aus einem kleineren U-Profil, Handlauf aus Rohr 42,4×3,2 und Verbände aus Winkelstahl. Die genaue Trägergröße ergibt die Statik für Last und Spannweite, nicht eine Tabelle: Eine Bühne ist ein tragendes Bauteil und wird vom Tragwerksplaner bemessen.

Wie schwer ist eine Stahlbühne 3×2 m?

Im Beispiel auf dieser Seite — vier Stützen à 2,5 m, Träger aus UPN, Rohrgeländer an drei Seiten — kommt das Stahlgerüst allein auf rund 400 kg netto und gut 420 kg mit Zuschlag, also etwa 70 kg je Quadratmeter. Der Gitterrost kommt laut Datenblatt des Herstellers hinzu.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert:

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