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Stahltreppen und Geländer

Eine Stahltreppe besteht aus vier Entscheidungen: worauf die Stufen liegen, wie der Lauf an der Decke hängt, womit der Auftritt belegt ist und womit die Lücke im Geländer geschlossen wird. Jede wird für sich getroffen — und jede lässt sich unabhängig von den anderen verderben.

Der Lauf als Ganzes

Tragendes Teil des Laufs ist die Wange, meist als „Säge“ ausgeführt: an einen schrägen Träger sind dreieckige Auflagen geschweißt, auf denen die Stufen liegen. Oben stützt sich der Lauf auf eine Ankerplatte in der Deckenstirn, unten auf eine mit Ankern verschraubte Fußplatte.

Treppenlauf von der Seite: Sägezahnwange, Auftritte, Geländerpfosten und Handlauf, Ankerplatte in der Deckenstirn, Fußplatte auf Ankern unten und vergrößerter Stufenknoten mit Steigung und Auftritt
Ein Lauf im Schnitt mit vergrößertem Stufenknoten. 17 cm Steigung und 29 cm Auftritt sind das Paar, aus dem die ganze Treppe entsteht.

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Die Laufhöhe misst man von Fertigfußboden zu Fertigfußboden. Es ist das einzige Maß, das sich später nicht mehr präzisieren lässt: liegt oben erst einmal Estrich, sind alle Stufen schon geschweißt, und der Überschuss geht an die unterste — sie sitzt dann sichtbar tiefer als die übrigen.

Worauf die Stufen liegen

Sechs Treppenvarianten: auf Wangen, zwischen Wangen, auf einem Mittelholm, Spindeltreppe, Lauf mit Podest und Eingangstreppe
Sechs Arten. Der Mittelholm wirkt leichter, ist aber in den Knoten schwieriger: ein Träger hält jede Stufe von beiden Seiten.

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  • Auf Wangen — Stufen obenauf; die häufigste und in der Fertigung einfachste Variante.
  • Zwischen Wangen — Stufen zwischen den Trägern; strenger im Bild, aber der Lauf wird um zwei Trägerbreiten breiter.
  • Mittelholm — ein Träger in der Mitte; leichter im Eindruck, teurer in den Knoten.
  • Spindeltreppe — passt in 1,5 m, aber Tragen ist mühsam; als einzige Treppe im Haus nimmt man sie nicht.
  • Lauf mit Podest — wenn eine Wendung um 90 oder 180° nötig ist und die Geschosshöhe nicht in einen Lauf passt.
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Woran die Treppe hält

Oberer und unterer Knoten arbeiten unterschiedlich: oben auf Abriss, unten auf Schub. Entsprechend unterscheiden sich die Anker, und ein Fehler oben ist der gefährlichere.

Sechs Anschlüsse der Treppe: Ankerplatte im Beton, Platte an der Deckenstirn auf Ankern, Fußplatte im Boden, Konsolen an der Wand, Stütze unter dem Podest und Anschluss an einen Holzbalken
Sechs Anschlüsse. Eine einbetonierte Ankerplatte schlägt jeden Anker — sie muss aber vor dem Betonieren gesetzt werden.

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Ideal ist eine vorab in die Decke eingegossene Platte: die Wange wird darangeschweißt und der Knoten arbeitet als ein Stück. Fehlt sie, wird eine Platte mit Ankern an die Deckenstirn gesetzt — brauchbar, aber es braucht eine Decke mit ordentlicher Dicke und einen sauberen Treffer zwischen der Bewehrung.

Womit der Auftritt belegt ist

Sechs Varianten des Auftritts: Riffelblech, Holz auf Bolzen, Streckmetall, Gitterrost, Glas und Fliesen auf Unterlage
Sechs Auftritte. Der Unterschied zwischen innen und außen ist hier grundsätzlich: drinnen gewinnt das Geschlossene, draußen das, wodurch Wasser fällt.

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Im Haus liegt auf dem Stahlgerüst meist Holz auf Bolzen: Eiche oder Esche, 40 mm stark. Fliesen auf Unterlage gehören dorthin, wo die Treppe in den Erdgeschossboden übergeht und sich von ihm nicht abheben soll. Glas ist eine Innenlösung, teuer und vorzuspannen.

Womit die Lücke geschlossen ist

Sechs Geländerfüllungen: senkrechte Stäbe, waagerechte Riegel, Glas, Seile, Netz und Schmiedeeisen
Sechs Geländerfüllungen. Zwischen den Elementen bleiben höchstens 12 cm — sonst passt ein Kind hindurch.

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Senkrechte Stäbe sind die sicherste Variante: nichts zum Hochklettern, und der Abstand ist leicht einzuhalten. Waagerechte Riegel wirken moderner, werden im Haus mit kleinen Kindern aber zur Leiter ins Obergeschoss. Glas nimmt die Sicht nicht und kostet das Doppelte; Seile geben eine feine Linie, brauchen aber Spannung und gelegentliches Nachziehen.

Treppenbegriffe: Lauf, Wange, Podest

Auf der Werkstattzeichnung und im Angebot müssen dieselben Wörter dasselbe bedeuten — sonst rechnet der Kunde „die Treppe“ und die Werkstatt Läufe und Podeste getrennt.

  • Lauf — der geneigte Teil der Treppe: eine ununterbrochene Folge von Stufen zwischen zwei Ebenen, etwa vom Boden bis zum Podest.
  • Podest — ebene Fläche zwischen Läufen; hier wechselt die Treppe die Richtung um 90 oder 180°.
  • Wange — der geneigte tragende Balken des Laufs; die Stufen liegen auf ihm (aufgesattelt) oder zwischen zwei Wangen (eingestemmt).
  • Auftritt und Steigung — waagerechter und senkrechter Teil der Stufe; ihre Maße (hier 29 und 17 cm) bestimmen die ganze Geometrie.
  • Geländer und Handlauf — seitliche Absturzsicherung und die Stange für die Hand; die Füllung besteht aus Stäben, Querriegeln, Glas oder Seilen.

Welche Profile und warum

Die Wange arbeitet auf ganzer Länge auf Biegung — sie entscheidet, ob der Lauf unter dem Fuß „federt“. Für einen geschosshohen Lauf nimmt man U-Stahl oder ein hochkant gestelltes Rechteckrohr:

  • UPN 120 — 13,4 kg/m, UPN 140 — 16 kg/m, UPN 160 — 18,8 kg/m: der offene Steg nimmt Stufenkonsolen und Anker auf, ohne ein Rohr anzubohren;
  • Rohr 100×50×4 — 8,59 kg/m: die sauberere Linie, aber jedes Loch und jede Konsole ist eine Stelle, an der Wasser ins Innere gelangt;
  • Winkel L 50×50×5 — 3,77 kg/m: der Stufenrahmen, in den Holz, Blech oder Gitterrost kommt;
  • Rohr 42,4×3,2 — 3,09 kg/m: ein Handlauf, den die Hand umgreift.

Eine Trittstufe aus Vollblech ist schwer: 4-mm-Blech wiegt 31,4 kg/m². Vollständige Tabellen — U-Profil-Gewicht, Winkelstahl-Gewicht und Hohlprofile.

Knoten und Nähte

Die meisten Nähte einer Treppe verbinden die Stufenrahmen mit der Wange — bei einem Lauf mit rund fünfzehn Stufen sind es Dutzende, alle gleich, deshalb lohnt sich eine Schablone. Die Nahtdicke begrenzt das dünnere Teil: Winkel 5 mm am Steg eines UPN 140 (7 mm) ergibt die Obergrenze 0,7·5 = 3,5 mm, eine Kehlnaht a3 — Schenkel z ≈ 4,2 mm — liegt also im sinnvollen Bereich. Ein Meter davon sind 0,078 kg Schweißgut; Bereich und Umrechnung zeigt der Kehlnahtrechner.

  • Heftpunkt ist keine Naht — eine Naht kürzer als 30 mm (oder 6·a, falls größer) gilt nach EN 1993-1-8 nicht als tragend. Eine mit zwei Punkten „angeheftete“ Stufe hält, bis jemand darauf springt.
  • Der obere Anschluss wird auf Herausziehen beansprucht — die Wange wird an eine in die Decke einbetonierte Platte mit durchgehender Naht beidseits des Stegs geschweißt, nicht an einen einzelnen Anker gehängt.
  • Wechselseitig schweißen — mal linke, mal rechte Wange: Eine Nahtfolge auf einer Seite verdreht den Lauf, und eine krumme Wange lässt sich ohne Auftrennen nicht richten.

Reihenfolge von Fertigung und Montage

  1. Aufmaß — Höhe von Fertigfußboden zu Fertigfußboden, Breite des Deckendurchbruchs, Plattendicke an den Ankern.
  2. Geometrie — Stufenzahl, tatsächliche Steigung, Wangenlänge; das rechnet der Stahltreppenrechner.
  3. Zuschnitt — Wangen mit Schnitten oben und unten, Stufenrahmen, Knotenbleche.
  4. Schweißen in der Schablone — beide Wangen auf dem Tisch geheftet, Diagonalen und Parallelität geprüft, dann die Stufenrahmen wechselseitig.
  5. Probemontage — in der Halle oder direkt vor Ort vor der Beschichtung: Eine Korrektur nach dem Lackieren heißt Schleifen und neu Lackieren.
  6. Beschichtung — innen Lack, außen Feuerverzinkung.
  7. Montage — zuerst oberer Anschluss, dann unterer, Stufen ausrichten, zuletzt Trittstufen und Geländer. Das Geländer wird an der Wange befestigt, nicht an der Holzstufe.

Korrosionsschutz

Eine Innentreppe muss nur grundiert und lackiert werden: Im trockenen Raum arbeitet die Beschichtung unter milden Bedingungen, und die 3–5 Jahre bis zum ersten Rost bei Grundierung mit Lack gelten für Metall im Freien. Eine Außentreppe heißt Feuerverzinkung (25+ Jahre) oder Zink mit Polymer (30+), weil Wasser und Streusalz in jedem Stufenknoten stehen. Eine Rohrwange zum Verzinken braucht Entlüftungslöcher in jedem geschlossenen Abschnitt; U-Stahl hat dieses Problem nicht.

Typische Fehler

  • Aufmaß von der Rohdecke — der Estrich nimmt bis zu 8 cm, und die erste oder letzte Stufe fällt anders aus als der Rest.
  • Ungleiche Steigungen — mehr als 5 mm Unterschied im Lauf ist ein Mangel: An dieser Stufe stolpert man.
  • Geländeröffnungen über 12 cm — ein Kind passt durch; das gilt auch für den Spalt unter dem unteren Riegel.
  • Riffelblech im Freien — im Winter eine Eisbahn; außen Gitterrost oder Streckmetall.
  • Anker in der Stirn einer dünnen Platte — der obere Anschluss reißt den Beton heraus; nötig ist eine normal dicke Platte oder eine vorab einbetonierte Ankerplatte.

Material berechnen: Beispiel eines Laufs

Gerader Lauf mit 2,72 m Höhe: 16 Steigungen à 17 cm, 15 Auftritte à 29 cm, 0,9 m breit. Die Lauflänge im Grundriss beträgt 15 · 0,29 = 4,35 m, die Wange also rund 5,13 m — in der Liste 5,2 m mit Zugabe für die Endschnitte. Geländer auf einer Seite, Stäbe etwa alle 14 cm (Öffnung bis 12 cm). Das ist ein Beispiel für die Massenermittlung, keine Statik: Das Wangenprofil für die Last wählt der Tragwerksplaner.

BauteilProfilLänge, mStk.kg/mkg
WangeUPN 1405,20216166,4
StufenrahmenL 50×50×52,38153,77134,6
Geländerpfosten40×40×31,0083,3026,4
Handlauf42,4×3,25,3013,0916,4
Geländerstab20×20×20,90321,0530,2
Summe374,0
Mit 5 % Zuschlag393

Das sind 374 kg Stahl netto und 393 kg mit Zuschlag — ohne Trittstufen. Trittstufen aus 4-mm-Blech (15 × 0,9 × 0,29 ≈ 3,9 m²) kämen auf rund 122 kg. Die Liste mit eigenen Maßen rechnet der Stücklistenrechner neu. Die Stufenrahmen sind 30 Stücke à 0,9 m und 30 à 0,29 m; im Zuschnittplan ergeben sie 7 Stangen à 6 m, weil die kurzen Stücke die Stangenenden nach den langen füllen.

Wie es weitergeht

Eine Außentreppe ist ein anderes Erzeugnis: verzinkt, Stufen mit Gefälle von der Tür weg, Gitterrost. Das Vordach darüber steht unter Vordächer. Braucht es auch Technik-Treppen mit Podesten, siehe Gitter, Türen und Luken: der Rost ist derselbe. Preis und Termine stehen unter Ablauf und Preis.

Häufige Fragen

Welche Stufe gilt als bequem?

17 cm Steigung bei 29 cm Auftritt. Die Probe ist einfach: zweimal die Steigung plus der Auftritt sollen 60–65 cm ergeben — das ist die Schrittlänge. Wächst die Steigung, muss der Auftritt kleiner werden, sonst geht man die Treppe schlecht hinunter.

Auf welche Höhe wird ein Lauf bestellt?

Von Fertigfußboden zu Fertigfußboden, nicht von Rohdecke zu Rohdecke. Estrich und Belag fressen bis zu 8 cm — eine halbe Stufe — und ein nach Rohmaß gerechneter Lauf endet mit einer ersten und letzten Stufe, die nicht zu den übrigen passen.

Welcher Abstand ist im Geländer zulässig?

Höchstens 12 cm zwischen den Elementen. Das ist das Maß, durch das ein Kind nicht passt. Aus demselben Grund setzt man waagerechte Riegel in einem Haus mit Kindern vorsichtig ein: der Abstand stimmt, aber man klettert daran hoch.

Womit belegt man eine Stufe im Freien?

Mit etwas, durch das Wasser und Schnee fallen: Streckmetall oder Gitterrost. Ein geschlossenes Riffelblech wird im Winter zur Rutschbahn, weil das Wasser darauf gefriert und liegen bleibt.

Aus welchem Profil macht man die Wange einer Stahltreppe?

Für einen geschosshohen Lauf meist aus U-Stahl UPN 120–160 (UPN 140 wiegt 16,0 kg/m) oder aus Rechteckrohr 100×50. Am offenen Steg des U-Profils lassen sich Stufenkonsolen und Anker leicht anschweißen, ohne ein geschlossenes Profil anzubohren. Für einen Eingang mit wenigen Stufen reicht Rohr 60×40. Den Wangenquerschnitt für eine bestimmte Last und Spannweite legt der Tragwerksplaner fest.

Wie viel wiegt ein Treppenlauf aus Stahl?

Ein Lauf mit 2,72 m Höhe (16 Steigungen à 17 cm), 0,9 m breit, mit Wangen UPN 140, Stufenrahmen aus Winkelstahl und Geländer mit Stäben kommt im Beispiel auf dieser Seite auf rund 370 kg Stahl ohne Trittstufen. Trittstufen aus 4-mm-Blech brächten noch rund 120 kg — deshalb nimmt man öfter Holz oder Gitterrost.

Was ist der Unterschied zwischen Lauf und Podest?

Der Lauf ist der geneigte Teil der Treppe mit einer ununterbrochenen Folge von Stufen zwischen zwei Ebenen. Das Podest ist die ebene Fläche zwischen zwei Läufen: Man ruht dort aus und wechselt die Richtung um 90 oder 180°. Die Wange ist der tragende Balken des Laufs, der Auftritt der waagerechte Teil der Stufe, die Steigung der senkrechte.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert:

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