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Winkelstahl-Gewicht berechnen

Gleich- und ungleichschenklige Winkel nach EN 10056-1, von L 20×20×3 bis L 200×200×20. Größe wählen, Länge und Stückzahl eingeben — das Metergewicht stammt aus der Tabelle der Norm.

Kurze Antwort

Am häufigsten gefragt: L 30×30×3 — 1,36 kg/m, L 40×40×4 — 2,42 kg/m, L 50×50×5 — 3,77 kg/m, L 60×60×6 — 5,42 kg/m, L 80×80×8 — 9,63 kg/m, L 100×100×10 — 15,0 kg/m. Die Handelslänge beträgt meist 6 m, seltener 12 m.

Profiltabellen

Schenkel a, zweiter Schenkel b, Dicke t, Metergewicht und Querschnittsfläche A. Beim gleichschenkligen Winkel ist a = b.

Gleichschenklige Winkel — EN 10056-1

Profila, mmb, mmt, mmMasse, kg/mA, cm²
L 20×20×3202030,881,12
L 25×25×3252531,121,42
L 25×25×4252541,451,85
L 30×30×3303031,361,74
L 30×30×4303041,782,27
L 35×35×4353542,092,67
L 40×40×4404042,423,08
L 40×40×5404052,973,79
L 45×45×5454553,384,3
L 50×50×5505053,774,8
L 50×50×6505064,475,69
L 60×60×6606065,426,91
L 60×60×8606087,099,03
L 70×70×7707077,389,4
L 80×80×8808089,6312,3
L 90×90×99090912,215,5
L 100×100×10100100101519,2
L 100×100×121001001217,822,7
L 120×120×121201201221,627,5
L 150×150×151501501533,843
L 200×200×202002002059,976,3

Ungleichschenklige Winkel — EN 10056-1

Profila, mmb, mmt, mmMasse, kg/mA, cm²
L 40×20×4402041,772,26
L 50×30×5503052,963,78
L 60×40×5604053,794,79
L 60×40×6604064,465,68
L 65×50×5655054,355,54
L 70×50×6705065,416,89
L 75×50×7755076,488,3
L 80×40×6804065,416,89
L 80×60×7806077,369,38
L 100×50×81005088,9711,4
L 100×65×81006589,9412,7
L 100×75×810075810,613,5
L 120×80×812080812,215,5
L 150×90×10150901018,223,2
L 150×100×10150100101924,2
L 200×100×10200100102329,2
Die Tabelle ist ein Nennwert

Form- und Massentoleranzen von Winkeln regelt EN 10056-2. Abgerechnet wird nach der Masse aus dem Werkszeugnis — die Tabelle dient Planung und Kalkulation.

Die Bezeichnung braucht drei Zahlen

„Winkel 50“ bestimmt nichts: 50×50×5 wiegt 3,77 kg/m, 50×50×6 dagegen 4,47 kg/m. Bei ungleichschenkligen Winkeln steht der lange Schenkel zuerst, also L 100×50×8 und nicht 50×100×8 — eine Verwechslung fällt erst beim Anpassen auf.

Woher der Unterschied zwischen Formel und Tabelle kommt

Den Winkelquerschnitt schätzt man als zwei Rechtecke ohne den gemeinsamen Teil: F = (a + b − t) · t. Die Formel ist bequem und liegt um 1–3 % daneben, weil sie den Ausrundungsradius in der Innenecke (r₁) und die Radien an den Schenkelenden (r₂) übergeht. Die Ausrundung in der Ecke fügt Material hinzu, die Enden nehmen welches weg, und die beiden Wirkungen heben sich nicht auf.

Praktisch heißt das: für eine schnelle Schätzung auf der Baustelle reicht die Formel, für Bestellung und Kalkulation nicht. Dasselbe gilt für Träger und U-Profil, nur fällt der Unterschied dort größer aus, weil die Flanschneigung hinzukommt.

Der Winkel in der Schweißkonstruktion

Der Winkel ist die günstigste Aussteifung und das häufigste Fachwerkbauteil, hat aber eine unbequeme Eigenschaft: er ist unsymmetrisch. Der Schwerpunkt liegt außerhalb der Schenkelachse, eine Naht auf einer Seite zieht das Profil daher seitlich, und das Bauteil verdreht sich beim Abkühlen aus der Ebene.

Daraus folgen zwei Werkstattregeln. Erstens: im Fachwerk verteilt man die Nähte an beiden Schenkeln so, dass ihre Resultierende durch den Schwerpunkt des Querschnitts läuft — ungleiche Nahtlängen auf beiden Seiten sind hier richtig und kein Fehler. Zweitens: lange Winkel werden nach Anriss geheftet und abschnittsweise im Wechsel geschweißt, nicht durchgehend.

Die Nahtdicke richtet sich nach dem dünneren Teil; die Umrechnung vom Schenkelmaß z auf die rechnerische Nahtdicke a steht im Kehlnahtrechner, das Schweißgut und die Elektroden für ein ganzes Fachwerk im Rechner für den Elektrodenverbrauch.

Häufige Fragen

Wie viel wiegt ein Winkel 50×50×5?

3,77 kg je Meter, auf einer Stange von 6 m also 22,6 kg. Ein Winkel 40×40×4 wiegt 2,42 kg/m, ein 60×60×6 wiegt 5,42 kg/m.

Warum stimmt die Winkelmasse nicht mit der Formel (a + b − t) · t?

Weil die Formel die Radien nicht kennt. Ein Winkel hat eine Ausrundung in der Innenecke und Radien an den Schenkelenden, der wirkliche Querschnitt weicht daher etwas von zwei Rechtecken ab. Für 50×50×5 liefert die Formel 3,71 kg/m, die Tabelle 3,77. Bei dickeren Profilen wächst der Unterschied, deshalb liest der Rechner oben die Werte aus der Tabelle der EN 10056-1, statt sie zu berechnen.

Wie wähle ich die Kehlnahtdicke am Winkel?

Die rechnerische Nahtdicke a soll 0,7 der Dicke des dünneren Teils nicht überschreiten. Für einen Winkel 50×50×5 sind das a ≈ 3,5 mm, also ein Schenkelmaß von z = 5 mm. Eine größere Naht erhöht die Tragfähigkeit der Verbindung nicht, bringt aber mehr Wärme ein und verzieht das Bauteil.

Autor: SpawBaza Aktualisiert: