Härte umrechnen: HV, HB, HRC

Der Prüfbericht nennt HV10, die Zeichnung fordert HRC und das Datenblatt spricht von Zugfestigkeit. Der Rechner ordnet die drei Skalen und Rm einander zu — und prüft gegen den Grenzwert, der beim Schweißen zählt.

Wozu Härte beim Schweißen

Sie ist der einfachste Nachweis dafür, dass die Wärmeeinflusszone nicht aufgehärtet ist. Ein Härteverlauf über die Naht kostet wenig, verlangt keine Zugprobe und zeigt sofort, ob Vorwärmung und Streckenenergie ausgereicht haben. Deshalb steht die Härteprüfung in jeder Verfahrensprüfung nach EN ISO 15614-1.

Die Zahl, auf die es ankommt

380 HV10 für Stähle der Gruppen 1 und 2 ohne Wärmenachbehandlung. Wird sie überschritten, ist die Ursache fast immer eine zu schnelle Abkühlung — und die Abhilfe steht in der Vorwärmrechnung und in der Abkühlzeit t8/5.

Wo gemessen wird

Nicht in der Mitte der Naht, sondern in der Wärmeeinflusszone, ein bis zwei Zehntel Millimeter neben der Schmelzlinie — dort sitzt der höchste Wert. Am Makroschliff, in einer Reihe quer über die Verbindung, auf beiden Seiten. Ein einzelner Eindruck irgendwo im Schweißgut beweist nichts.

Häufige Fragen

Warum ist die Umwertung ungenau?

Weil die Verfahren verschiedene Dinge messen: Vickers eine Diagonale, Brinell einen Kugeleindruck, Rockwell eine Eindringtiefe. Die Tabelle der ISO 18265 ordnet einander zu, was empirisch zusammenpasst — die Streuung erreicht mehrere HRC-Punkte.

Woher kommt die Grenze 380 HV10?

Aus EN ISO 15614-1: für Stähle der Gruppen 1 und 2 ohne Wärmenachbehandlung ist das der Grenzwert in der Wärmeeinflusszone. Darüber gilt die Verfahrensprüfung nicht als bestanden, weil die Zähigkeit nicht mehr gesichert ist.

Kann ich Rm aus der Härte ableiten?

Für Stähle im geglühten, normalisierten oder vergüteten Zustand ja, näherungsweise Rm ≈ 3,3 · HV. Für kaltverfestigte oder austenitische Werkstoffe nicht — dort stimmt die Zuordnung nicht mehr.

Autor: Schweißer Aktualisiert: