Bereiche

Seitenübersicht →

DE

Schweißer werden

Vom ersten Kurs bis zu einer Qualifikation, die sich bezahlt macht. Die Reihenfolge ist überall dieselbe, nur die Geschwindigkeit unterscheidet sich.

Balken der Übungsstunden: ein Kurs liefert nur einen Teil der Stunden, die Können verlangt, dazu die drei Jahre Gültigkeit der Bescheinigung mit einer Unterschrift alle sechs Monate
Zwei Dinge, die die Kursprospekte weglassen: die Stunden an der Bank reichen für Können nicht aus, und die Bescheinigung hängt an einer Unterschrift alle sechs Monate.

Schema herunterladen: SVG · PNG

1. Ein Verfahren, richtig

Nicht drei halb. E-Hand oder MAG, je nachdem, was am Ort gebraucht wird, und darin die Prüfung. Ein Grundkurs bringt dich bis zum Prüfstück, nicht bis zum Produktionstempo. Die Sicherheit kommt aus der Übung danach — über den Betrieb, über eigene Übungsstücke oder über zusätzliche Kabinenzeit.

135, 111 oder 141: wo die Arbeit ist

Am einfachsten liest man es ab, was die Betriebe verlangen. Eine Stahlbauhalle will 135 am Blech in PB und PF. Die Montage auf der Baustelle will 111 plus 135 in PF und PE — die Gasflasche kommt nicht überall hin, wo der Stahl steht. Rohrleitungs- und Anlagenbau heißt 141 (WIG) am Rohr in H-L045, Edelstahl für die Lebensmittelindustrie heißt WIG in Werkstoffgruppe 8.1.

Für den Einstieg ohne Vorkenntnisse ist 135 damit die Voreinstellung: die meisten Stellen und der kürzeste Weg zum ersten Lohn. 111 lohnt sich, wenn man von Anfang an auf Montage und Reparatur zielt. WIG ist der zweite Schritt — die Löhne steigen in der Reihenfolge 111, 135, 141, Rohr, aber jede Stufe ist eine weitere Schweißerprüfung, nicht bloß ein weiterer Kurs. Was das in Zahlen heißt, steht bei Schweißer-Verdienst.

SchrittWas dazu nötig istWie lange
1. Die UntersuchungSehkraft und allgemeine Eignung; Überweisung vom Betrieb oder privatEin Tag
2. Das Verfahren wählenE-Hand ist billiger, MAG bringt schneller Arbeit, WIG dauert länger und kostet mehr—
3. Kurs mit PrüfungAnerkannte Bildungsstätte und Stunden am Platz1–3 Wochen
4. Prüfung und PassPrüfstück, Prüfungen, Bescheinigung EN ISO 9606-1Ein Tag
5. Die erste StelleDie Qualifikation und die Bereitschaft für einfache Arbeiten—
6. Gültig bleibenDie Bestätigung der Aufsicht im Pass eingetragenAlle 6 Monate

Wie lange dauert ein Schweißkurs?

Das hängt vom Verfahren ab und davon, ob man bei null anfängt. Für Einsteiger, auf dem polnischen Markt, den diese Seite beobachtet:

  • MAG (135) — 3–4 Wo., ein Programm von 120–160 Stunden;
  • E-Hand (111) — 3–4 Wo., 120–150 Stunden;
  • WIG (141) — 4–5 Wo., 140–180 Stunden;
  • Fülldraht (136) — 3–5 Tage als Aufsatz nach 135, nicht als erster Kurs;
  • Rohr und Zwangslagen — 2–4 Wo. nach dem Grundkurs;
  • nur die Prüfung, für alle, die schon schweißen — 1 Tag.

Die Stunden meinen das ganze Programm, nicht nur die Zeit am Platz. Ausführlich zu Kursen und Anbietern: Schweißkurs: Dauer und Kosten.

Was der Kurs kostet — und wie man Angebote vergleicht

Beträge nennen wir hier nicht: zwischen den Bildungsstätten liegen sie um ein Mehrfaches auseinander. Vergleichbar werden zwei Angebote erst, wenn man sie zerlegt:

  • Stunden am Platz — nicht die Gesamtstunden, sondern die Zeit mit Brenner in der Hand.
  • Prüfstückwerkstoff — unlegiertes Blech ist billiger als Rohr oder Edelstahl, und jeder zweite Versuch braucht neues Material.
  • Prüfstelle — welche Stelle prüft, und ob sie in die Bildungsstätte kommt.
  • Prüfungen am Prüfstück — reine Sichtprüfung ist am günstigsten, Durchstrahlung und Ultraschall teurer, zerstörende Prüfungen am teuersten. Hier liegt meist der größte Unterschied.
  • Papiere und Wiederholung — ob Bescheinigung und Schweißerpass dabei sind und was ein zweiter Versuch kostet.

Das billige Angebot spart fast immer an den Prüfungen oder an den Stunden.

2. Die Prüfung mit Verstand wählen

Die Gebühr ist dieselbe, der Geltungsbereich nicht. Eine Prüfung in PF deckt PA und PB mit ab; eine in PA deckt fast nichts ab. Wer es sich zutraut, geht gleich ans Rohr — siehe Geltungsbereich.

Schweißerprüfung nach EN ISO 9606-1: so läuft sie ab

  1. Fachkunde — Verfahren, Werkstoffe, Arbeitsschutz, Nahtsymbole und WPS lesen.
  2. Prüfstück — geschweißt nach vorgegebener WPS, in vorgegebener Position und aus vorgegebenem Werkstoff. Das Stück wird mit der Position gekennzeichnet und darf nicht aus ihr herausgedreht werden.
  3. Sichtprüfung — immer und als erste. Ein Stück, das hier durchfällt, geht nicht weiter.
  4. Weitere Prüfungen nach Programm: Durchstrahlung oder Ultraschall, bei Kehlnähten häufiger zerstörend — Bruchprobe, Makroschliff, Biegeprobe.
  5. Bewertung — nach Bewertungsgruppe B der ISO 5817, sofern das Programm nichts anderes vorgibt. Die Geltungsbereiche im Einzelnen erklärt der Artikel zur Schweißerprüfung EN ISO 9606.

Was nach der bestandenen Schweißerprüfung auf dem Papier steht, zeigt am besten ein Beispiel. 135 P BW FM1 S t10 PF ss nb ist die typische Bescheinigung eines Stahlbauschweißers in der Halle:

Die Bescheinigung 135 P BW FM1 S t10 PF ss nb, Feld für Feld
Im BeispielWas es verschlüsseltWas es in dieser Bescheinigung bedeutet
135Das Verfahren nach ISO 4063MAG mit Massivdraht unter Aktivgas. E-Hand (111) und WIG (141) sind nicht abgedeckt
PErzeugnisformBlech. Rohr nur rotierend ab 75 mm Durchmesser, fest ab 500 mm
BWNahtartStumpfnaht — die Verbindung, die am Prüfstück geprüft wurde
FM1Zusatzwerkstoffgruppe nach EN ISO 9606-1Zusatz für unlegierte und Feinkornstähle, also der übliche Stahlbau
SZusatzwerkstoffMassivdraht. Fülldraht ist ein anderes Verfahren (136) und eine andere Bezeichnung
t10Dicke des Prüfstücks, mmPrüfstück 10 mm, Dickenbereich 3–20 mm
PFPosition nach ISO 6947Steigend; deckt PA, PB, PF ab
ssEinseitig geschweißtDie Wurzel wird nicht gegengeschweißt — der Durchhang ist sichtbar und wird mit der Decklage bewertet
nbOhne BadsicherungOhne Badsicherung: die Wurzel formst du selbst, ohne Kupfer oder Keramik darunter

Praktisch heißt das: Stumpfnähte an Blech von 3 bis 20 mm mit Massivdraht, in Wannenlage, Horizontalposition und steigend. Querposition (PC), Überkopf (PE) und fallend (PG) liegen außerhalb, festes Rohr praktisch auch.

Woran Prüfstücke scheitern: Fehler, die man sieht

Viele Fehler zeigen sich schon bei der Sichtprüfung, bevor irgendjemand durchstrahlt. Vier tauchen bei Anfängern immer wieder auf:

  • Einbrandkerben am Nahtrand — eine Rille entlang des Übergangs. Zu viel Strom, zu langer Lichtbogen oder kein Verweilen an den Flanken beim Pendeln. Strom runter, an den Rändern verweilen; mehr unter Einbrandkerbe.
  • Ungenügende Durchschweißung — von hinten sieht man die nicht aufgeschmolzenen Fugenflanken. Spalt zu klein, Strom zu niedrig, zu schnell. Der übliche Grund, warum ein ss nb-Stück durchfällt: Wurzelfehler.
  • Poren und Endkrater an Ansatzstellen — Zugluft in der Kabine, verschmutztes Blech, zu langes freies Drahtende oder ein kalter Ansatz ohne Überlappung der vorigen Raupe. Die Ansatzstelle wird bewertet wie die ganze Naht: Poren.
  • Schlacke und Bindefehler zwischen den Lagen — Wurzel vor dem Füllen nicht sauber gemacht, oder MAG läuft vor dem Bad her. Im Makroschliff oder im Bruch zeigt sich das als lose Schicht.

Üben bis zur Schweißerprüfung: PA → PB → PF → PE

Jede Position legt eine Schwierigkeit drauf. Geübt wird an Blechresten von 8–10 mm, und weiter geht es erst, wenn die vorige Stufe jedes Mal gleich gelingt.

  1. PA, Raupen auf Blech, dann Stumpfstoß mit Spalt. Kontrolle: Blech umdrehen — die Wurzel muss durchgehend durchgeschweißt sein.
  2. PB, Kehlnaht am T-Stoß. Man lernt, den Winkel zu halten und die Naht nicht aufs untere Blech absacken zu lassen. Kontrolle: Kehlnaht im Schraubstock mit dem Hammer brechen — der Bruch zeigt Wurzelbindung und Poren.
  3. PF, steigend. Etwa 15 % weniger Strom: eine 3,2-mm-Elektrode, die in PA mit rund 115 A läuft, kommt steigend mit rund 100 A aus. An den Flanken verweilen, zügig über die Mitte.
  4. PE, Überkopf — zuletzt. Etwa 20 % weniger, rund 90 A mit derselben Elektrode, kurzer Bogen, kleines Bad. Zum Vergleich: in der Querposition PC reichen 10 % weniger, rund 105 A.

In der Woche vor der Prüfung nur noch das Prüfstück schweißen: gleicher Werkstoff, gleiche Dicke, Fuge und Position, mit einem Abbruch und Neuansatz in der Mitte der Raupe. Jedes Stück aufsägen oder brechen — nur das sagt die Wahrheit.

3. Praxis im Betrieb

Der Punkt, an dem sich entscheidet, ob aus der Bescheinigung ein Beruf wird. Wichtig ist die Art der Arbeit, nicht die Zahl der Stunden: wer ein Jahr lang dieselbe Kehlnaht in der Wanne zieht, kommt nicht weiter. Wechselnde Positionen, wechselnde Dicken, Nahtformen mit Wurzel.

Die ersten sechs Monate

Zuerst kommen Heften, Schleifen und einfache Kehlnähte, ganze Nähte erst, wenn der Vorarbeiter sieht, dass man das Maß hält. Die Zeit ist für drei Dinge da, die kein Kurs beibringt. Tempo: dieselbe Naht in der halben Zeit und ohne Nacharbeit. Zeichnung und WPS lesen: a-Maß, Lagenfolge, Strom aus der Anweisung statt aus Gewohnheit. Verzug: die Schweißfolge an einem langen Bauteil so wählen, dass es hinterher nicht gerichtet werden muss. Beim Vorstellungsgespräch gibt es meist eine Arbeitsprobe — eine Kehl- oder Stumpfnaht in der Position, die man in der Bescheinigung hat. Bewertet werden Decklage und Kerben, nicht die Zeit.

4. Erweitern

Das zweite Verfahren, dann WIG, dann Rohr. Und parallel dazu das, was Schweißer von Schweißern unterscheidet: eine WPS lesen können, wissen, was ISO 5817 verlangt, und die eigene Naht beurteilen können, bevor es die Prüfperson tut.

5. Gültig bleiben

Die Bestätigung alle sechs Monate. Sie ist die häufigste Ursache dafür, dass eine Bescheinigung bei der Kontrolle nicht anerkannt wird — und die ärgerlichste, weil sie nichts kostet außer einer Unterschrift.

Nach EN ISO 9606-1 läuft die Bescheinigung drei Jahre, getragen von diesen Bestätigungen: alle sechs Monate unterschreibt die Schweißaufsicht oder der Prüfer, dass man weiter im Geltungsbereich arbeitet. Die erste ist sechs Monate nach der Prüfung fällig — das Datum gehört ins Handy.

Die Verlängerung regelt Abschnitt 9.3 der Norm, und zwar auf drei Wegen — übereinstimmend dargestellt vom Welding Development Centre (Großbritannien) und von Metlab (Irland):

  • erneute Schweißerprüfung alle drei Jahre;
  • alle zwei Jahre anhand von zwei Fertigungsnähten aus den letzten sechs Monaten, die geprüft wurden — sind sie in Ordnung, gilt die Bescheinigung zwei weitere Jahre;
  • ohne Enddatum, solange man beim selben Hersteller mit einem Qualitätssystem nach ISO 3834-2 oder -3 und dokumentierter Nahtqualität arbeitet.

Die halbjährliche Bestätigung gilt auf jedem Weg; welcher offensteht, entscheidet die Stelle, die die Bescheinigung ausgestellt hat. Wer in Polen arbeitet: Dort werden die Einträge in einem Schweißerpass (książeczka spawacza) geführt, der für sich allein zu nichts berechtigt, und Druckgeräte unter technischer Aufsicht verlangen eine gesonderte Prüfung vor dem UDT. Prüfstellen dort sind unter anderem Łukasiewicz – GIT (das frühere Instytut Spawalnictwa), UDT-CERT und TÜV — mehr unter Schweißerprüfungen in Polen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis man davon leben kann?

Drei bis sechs Monate bis zu einer Fertigkeit, mit der man eingestellt wird, bei ernsthafter Übung. Zwei bis drei Jahre, um wirklich gut zu sein. Zwischen bestandener Prüfung und dem ganzen Tag gleichmäßig arbeiten liegt der Teil, den die Prospekte weglassen.

Mit welchem Verfahren anfangen?

E-Hand. Wenig Ausrüstung, alles sichtbar und langsam, und man lernt das Bad zu lesen. Wer eine ordentliche Elektrodenraupe zieht, hat MAG an einem Nachmittag heraus — umgekehrt gilt das nicht.

Braucht man eine Ausbildung oder reicht ein Kurs?

Für die Arbeit als Schweißer reicht die Prüfung nach EN ISO 9606-1. Eine abgeschlossene Ausbildung im Metallbereich öffnet zusätzlich den Weg in Prüfung, Aufsicht und Fertigungsplanung.

Wie lange dauert ein Schweißkurs?

Ein Grundkurs MAG (135) oder E-Hand (111) dauert 3–4 Wochen, WIG (141) 4–5 Wochen, ein Rohrkurs 2–4 Wochen nach dem Grundkurs. Fülldraht (136) ist ein Aufsatz von 3–5 Tagen nach 135. Nur die Prüfung, für alle, die schon schweißen, dauert einen Tag.

Wie läuft die Schweißerprüfung ab?

Fachkunde, dann das Prüfstück nach vorgegebener WPS in vorgegebener Position. Geprüft wird zuerst immer durch Sichtprüfung, danach je nach Programm durch Durchstrahlung, Ultraschall oder zerstörend (Bruchprobe, Makroschliff, Biegeprobe). Maßstab ist Bewertungsgruppe B nach ISO 5817, sofern das Programm nichts anderes sagt.

Wie lange gilt die Schweißerprüfung?

Drei Jahre, wenn sie alle sechs Monate bestätigt wird. Verlängert wird durch erneute Prüfung alle drei Jahre, alle zwei Jahre anhand von zwei geprüften Fertigungsnähten oder ohne Enddatum unter einem Qualitätssystem nach ISO 3834-2/-3 — welcher Weg gilt, entscheidet die ausstellende Stelle.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert: