Die Schweißanweisung (WPS)
Die WPS ist die Arbeitsanweisung für eine Verbindung. Sie sagt nicht «schweiß das gut», sondern nennt Werte, die eingehalten werden — und die nachher überprüfbar sind.

Was drinsteht
- Grundwerkstoff mit Werkstoffgruppe nach ISO/TR 15608 und Dickenbereich.
- Verfahren nach EN ISO 4063 — 111, 135, 141 — und die Nahtart mit Vorbereitung.
- Zusatzwerkstoff mit Bezeichnung, Durchmesser und Behandlung vor dem Einsatz.
- Parameter: Strom, Spannung, Schweißgeschwindigkeit, Streckenenergie, Polarität.
- Position nach ISO 6947 und die Lagenfolge.
- Wärmeführung: Vorwärmung, Zwischenlagentemperatur, gegebenenfalls Wärmenachbehandlung.
Die drei Dokumente
Die pWPS ist der Entwurf. Der WPQR ist der Bericht über das geprüfte Prüfstück nach EN ISO 15614-1: Zugversuch, Biegeversuch, Kerbschlagarbeit, Härte, Makroschliff. Die WPS ist die freigegebene Anweisung, die sich auf diesen WPQR stützt.
Davon getrennt ist die Schweißerprüfung: sie qualifiziert die Person, die WPS das Verfahren. Beides wird gebraucht, jedes Mal.
Wesentliche Variablen
Nicht jede Abweichung macht die WPS ungültig, aber die wesentlichen Variablen tun es: Werkstoffgruppe, Verfahren, Zusatzwerkstoffart, Dickenbereich, Position und der qualifizierte Bereich der Streckenenergie. Wer außerhalb arbeitet, braucht eine andere WPS — und «wir haben etwas mehr Strom gegeben» kann genau dieser Fall sein. Die Zahl dazu liefert die Streckenenergie.
Wie man sie liest
Von oben nach unten wie eine Checkliste, bevor der Lichtbogen brennt: stimmt der Werkstoff, stimmt der Zusatz, ist die Vorwärmung gefordert, welche Lagenfolge. Am Ende steht die Frage, ob die eigene Bescheinigung diesen Geltungsbereich abdeckt — das rechnet der Geltungsbereich aus.
Häufige Fragen
Wer schreibt die WPS?
Die schweißtechnische Aufsicht des Betriebs — in der Regel eine Schweißfachingenieurin oder ein Schweißfachmann. Der Schweißer arbeitet danach, schreibt sie aber nicht. Änderungen an wesentlichen Variablen machen sie ungültig.
Was ist der Unterschied zwischen pWPS und WPS?
Die pWPS ist der Entwurf: so soll geschweißt werden. Danach wird ein Prüfstück nach EN ISO 15614 geschweißt und geprüft, das Ergebnis steht im WPQR, und erst dann wird aus dem Entwurf die gültige WPS.
Muss der Schweißer die WPS lesen können?
Er muss danach arbeiten, also ja. Wer nicht erkennt, dass die WPS 130 A und Vorwärmen auf 120 °C verlangt, kann sie nicht einhalten — und die Verantwortung dafür, dass die Werte eingehalten werden, liegt bei dem, der die Naht ausführt.
Aktualisiert: