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Kehlnaht über Kopf PD: der T-Stoß über dem Kopf

PD ist PB über den Kopf gehoben: derselbe T-Stoß, nur hält das Bad allein die Oberflächenspannung, und alles Überschüssige fällt auf den Schweißer. Die ganze Technik läuft auf eines hinaus: das Bad muss klein bleiben.

Wann PD unvermeidlich ist

Wenn der Knoten bereits steht und sich nicht drehen lässt: eine Rippe unter dem Träger, ein Knotenblech an der Deckenunterseite, eine Reparatur unter der Maschine, ein Anschluss an einen montierten Rahmen. In der Werkstatt ist es fast immer billiger, das Teil zu wenden — in Wannenlage läuft dieselbe Naht doppelt so schnell und ohne Verbrennungsrisiko. Auf der Baustelle gibt es diese Möglichkeit nicht, und PD wird zur Pflicht.

Acht Schweißpositionen nach ISO 6947: Wannenlage, Kehlnahtlagen, Querposition, Überkopflagen, Steig- und Fallposition sowie Rohr unter 45°, mit Richtung und Geltungsbereich
Eine Position je Feld: wie das Blech liegt, wohin die Naht läuft und was eine Prüfung genau in dieser Position abdeckt.

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Wie man führt

Den Strom nimmt man 15–20 % unter der Wannenlage und die Elektrode dünner — meist 2,5 oder 3,2 mm. Der Lichtbogen bleibt sehr kurz: ein langer Lichtbogen bedeutet einen großen Tropfen, und ein großer Tropfen fällt über Kopf herunter. Geführt wird mit schmalen Raupen ohne Verweilen, gerade oder mit feinem Pendeln; jeder Halt gibt eine Überlappung. Wie in PB steht die Elektrode auf der Winkelhalbierenden, leicht zum senkrechten Schenkel geneigt und 10–15° in Schweißrichtung.

Richtwerte, Strom 20 % unter der Wannenlage

Dicke, mm Elektrodendurchmesser, mm Strom, A
1–21,630–50
1,5–32,040–65
2–42,555–80
3–53,065–105
3–63,270–110
6–124,0105–150
10–205,0145–200
16+6,0185–255

Schenkel je Lage

Über Kopf werden nicht mehr als 6 mm je Lage gelegt: das Bad muss klein bleiben, sonst sackt es durch und fällt ab. Das ist die Hälfte dessen, was die Wannenlage zulässt, und ein Viertel weniger als in PB — dasselbe Bauteil dauert in PD etwa doppelt so lange. Einen Schenkel ab 8 mm teilt man in mindestens drei Lagen, jede schmal, mit vollständiger Schlackenentfernung dazwischen: über Kopf haftet die Schlacke hartnäckiger als sonst wo.

Womit schweißen

Die basische Elektrode ist über Kopf die beste: ihre Schlacke erstarrt schnell und stützt das Bad von unten. Rutile Elektroden zerfließen und tropfen — in PD taugen sie nur bei dünnem Werkstoff und kleinem Durchmesser. Beim MAG führt man die Überkopf-Kehlnaht im Kurzlichtbogen oder gepulst auf argonreicher Mischung: reines CO₂ wirft große Tropfen, und ein großer Tropfen hält über Kopf nicht. Das freie Drahtende so kurz wie möglich halten.

Schutz in der Überkopfposition

Das ist neben PE eine der beiden Positionen, in denen Funken und Tropfen direkt auf den Schweißer fallen. Die Kleidung wird bis zum Hals geschlossen, die Ärmel kommen über die Stulpen und die Hosenbeine über die Schuhe, dazu ein Nackenschutz am Helm. Verbrennungen entstehen hier nicht am Lichtbogen, sondern durch den Tropfen, der in den Kragen oder in den Ärmel gerät.

Typische Fehler und woher sie kommen

Überlappung und eine durchhängende Raupe heißen, das Bad war zu groß: zu viel Strom, zu langsam geführt oder der Lichtbogen zu lang. Eine Kerbe am senkrechten Schenkel heißt, der Lichtbogen hat oben verweilt. Fehlender Einbrand in der Kehle heißt, der Schweißer hat aus Angst vor den Tropfen den Strom zu weit heruntergenommen — unter den unteren Rand des Bereichs darf man nicht. Poren sind in PD wahrscheinlicher als in Wannenlage: das Bad ist klein und erstarrt schnell, das Gas kommt nicht heraus. Deshalb die Kanten sorgfältiger reinigen und trockene Elektroden nehmen.

Bezeichnung und Qualifizierung

PD nach EN ISO 6947, im amerikanischen System 4F. Eine Prüfung in PD deckt PA, PB und PD ab — drei Positionen aus einer Prüfung, was sie für einen Montagebetrieb zu einem lohnenden Zeugnis macht. Die Stumpfnahtpositionen öffnet sie nicht: dafür prüft man in PE oder höher.

Häufige Fragen

Warum ist der Strom über Kopf niedriger?

Weil allein die Oberflächenspannung das Bad hält. Je mehr Strom, desto größer das Bad und desto sicherer sackt es durch und fällt. Man nimmt 15–20 % gegenüber der Wannenlage weg und wählt eine dünnere Elektrode — dasselbe auf anderem Weg.

Welcher Schenkel geht in einer Lage?

Bis 6 mm. Darüber wird geteilt: drei schmale Lagen statt einer breiten, mit Schlackenentfernung dazwischen. Der Versuch, 8 mm auf einmal zu legen, gibt eine durchhängende Raupe und fehlenden Einbrand in der Wurzel.

Rutil oder basisch?

Basisch. Die Schlacke erstarrt schnell und stützt das Bad von unten — genau das braucht man über Kopf. Rutile Elektroden zerfließen und tropfen; in PD nimmt man sie nur bei dünnem Werkstoff und kleinem Durchmesser.

Was deckt eine Prüfung in PD ab?

PA, PB und PD nach EN ISO 9606-1 — drei Positionen aus einer Prüfung. Die Stumpfnahtpositionen öffnet sie nicht: dafür prüft man in PE oder höher.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert: