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Wannenlage PA: warum sich das Wenden des Bauteils lohnt

PA ist der Maßstab, an dem alle anderen Positionen gemessen werden: höchster Strom, ein Bad, das sich von selbst legt, und die anderthalb- bis zweifache Leistung. Deshalb liegt das Können hier nicht in den Händen, sondern in der Vorrichtung — im Wenden des Bauteils.

Wann PA und warum es sich lohnt, dafür zu kämpfen

PA steht immer zur Verfügung, wenn sich das Bauteil legen oder mit der Naht nach oben drehen lässt. Die Kehlnaht setzt man in PA in die Wanne: der T-Stoß wird so geneigt, dass die Kehle unter 45° nach oben zeigt, und das Bad füllt sie von selbst symmetrisch. Der Unterschied zu PB liegt nicht in der Technik, sondern im Geld: derselbe Schweißer legt mit derselben Elektrode in Wannenlage 10–12 mm Schenkel je Lage gegenüber 8 mm in PB — und kommt schneller voran. Ein Drehtisch oder auch nur zwei Böcke amortisieren sich in der ersten Serie.

Acht Schweißpositionen nach ISO 6947: Wannenlage, Kehlnahtlagen, Querposition, Überkopflagen, Steig- und Fallposition sowie Rohr unter 45°, mit Richtung und Geltungsbereich
Eine Position je Feld: wie das Blech liegt, wohin die Naht läuft und was eine Prüfung genau in dieser Position abdeckt.

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Wie man führt

Die Elektrode steht unter 70–80° zur Fläche, um 10–15° in Schweißrichtung geneigt: so schiebt der Lichtbogen die Schlacke nach hinten, statt sie unter das Bad zu treiben. Den Strom nimmt man vom oberen Rand des Bereichs — in PA läuft das Bad nicht, und die Reserve geht in Einbrand und Geschwindigkeit. Gleichmäßig führen, ohne Verweilen: hier irrt nicht, wer das Ablaufen fürchtet, sondern wer überhitzt. In der Wanne steht die Elektrode auf der Winkelhalbierenden, also unter 45° zu beiden Schenkeln.

Richtwerte: PA ist die Basis, aus der die übrigen Positionen abgeleitet werden

Dicke, mm Elektrodendurchmesser, mm Strom, A
1–21,640–60
1,5–32,050–80
2–42,570–100
3–53,080–130
3–63,290–140
6–124,0130–190
10–205,0180–250
16+6,0230–320

Wie viel je Lage möglich ist

In Wannenlage geht ein Schenkel von 10–12 mm sicher einlagig — doppelt so viel wie bei der Überkopf-Kehlnaht und deutlich mehr als in PB. Genau das ist der Gewinn dieser Position. Die Obergrenze setzt nicht das Ablaufen, sondern die Wärmeeinbringung: eine breite Raupe auf einmal überhitzt die Wärmeeinflusszone und zieht das Bauteil. Über 12 mm teilt man nicht, weil das Bad liefe, sondern um die Streckenenergie zu halten.

Womit schweißen

In PA funktioniert alles: rutil, basisch, Fülldraht, MAG im Sprühlichtbogen. Genau deshalb wählt man diese Position für verantwortliche Nähte — den Zusatzwerkstoff bestimmen Werkstoff und Anforderung, nicht die Bequemlichkeit. Die basische Elektrode zeigt hier ihren vollen Wert: bester Einbrand und sauberstes Schweißgut, während man sie über Kopf notgedrungen nimmt. Für MAG ist die Wannenlage die einzige Position, in der der Sprühlichtbogen ohne Einschränkung zur Verfügung steht.

Typische Fehler und woher sie kommen

Durchbrand am dünnen Blech: der Strom wurde vom oberen Rand genommen, ohne auf die Dicke zu sehen — diese Regel gilt ab 4 mm aufwärts. Schlacke vor dem Bad und Einschlüsse: zu langsam geführt oder Elektrode zu steil gehalten, sodass die Schlacke unter den Lichtbogen lief. Verzug ist die Kehrseite der hohen Leistung: in PA legt man leicht mehr Werkstoff ein als nötig. Poren gibt es hier weniger als in anderen Positionen, weil das Bad länger flüssig bleibt und das Gas entweichen kann.

Bezeichnung und Qualifizierung

PA nach EN ISO 6947, im amerikanischen System 1G für die Stumpfnaht und 1F für die Kehlnaht. Eine Prüfung in PA deckt nur PA ab — das engste Zeugnis überhaupt. Deshalb prüft man üblicherweise nicht in Wannenlage: PF deckt PA, PB und sich selbst ab, das Rohr in H-L045 praktisch alles. Wannenlage prüft man dann, wenn der Betrieb tatsächlich in nichts anderem schweißt.

Häufige Fragen

Was heißt Schweißen in Wannenlage?

Das ist eine Kehlnaht, die in Position PA gebracht wurde: der T-Stoß wird so geneigt, dass die Kehle unter 45° nach oben zeigt. Das Bad füllt die Kehle symmetrisch, der Schenkel wird ohne Mühe gleichmäßig, und je Lage gehen 10–12 mm statt 8 mm in PB. Lässt sich das Teil neigen, dann neige es.

Welchen Strom nimmt man in Wannenlage?

Den oberen Rand des Bereichs für den eigenen Elektrodendurchmesser: das Bad läuft nicht, und die Reserve geht in den Einbrand. Ein Vorbehalt — die Regel gilt ab 4 mm Dicke. Am dünnen Blech brennt der obere Rand durch.

Warum gibt es in PA weniger Poren?

Das Bad bleibt länger flüssig, und das Gas erreicht noch die Oberfläche. Über Kopf und senkrecht hält man das Bad klein, es erstarrt schnell, und bei gleicher Verschmutzung der Kanten sind Poren wahrscheinlicher.

Lohnt die Prüfung in Wannenlage?

Nur wenn der Betrieb in nichts anderem schweißt. PA deckt allein sich selbst ab, PF dagegen öffnet zum gleichen Prüfpreis PA, PB und PF. Das Zeugnis kostet dasselbe und deckt dreimal so viel ab.

Autor: , Schweißer und Metallbauer Aktualisiert: