Kehlnaht in Position PB: der liegende T-Stoß
PB ist die häufigste Position in der Werkstatt: eine Rippe, ein Knotenblech oder eine Stütze an eine Platte zu schweißen geht genau so. Sie ist auch die trügerischste — sie sieht leicht aus und erzeugt mehr Überlappung unten und Einbrandkerben oben als jede andere.
Wann PB und wann in Wannenlage drehen
Lässt sich das Teil so drehen, dass die Kehle nach oben zeigt, dann drehe es: das ist PA, die Wannenlage, in der sich das Bad von selbst in die Kehle legt und derselbe Strom eine gleichmäßigere Naht gibt. PB nimmt man, wenn Drehen nicht geht: das Teil ist schwer, schon zusammengebaut oder auf der anderen Seite bereits geschweißt. In der Werkstatt ist das der Regelfall, und deshalb ist PB das Arbeitspferd.

Wie man führt
Die Elektrode steht unter 45° zu beiden Schenkeln und wird 10–15° in Schweißrichtung geneigt. Die entscheidende Korrektur: den Winkel etwas über 45° nehmen, zum senkrechten Schenkel hin — das gleicht die Schwerkraft aus, die das Bad sonst nach unten zieht. Kurzer Lichtbogen, keine Verweilzeit am unteren Schenkel: jedes Stehenbleiben dort gibt eine Überlappung. Bis 8 mm Nahtdicke geht einlagig; darüber wird geteilt: die erste Lage in die Kehle, die weiteren im Dreieck von unten nach oben, jede um ein Drittel überlappend.
Richtwerte, Strom 5 % unter der Wannenlage
| Dicke, mm | Elektrodendurchmesser, mm | Strom, A |
|---|---|---|
| 1–2 | 1,6 | 40–55 |
| 1,5–3 | 2,0 | 50–75 |
| 2–4 | 2,5 | 65–95 |
| 3–5 | 3,0 | 75–125 |
| 3–6 | 3,2 | 85–135 |
| 6–12 | 4,0 | 125–180 |
| 10–20 | 5,0 | 170–240 |
| 16+ | 6,0 | 220–305 |
Schenkel: wie viel vorschreiben und womit messen
Schenkel z und rechnerische Nahtdicke a sind verschiedene Maße derselben Naht: a = z / √2, also rund 0,7 des Schenkels. Der Konstrukteur legt a fest und schreibt es in die Angabe nach ISO 2553, die Werkstatt misst z mit der Lehre. Großzügig vorzuschreiben kostet: das Schweißgut wächst im Quadrat, und z = 8 statt z = 6 bedeutet 78 % mehr Werkstoff, Zeit und Verzug. Reicht die Tragfähigkeit nicht, ist die Naht zu verlängern billiger als sie zu verdicken.
Womit schweißen
Eine rutile Elektrode hält das Bad in PB gut und gibt einen glatten Übergang zu den Schenkeln — das ist die Position, in der Rutil besser passt als basisch. Basisch nimmt man dort, wo Kerbschlagarbeit gefordert ist oder dickes Material vorgewärmt wird. Beim MAG läuft die Kehlnaht im Sprühlichtbogen auf argonreicher Mischung: reines CO₂ wirft grobe Tropfen und hinterlässt einen rauen Übergang — und genau der Übergang entscheidet über die Kerbe. Das freie Drahtende kurz halten: ein langes zieht den Lichtbogen weg und mindert den Einbrand in die Kehle.
Typische Fehler und woher sie kommen
Überlappung am unteren Schenkel heißt, das Bad ist gelaufen: zu wenig Strom, zu langsam oder Elektrode zu flach gehalten. Einbrandkerbe am senkrechten Schenkel ist das Gegenteil: zu viel Strom, zu langer Lichtbogen oder oben verweilt. Fehlende Durchschweißung in der Kehle heißt, die Elektrode zielte nicht in den Winkel oder war zu dick — sie muss die Wurzel erreichen, nicht überdecken. Ein ungleicher Schenkel zeigt sich sofort an der Lehre und heißt fast immer, dass die 45° nicht gehalten wurden.
Bezeichnung und Qualifizierung
PB nach EN ISO 6947, im amerikanischen System 2F. Eine in PB bestandene Prüfung deckt PA und PB ab — die Wannenlage und eben diese Horizontalposition der Kehlnaht. Umgekehrt gilt das nicht: eine Prüfung in PA öffnet die waagerechte Kehlnaht nicht. Für einen Betrieb, der Rippen und Knotenbleche schweißt, ist PB deshalb die kleinste sinnvolle Prüfposition.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich PB vom Schweißen in Wannenlage?
In der Lage des Teils, nicht in der Technik. Die Wannenlage ist PA: die Kehle zeigt nach oben und das Bad legt sich von selbst. In PB liegt der T-Stoß, und das Bad wird ständig auf den unteren Schenkel gezogen. Lässt sich das Teil wenden, dann wende es: derselbe Strom gibt eine gleichmäßigere Naht und weniger Verzug.
Welche Nahtdicke geht einlagig?
Bis 8 mm sicher. Darüber wird geteilt: die erste Lage in die Kehle, die weiteren im Dreieck von unten nach oben mit einem Drittel Überlappung. Der Versuch, 10 mm einlagig zu legen, gibt unten eine Überlappung und in der Wurzel fehlenden Einbrand.
Warum entsteht am oberen Schenkel eine Kerbe?
Zu viel Strom, zu langer Lichtbogen oder Verweilen oben. Fang beim Strom an: 10–15 A weniger und den Lichtbogen kürzer. Bleibt die Kerbe, prüfe den Winkel — er soll etwas über 45° liegen, aber nicht so weit, dass der Lichtbogen am senkrechten Schenkel hängt.
Was deckt eine Prüfung in PB ab?
PA und PB nach EN ISO 9606-1. Eine Prüfung in Wannenlage deckt die waagerechte Kehlnaht nicht ab, deshalb ist PB für das Schweißen von Rippen und Knotenblechen die kleinste sinnvolle Position.
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