Nahtvorbereitung: Winkel, Spalt, Steg
Dicke, Verfahren und Zugänglichkeit hinein — Nahtart, Öffnungswinkel, Wurzelspalt, Steghöhe und der zu füllende Querschnitt heraus.

Warum überhaupt vorbereiten
Damit der Lichtbogen an die Wurzel kommt. Ein Stumpfstoß ohne Vorbereitung lässt sich bis etwa 4 mm beidseitig durchschweißen; darüber erreicht die Wärme die Mitte nicht mehr, und es bleibt ein Bindefehler in der Nahtmitte — der gefährlichste Fehler überhaupt, weil er von außen unsichtbar ist.
Die Vorbereitung kostet
Jedes Grad Öffnungswinkel ist Schweißgut, und Schweißgut ist Zeit und Verzug. Die Reihenfolge von teuer nach billig lautet: V, X, U, I. Die U-Naht spart bei großer Dicke am meisten, verlangt aber eine spanend hergestellte Kante und lohnt deshalb erst ab etwa 20 mm.
Genauigkeit zählt
Spalt und Steg entscheiden über die Wurzel, und sie müssen über die ganze Länge stimmen. Deshalb wird geheftet, bevor geschweißt wird, und deshalb sind die Heftstellen kurz und zahlreich statt lang und wenige. Was daraus an Schweißgut folgt, rechnet die Schweißgutmenge aus; wie die Vorbereitung auf der Zeichnung notiert wird, steht unter Schweißsymbole lesen.
Häufige Fragen
Wozu der Steg?
Er verhindert, dass die Wurzellage durchfällt. Ohne Steg wird aus dem Wurzelspalt bei jeder Unachtsamkeit ein Loch. Übliche Höhe 1 bis 2 mm, und sie muss über die ganze Länge gleich sein — ungleichmäßiger Steg ist der häufigste Grund für unregelmäßige Wurzeln.
V-Naht oder X-Naht?
X, sobald das Werkstück gewendet werden kann und die Dicke über etwa 12 mm liegt: halbes Schweißgut, halber Winkelverzug. V, wenn nur von einer Seite zugänglich — und dann mit der Frage, ob die Wurzel voll durchgeschweißt oder nach dem Fugenhobeln gegengeschweißt wird.
Warum 60 Grad und nicht 45?
Weil bei 45° die Elektrode nicht mehr an die Flanken kommt und Bindefehler entstehen. Beim MAG mit schlankem Brenner geht 45° und spart deutlich Material; beim E-Hand bleibt 60° die sichere Zahl.
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