Konsolen und Wandhalterungen
Alles, was an einer Wand hängt: Außengerät, Behälter, Kessel, Ablage, Markise. Ihnen gemeinsam ist, dass sie der Dübel hält und nicht das Erzeugnis — und dass nicht das Gewicht gerechnet wird, sondern das Kippmoment aus der Auskragung.
Woraus eine Konsole besteht
Eine Konsole ist Ablage, Strebe und Platte mit Dübeln. Die Ablage trägt das Gewicht, die Strebe wandelt das Kippmoment in Druck, die Platte verteilt die Kraft in die Wand. Nimmt man die Strebe weg, liegt die ganze Last auf den oberen Dübeln, deren Auszugskraft das Dreifache des Gerätegewichts beträgt.

Zwei Details, die in der billigen Ausführung fehlen. Schwingungsdämpfer — der Verdichter läuft mit 50 Hz, und ohne sie geht die Schwingung wie in eine Membran in die Wand; die Nachbarn hören sie besser als der Eigentümer. Und das Gefälle: 2° von der Wand weg führen das Kondensat zum Ablauf, statt es unter dem Gerät stehen zu lassen.
Welche Konsolen es gibt

Für Behälter und Boiler rechnet man mit dem vollen Volumen, nicht mit dem leeren: ein 100-Liter-Boiler wiegt gefüllt zweihundert Kilo. Für den Kessel kommen die Löcher aus der Anleitung — der Hersteller hat sie nicht zufällig gesetzt, und „ich bohre vor Ort“ endet mit verzogenem Wärmetauscher.
Die Markise fällt aus der Reihe: ihre Last ist Wind statt Gewicht, und sie arbeitet auf Abheben. Deshalb hat sie mehr Dübel, als nötig erscheint, und ihre Streben zeigen in die andere Richtung.
Kleinkram fürs Haus
Briefkasten, Hausnummernschild, Fahnenmast, Schlauchhalter, Gasflaschenständer, Klapptisch. Alles davon ist eine Stunde Schweißen, und alles hält nicht durch das Geschweißte, sondern durch das Verschraubte.

Zur Gasflasche ein eigenes Wort. Der Ständer ist nicht für die Standfestigkeit da — die Flasche steht ohnehin — sondern damit sie nicht umgestoßen oder weggetragen werden kann. Kette oder Schelle sind keine Zierde: es ist eine Anforderung an die Lagerung von Gasflaschen, und sie wird geprüft.
Welche Profile und warum
An einer Wandkonsole ist fast immer zu viel Stahl und zu wenig Dübel. Das Profil wählt man so, dass es sich nicht durchbiegt und sich gut schweißen lässt; die Tragfähigkeit bestimmt, was die Konsole in der Wand hält.
- Konsole für das Außengerät — Winkel L 40×40×4, 2,42 kg/m, für Ausleger, Pfosten und Strebe; bei großer Ausladung L 50×50×5, 3,77 kg/m.
- Ablage für Speicher oder Boiler — L 50×50×5 oder UPN 80, 8,64 kg/m, ausgelegt auf den vollen Speicher.
- Wandplatte — Flachstahl 60×6, 2,83 kg/m, oder gebohrtes Blech; je höher, desto kleiner die Kraft am oberen Dübel.
- Fahnenmast und Ständer — Rohr 48,3×3,2, 3,56 kg/m, in einer Hülse aus der nächstgrößeren Nennweite, 60,3×3,6, 5,03 kg/m.
Wie der Dübelabstand wirkt, zeigt eine einfache Rechnung: Kraft am oberen Dübel ≈ Gewicht × Hebelarm ÷ senkrechter Dübelabstand. Im Beispiel aus den Fragen — 50-kg-Gerät, rund 150 kg an den oberen Dübeln — bringt eine doppelt so hohe Platte schon rund 75 kg. Eine Konsole für Heizkessel, Speicher oder schwere Markise bleibt trotzdem ein tragendes Bauteil: Dübel wählt man nach der Europäischen Technischen Bewertung (ETA) des Herstellers für den konkreten Untergrund, bei großen Lasten rechnet sie ein Tragwerksplaner. Metergewichte anderer Profile stehen in den Rechnern für Winkelstahl und U-Profile.
Nähte und Knoten
- Strebe — beidseitig an Ausleger und Pfosten geschweißt; sie leitet das Moment weiter, also durchgehende Naht, keine Heftpunkte.
- Pfosten an Platte — umlaufend; Dübellöcher bohrt man vor dem Schweißen, damit sich die Platte beim Bohren nicht verzieht.
- Außen durchgehend schweißen — Unterbrechungen sind Spalte mit stehendem Wasser und die ersten Roststellen.
- Masthülse — an die Ankerplatte geschweißt, der Mast lose darin mit Klemmschraube, damit er herausgenommen werden kann.
Beim 4-mm-Winkel liegt die Obergrenze 0,7·t bei 2,8 mm, unter dem Mindestmaß a3 nach EN 1993-1-8 — tragende Nähte werden deshalb mit a3 geschweißt: z ≈ 4,2 mm. Das prüft der Kehlnahtrechner, die Technik steht unter Kehlnähte schweißen.
Ablauf von Fertigung und Montage
- Wand prüfen — Mauerwerk, Dämmstärke, Rand- und Achsabstände, Leitungen in der Wand.
- Gerätedaten — Gewicht (beim Speicher gefüllt), Fuß- oder Lochabstand, Wartungsabstände.
- Zeichnung — Ausladung, Plattenhöhe, Dübelabstand, Gefälle des Auslegers.
- Sägen, Bohren, Schweißen — in der Werkstatt, paarweise, damit beide Konsolen gleich sind.
- Verzinken oder Beschichten — vor der Montage.
- Montage — Dübel nach ETA, durch die Dämmung auf Abstandshülsen, Schwingungsdämpfer, ausrichten.
Korrosionsschutz
Eine Fassadenkonsole ist ein halbes Jahr nass, unter dem Klimagerät kommt noch Kondensat dazu. Am haltbarsten ist Feuerverzinken; ein Anstrich reicht unter einem Dach oder auf dem Balkon. Schrauben und Dübel verzinkt oder aus Edelstahl, jede nach dem Verzinken gebohrte oder gekürzte Stelle mit Zinkspray schließen. Die Unterkante der Wandplatte abzudichten verhindert, dass an der Wand ablaufendes Wasser hinter die Platte gelangt.
Typische Fehler
- Dübel in der Mörtelfuge — der Mörtel bröselt, die Konsole beginnt zu wackeln.
- Zu nah am Rand — der Dübel bricht die Mauerecke mit heraus.
- Niedrige Wandplatte — hohe Kraft am oberen Dübel bei gleichem Gewicht.
- Boilerablage auf Leergewicht bemessen — voll wiegt er ein Vielfaches.
- Befestigung durch die Dämmung ohne Hülsen — der Dämmstoff gibt nach, die Konsole sackt ab.
Material berechnen: ein Paar Klimagerät-Konsolen
Zwei Konsolen für ein Außengerät mit 0,6 m Ausladung: je Ausleger, Pfosten 0,45 m und Strebe, dazu zwei Querträger 0,9 m, auf denen das Gerät steht. Alles aus Winkel L 40×40×4, ohne Platten und Dübel.
| Bauteil | Profil | Länge, m | Stk. | kg/m | kg |
|---|---|---|---|---|---|
| Ausleger | L 40×40×4 | 0,60 | 2 | 2,42 | 2,9 |
| Pfosten | L 40×40×4 | 0,45 | 2 | 2,42 | 2,2 |
| Strebe | L 40×40×4 | 0,60 | 2 | 2,42 | 2,9 |
| Querträger | L 40×40×4 | 0,90 | 2 | 2,42 | 4,4 |
| Summe | 12,3 | ||||
| Mit 5 % Zuschlag | 13 | ||||
Das ganze Paar wiegt 13 kg Stahl mit Zuschlag — weniger als ein Drittel des Geräts, das es trägt. Das zeigt gut, wo das Risiko liegt: nicht im Querschnitt, sondern in Dübeln und Wand. Für mehr Konsolen rechnet der Stücklistenrechner alles zusammen, und wie man Befestigungen in verschiedenen Wänden plant, steht unter Ablauf und Preis.
Wie es weitergeht
Pavillons, Gewächshäuser und Kleinkram für den Hof stehen unter Hof und Garten. Edelstahl für Küche und Betrieb steht unter Edelstahl und Ausstattung. Womit an welchem Untergrund befestigt wird, Preis und Termine stehen unter Ablauf und Preis.
Häufige Fragen
Warum rechnet man eine Konsole auf Kippen und nicht auf Gewicht?
Weil die Last nicht an der Wand angreift, sondern auf der Auskragung. Ein Gerät von 50 kg auf einer Konsole mit 600 mm Ausladung erzeugt an den oberen Dübeln rund 150 kg Auszugskraft — das Dreifache seines Eigengewichts. Dieses Moment wird gerechnet, nicht die Masse, und genau dafür hat die Konsole eine Strebe.
Wozu braucht ein Außengerät Schwingungsdämpfer?
Weil der Verdichter mit 50 Hz läuft und diese Schwingung wie in eine Membran in die Wand geht. Die Nachbarn dahinter hören sie besser als der Eigentümer. Gummidämpfer zwischen Gerät und Ablage nehmen fast alles weg; sie kosten so viel wie ein Mittagessen und sind in fünf Minuten montiert.
Darf eine Konsole an Porenbeton hängen?
Ja, aber nicht mit gewöhnlichem Spreizdübel. Porenbeton hält keinen Spreizdruck: es braucht einen Verbunddübel mit Siebhülse oder eine durchgesteckte Gewindestange mit Platte auf der Rückseite. Dieselbe Frage für alle Untergründe steht gesondert — im Beitrag zum Ablauf gibt es einen Schnitt durch sechs Wandarten.
Braucht das Außengerät ein Schneedach?
Ja, wenn es nicht unter einem Balkon hängt. Das Problem ist nicht Schnee auf dem Gehäuse, sondern Eiszapfen vom Dach: sie schlagen durch das Gitter und verbiegen das Lüfterrad. Ein Dach mit 100–150 mm Überstand erledigt die Sache und kostet ein Zehntel der Reparatur.
Aus welchem Winkel schweißt man eine Klimagerät-Konsole?
Für ein übliches Außengerät reicht Winkel L 40×40×4 für Ausleger, Pfosten und Strebe, bei schweren Geräten und großer Ausladung L 50×50×5. Stahl ist hier immer reichlich — ein Paar Konsolen wiegt rund ein Dutzend Kilogramm —, die Tragfähigkeit des Ganzen bestimmen also Dübel und Wand, nicht der Querschnitt.
Wie verringert man die Kraft auf die Dübel einer Konsole?
Die Dübel senkrecht weiter auseinandersetzen. Die Auszugskraft am oberen Dübel ist etwa Gewicht mal Hebelarm, geteilt durch den Abstand zwischen oberem und unterem Dübel. Eine doppelt so hohe Wandplatte halbiert die Kraft — von 150 auf rund 75 kg im Beispiel mit einem 50-kg-Gerät. Eine kürzere Ausladung wirkt genauso.
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